22. Januar 2020

Nach dem Umweltsau-Lied Wie sich die Öffentlich-Rechtlichen gegen Kritik immunisieren

Nur Armin Laschet beugt sich dem Druck der linken Medien nicht

von Werner Reichel

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Bildquelle: shutterstock Feinbild linker Medien: Umweltsau

Das Umwelt-Sau-Lied beschäftigt nach wie vor die Medien und die Öffentlichkeit in Deutschland. Der WDR, der für dieses Hass-und-Hetz-Lied verantwortlich zeichnete, hätte die Diskussion am liebsten vom Tisch. Doch die öffentlich-rechtlichen Anstalten brauchen wieder einmal mehr Geld, es wird gerade über die Erhöhung des Rundfunkbeitrags diskutiert. Und da ist dieses Lied alles andere als nützlich, auch wenn der WDR und in seinem Gefolge die anderen linken Mainstreammedien bei der Umweltsau-Debatte längst den Spieß umgedreht haben.

Man diskutiert nicht mehr darüber, dass ein gebührenfinanzierter Sender eine ganze Generation als Säue bezeichnet, man diskutiert nicht darüber, dass der WDR neunjährige Mädchen für seine Klimapropaganda instrumentalisiert. Man diskutiert nicht darüber, wie politisch einseitig und propagandistisch WDR und Co agieren, wie sehr sie die Menschen erziehen, steuern, manipulieren und damit entmündigen.

Man bezeichnet seine Kernzielgruppe als Schweine und kann beim besten Willen nichts Verwerfliches daran finden. Mit diesem Lied und vor allem den Reaktionen auf die darauffolgende Kritik haben die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einen Offenbarungseid geleistet, haben demonstriert, wo sie sich im politischen und gesellschaftlichen System und wo sie die Durchschnittsbürger sehen. Jedenfalls nicht auf Augenhöhe.

Aber in den linken Medien wird nun darüber diskutiert, wie Rechte, was in Deutschland mittlerweile mehr oder weniger mit Rechtsextremen gleichgesetzt wird, einen „harmlosen Liedtext“, wie der „Spiegel“ es formuliert, instrumentalisieren, um das öffentlich-rechtliche Gebührensystem und die davon lebenden Kämpfer für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Klima zu Fall zu bringen.

Die linken Wahrheitsmedien haben mittlerweile mehrere Verschwörungstheorien entwickelt, wonach finstere rechtsextreme Mächte die Öffentlich-Rechtlichen und damit die Demokratie zerstören wollen. Nicht wer Menschen pauschal als Schlachtvieh bezeichnet, ist eine Gefahr für den sozialen Frieden, sondern jene, die solche Äußerungen kritisieren.

Der „Spiegel“ schreibt etwa, Rechtsextreme hätten die Kritik für ihre Propaganda genutzt und mit radikalen Parolen vor dem WDR demonstriert. Was der „Spiegel“ – aus gutem Grund – nicht erwähnt: Es war gerade einmal eine Handvoll Rechtsextremer, die da protestiert haben. Ihnen standen mehrere Hundert politisch korrekte WDR-Unterstützer gegenüber.

Doch darum geht es nicht. Der WDR und die anderen Mainstreammedien haben es geschafft, die öffentliche Debatte in eine völlig andere Richtung zu lenken und sich gegen jede Kritik zu immunisieren, sobald sie aus dem nichtlinken Eck kommt. Und da Linke selten die öffentlich-rechtlichen linken Meinungsanstalten kritisieren, hat man sich de facto gegen jede Kritik geschützt.

Das ist äußerst praktisch. Man ist sakrosankt und kann auf Kosten der Säue tun und lassen, was man möchte. Sobald man ertappt wird, wenn man etwa vergessen hat, über ein Multikulti-Verbrechen zu berichten, wenn man Hetzjagden erfunden oder sonst wie zu weit übers linke Ziel hinausgeschossen ist, holt man die rechte Vogelscheuche hervor, schon ist alles in Ordnung.

Schließlich ist jede auch nur dezente Kritik von nichtlinker Seite automatisch Hass und Hetze. Und wenn es notwendig sein sollte, kann man ja auf Facebook und Co schon mal selbst für ein bisserl rechte Stimmung sorgen.

Da ist es durchaus verwunderlich, wenn der CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sich dem Druck der linken Medien nicht beugt. Im „Spiegel“-Interview meint er: „Es kann nicht sein, dass Sie in Deutschland alles kritisieren dürfen, vom Papst abwärts – nur nicht die Beiträge des Westdeutschen Rundfunks.“

Außerdem kritisiert Laschet die „absurd“ hohen Summen, die die öffentlich-rechtlichen Sender für Sportlizenzen ausgeben, die hohen Pensionskosten und die fürstliche Entlohnung diverser Moderatoren. Und er erinnert die auf ihrem hohen Ross sitzenden Mitarbeiter an ihre privilegierte Stellung: „Alles ist staatlich garantiert, egal ob es einer schaut oder nicht: Der Sender sendet.“

Ob man die Kritik beim WDR ernst nimmt? Schließlich ist Laschet von der CDU. Und damit auch schon irgendwie ein Rechter, also eigentlich ein Rechtsextremer.

Dieser Artikel erschien zuerst auf ORF-Watch.at.


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