26. Oktober 2019

Kollektivistische Ideen Der Wahn kollektiver Macht

Es endet in Terror und Blut und nennt sich „Tugend“ und „Moral“

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Nur im Kollektiv stark: Labile Kindermenschen

Kollektivistische Ideen sind immer größenwahnsinnige Ideen. Sie speisen sich aus einem übersteigerten Geltungsdrang, der sich bei genauerer Betrachtung als profanes Bedürfnis nach neuen Höhen der Selbstbewunderung entpuppt. Als Narzissmus von Menschen, die sich „fortschrittlich“ von allem Bewährten losgelöst und „emanzipiert“ haben und nun Sinn- und Heimatersatz suchen in einer Illusion kollektiver Macht, die der Mensch nie hatte und zum Glück nie haben wird. Die Macht, das „Klima“ zu verändern oder zu retten, die Macht, „Gerechtigkeit“ herzustellen, die Macht, Glückseligkeit und Heil zu organisieren.

Der Moment, in dem sich diese Macht aber als das offenbart, was sie ist – ein ohnmächtiger Wahn –, ist auch der Moment, in dem hinter den hehren Parolen die reale Natur solcher Retter und Menschenfreunde sichtbar wird. Eine Natur unreifer, labiler, selbstischer, ungefestigter Kindermenschen, die, vollkommen unbelastet von der Anstrengung tätiger Empathie, Kenntnis und Kompetenz, in Wahrheit nur ein Argument und eine Waffe haben: sich selbst und die eigene Bedeutungslosigkeit.

Darum sind sie nur im Kollektiv stark, darum sind sie taub für Ideen und Argumente. Eine solche „Bewegung“ ist nie positiv, nie ein optimistischer Aufbruch in Neues, Unbekanntes, nie ein Ausreizen und Ausloten der Grenzen – es ist ein Fest des Lebensüberdrusses, der Lebensangst, der Komplexe und des Ressentiments gegen alle, denen die Last des Lebens Herausforderung, Freude und Liebe ist. Gibt man solchen Menschen politische Macht, dann werden sie ihren Wahn in Gesetze gießen. Und jedes Kind weiß: Wo es Gesetze gibt, gibt es auch das dazugehörige Verbrechen und den passenden Schuldigen. Und Schuldige richtet man hin.

Kollektivistische Ideen enden, wenn sie umgesetzt werden, immer in Terror und in Blut und nennen sich „Tugend“ und „Moral“.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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