26. März 2020

Die AfD, Fridays for Future und Corona Wenn Greta und Grüne das Sagen hätten

Das Virus gibt uns einen Einblick

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: shutterstock Wirtschaft unter Greta: Das Virus zeigt sie uns

„Die AfD hat ihr Wahlergebnis meines Erachtens in Thüringen nicht wegen, sondern trotz Höcke erreicht, ein Ähnliches wie in Sachsen mit Herrn Urban, den im Vergleich mit Höcke kaum jemand kennt“, meint Leser ***. „In vielen Bundesländern würde die AfD wahrscheinlich ohne Spitzenkandidaten ähnliche Ergebnisse erzielen wie mit.“

Das sehe ich ähnlich. Die AfD wird trotzdem gewählt, trotz Gegenpropaganda aus allen Rohren, trotz Boykott, trotz Antifa-Angriffen, trotz Verfassungsschutzbeobachtung, was zusammen notgedrungen dazu führt, dass die Personaldecke dünn (wie man zuletzt bei den Kommunalwahlen gesehen hat) und mitunter bizarr besetzt ist – der brave Otto-Normal-Deutsche im gehobeneren Dienst will eben lieber ein rechtschaffenes, unbeanstandetes Mitglied einer zwar schwindenden, aber bis zuletzt hoffentlich meinungshomogenen Volksgemeinschaft sein als ein Dissident.

„Ich möchte ausdrücklich sagen“, fährt *** fort, „dass das Thema des zum Regierungsschutz mutierten ‚Verfassungsschutzes‘ (der, ein weltweites Novum für einen Geheimdienst, seine Beobachtungsziele und mitunter ‑ergebnisse in Echtzeit bekanntgibt) hierbei keine Rolle spielt. Ich halte diese Truppe seit Haldenwang für eine nicht mehr ernst zu nehmende Institution, da die Verfassung seit 2015 maßgeblich durch die immer noch amtierende Regierung gebrochen wurde. Ich habe auch nichts gegen Höcke, weil er so aussieht, wie er aussieht, und habe mir, als Reaktion auf das ZDF-Sommerinterview, zum Beispiel das ‚Compact‘-Sonderheftchen durchgelesen und daran nichts gefunden, was nicht auch schon mit Kapitelüberschriften wie ‚Identität Deutschlands bewahren‘ im CDU/CSU-Wahlprogramm 2002 stand. Unerträglich sind hingegen seine Entgleisungen wie zuletzt, die wieder einmal eine bewusst bundesweit Kreise ziehende Provokation darstellen und ebenso eine parteiinterne Kriegserklärung sind. Dieser Fehdehandschuh wurde nun anscheinend aufgenommen. Parteikollegen ‚ausschwitzen‘ zu wollen, spielt sich auf ebenso erbärmlichem und abgrunddummem Niveau ab wie diese als ‚Krebsgeschwür‘ zu titulieren. Ich denke, die AfD würde mit einem Ausschluss Höckes so viele Mitglieder verlieren wie die ‚Junge Freiheit‘ nach dem Bruch von Dieter Stein mit diesem an Lesern verloren hat, allerdings im Westen massiv zugewinnen, wenn der restliche Rahmen stimmt. Und ein paar Mitglieder zu verlieren wird sicher nicht schaden, zum Beispiel die 21, die in Braunschweig Gedeon als Vorstand wählen wollten. Ansonsten mache ich mir ernsthafte Sorgen zum Beispiel über Herrn Resch, DUH, dessen Geschäftsfeld wegzubrechen droht und der nun in Friedrichshafen sitzt, traurig auf den Bodensee blickt und von Brüssel und vom Hackeschen Markt träumt, während sein ‚Lufthansa Senator Status‘ bedroht wird. Auch besorgen mich die arbeitslosen Textlieferanten von Greta Tugut oder die Organisatoren der Schlepperboote vor Libyen, über die keiner mehr berichtet. Könnte man nicht, wenn einem an der Rettung der Welt gelegen ist vorgeblich, sich ‚for Future‘ auch im Sinne eine ‚Corona‘-Hilfe engagieren? Zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen, Krankenbetreuung in Hospitälern, Onlinebenefizveranstaltungen, Einkaufshilfe für Betagte, die alleine in Wohnungen sitzen? All das wird‘s wohl nicht geben. Auch die ‚Grünen‘ scheinen verstummt.“

Stimmt. Das Virus mag aus anthropozentrischer Sicht ein übler Geselle sein, aber es ist dafür verantwortlich, dass die Grenzen wieder kontrolliert werden, dass die EU in all ihrer prangenden Unwichtigkeit dasteht, dass die Grünen und Greta nicht nur die Klappe halten, sondern alle westliche Welt sich in Ruhe vergegenwärtigen kann, wie eine Gesellschaft und die zu ihr gehörende Wirtschaft aussähen, wenn diese Figuren das Sagen hätten. Das wird sich in den nächsten Wochen aber noch deutlicher offenbaren. Ob Corona Trump besiegt, wie ein Analyst erstaunlich früh orakelte, werden wir sehen. Die Jünger Gretas aber dürfte das Virus längst erledigt haben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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