18. Dezember 2019

Alternative Medienmacher im Youtube-Streik Eine Woche lang nur Bitchute

Die Löschwelle lässt nach Alternativen Ausschau halten

von Marc Petersen

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Bildquelle: shutterstock Suchen nach Alternativen zu Youtube: Videoblogger

Die Youtube-Löschwelle forderte ein weiteres Opfer, nämlich den freisinnigen Miró Wolsfeld. Um darauf aufmerksam zu machen, rief der Identitäre Martin Sellner nebst anderen bekannten Filmschaffenden und Filmemachern dazu auf, Youtube eine Woche lang zu bestreiken. Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie diese Woche auf manchen Kanälen keine neuen Beiträge vorfinden. Verkündet wurde die Aktion von Sellner und Wolsfeld sowie anderen Größen der alternativen Medienlandschaft, wie unter anderem Felix Herrmann, Florian Müller („Krautzone“), Klemens Kilic, Kai Alexander Naggert („Prototyp NDS“) und vielen weiteren, bei einer Youtube-Schalte des „Digitalen Chronisten“. Sinn des Vorhabens ist es nicht in erster Linie, dem Moloch Youtube einen Denkzettel zu verpassen, sondern die Zuschauer dazu zu ermuntern, fortan mehr auf Wettbewerber wie Bitchute auszuweichen und von dort die gewünschten Inhalte zu beziehen, da es mit dem Inkrafttreten der neuen Youtube-Richtlinien für Filmschaffende immer schwieriger wird, die willkürlichen Vorgaben zu erfüllen, was dann wiederum die Kanäle als solche gefährdet. Viele Kanäle wurden in der Vergangenheit bereits gelöscht, manche davon wie „Nuoviso“ wurden nach der Einleitung rechtlicher Schritte wieder freigeschaltet. Ob Wolsfeld nun auch gegen Youtube vorgehen wird, dazu wolle er sich nicht weiter äußern, er behalte sich dies aber vor, teilte der Filmemacher am Sonntag auf Bitchute mit. Obwohl noch gar nicht so alt, konnte die Unternehmung schon erste Erfolge erzielen; Wolsfeld teilte in seinem Kanal der Nachrichten-App „Telegram“ mit, dass er innerhalb eines Tages einen starken Zuwachs von mehr als 1.000 Bitchute-Folgern verzeichnen konnte.

Doch erntete das Vorgehen nicht nur Zuspruch; Carolin Matthie, eine durch die Bewerbung von Schreckschusswaffen zum Zweck der Selbstverteidigung bekanntgewordene Berliner Studentin, die auf Youtube auch einen eigenen Kanal mit über 20.000 Beziehern hat, auf dem sie jeden Abend das Tagesgeschehen durchaus wachsam kommentiert. Sie stellte in ihrem „Vlog #413“ die These auf, dass das Vorhaben die Bildung von „Filterblasen“ nur begünstige, und verglich das Verhalten der Streikenden mit dem bockiger Kinder. Ferner bezweifelte sie, ob Bitchute überhaupt die Kapazitäten besitze, Youtube zu ersetzen.

Natürlich ist Bitchute nicht so schön zu bedienen wie Youtube, jedoch hat Bitchute im Gegensatz zu gescheiterten Wettbewerbern den Vorteil, dass es weniger Speicherplatz benötigt, da es auf dem sogenannten „Bittorrent-System“ beruht. Dadurch lädt jeder Zuschauer nicht nur herunter, sondern auch gleichzeitig wieder hoch, was den Anbieter entlastet und Kosten spart, wie der bereits genannte Klemens Kilic anmerkte.

Wir können gespannt sein, welche Früchte die Aktion trägt.


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