09. April 2020

ef 202 Editorial

Die zunehmende Hysterie ist vor allem ein Zeichen der Schwäche

von André F. Lichtschlag

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Bildquelle: shutterstock.com Ansteckungsgefahr: Virus, Politik, Wirtschaft, alles

Haben Sie auch das Gefühl, seit Ausbruch der Corona-Krise in einer Art Paralleluniversum zu leben, sich in einem schlechten Traum zu befinden, aus dem Sie jetzt aber doch so langsam bitte mal erwachen wollen? Glücklich jene, die dieses Gefühl nun erstmals und ganz plötzlich haben. Denn den meisten von uns dürfte es schon länger so gehen, und dieses mulmige Gefühl spitzte sich nur in den letzten Jahren – und dann zunehmend stärker in den letzten Monaten – immer mehr zu. Ja, diese eigenartige Entwicklung hin ins Surreale schaltet nun offenbar auch noch den Turbo ein in einer Krise, die schon bald weit mehr eine politisch-ökonomische denn eine medizinische sein wird. 

Ich habe mir einige meiner Editorials der letzten Jahre und Monate angeschaut. Lange ist es her, da schrieben wir hier bereits davon, dass nachfolgende Generationen unsere Epoche einmal als die Satirezeit bezeichnen werden. Dann verging uns auch mal das Lachen. Der Klima-Wahn, die stete „rechte Gefahr“, die ewige Große Koalition, dann nach Jahresbeginn immer schneller: Washington kurz vor Krieg mit Teheran, dann: nichts. Putin vor Eskalation mit Erdoğan in Syrien, dann: dito. Im Inland: Erfurt. Hanau. Im letzten Heft schließlich schrieb ich an dieser Stelle kurz vor Ausbruch der Krise in Deutschland: „Ist die zunehmende politische Hysterie und Repression nicht auch und vor allem ein Zeichen der Schwäche? Stehen nicht unsere Eliten ob vieler Entwicklungen längst mit dem Rücken zur Wand?“ 

Jetzt steht das Land still, die Hälfte der Menschen hat vor drei Wochen aufgehört zu arbeiten. Eine Ökonomie-Koryphäe wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier gaukelt uns vor: Niemand wird arbeitslos werden, alles wird gut, der Staat zahlt. Alles. Egal, wie lange. Und mit jedem Tag Shutdown mehr wird noch mehr Menschen bewusst, dass das auf Dauer gar nicht gutgehen kann, was seit vielen Jahren und immer mehr ein Leben der Illusionen war, eine lange, immer ausschweifendere Party in einer von billigem Geld getriebenen Blase – die nun platzt. Nicht langsam, wie von vielen erwartet, sondern durch die ökonomische Corona-Quarantäne recht schnell. Am Ende wird nichts mehr so sein, wie es war. 

Dann werden wir uns endgültig in einem totalitären sozialistischen Überwachungs- und Zuteilungsstaat wiederfinden – oder in (weit mehr) Freiheit, weil nämlich auch dieser Sozialismus sich selbst auffrisst, wenn kein Wirt mehr da ist, der ihn ernähren kann. Wenn zum Beispiel so viele Billionen von immer mehr Rettungs-Bazookas in die Welt gepumpt wurden, dass der Geldwert auch dieser Währung auf seine intrinsische Null gefallen ist, dann wird einer zahlungsunfähig sein, von dem es jetzt noch kaum einer erwartet: der Staat selbst. Dann steht der Kaiser nackt da, alle Illusionen und aller Scheinwohlstand sind verschwunden. 

Die nächsten Monate werden entscheidend sein, für viele und vieles. Dem Einzelnen bieten sich dabei auch gute, sehr gute Gelegenheiten. Fast wie aus einer Ahnung heraus schrieb ich Anfang März an dieser Stelle: „In jeder Krise gibt es Chancen, in großen und gefährlichen Umbruchzeiten mehr denn je. Sie aufzuzeigen und anzuregen betrachte ich als unsere Hauptaufgabe für die kommenden Monate und Jahre.“ Jetzt ist es so weit, kleinliche Tagespolitik interessiert nun wirklich nicht mehr, es geht ums Eingemachte, auch um eine ganz persönliche Strategie in der Krise. Ich hoffe sehr, dass wir Ihnen, verehrte Leser, in und mit diesem Heft (und auch in den kommenden Monaten) einige wichtige Hinweise mit auf Ihrem persönlichen Weg durch die Krise geben können. Beachten Sie dazu bitte auch die stets aktuellen Online-Artikel auf ef-magazin.de sowie unsere verschiedenen Video- und Audio-Formate vor allem auf unserem immer beliebter werdenden Youtube-Kanal – der Mainstream hat durchaus recht, wenn er ausgehend von der Krise einen kräftigen Digitalisierungsschub in vielen Bereichen von Bildung bis Wirtschaft erwartet. 

Nun aber: Bei der Lektüre dieses Heftes wünsche ich allen wie immer viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn. Bleiben Sie uns gewogen, und vergessen Sie nicht, was jetzt erst recht gilt und gelten muss: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr Freiheit!

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 14. April erscheinenden Mai-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 202.


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