14. September 2019

Die SPÖ unter Joy Pamela Rendi-Wagner im österreichischen Wahlkampf Es lebe der Klassenkampf!

Die Genossen sind außer Rand und Band

von Andreas Tögel

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Bildquelle: RoxTravels / Shutterstock.com Außer Rand und Band: Die SPÖ unter Joy Pamela Rendi-Wagner

Täglich eine eigentums- und wirtschaftsfeindliche Parole und damit ein Schaden für die Republik – so scheint die Devise der SPÖ im laufenden österreichischen Wahlkampf zu lauten. Ob Forderungen nach der Einführung von Erbschafts- und „Millionärssteuern“ (natürlich nur im Sinne der „sozialen Gerechtigkeit“); ob kostspielige und besonders die kleinen und mittelständischen Unternehmer in Schwierigkeiten bringende Ansprüche auf eine Viertagewoche; ob unrealistische Ansinnen nach der Einführung von Mindestlöhnen, die in vielen Branchen aufgrund ihrer geringen Wertschöpfung nicht verdient werden können – an Ideen, den Wirtschaftsstandort Österreich so unattraktiv wie nur möglich zu machen, fehlt es den Genossen nicht.

Einen guten Eindruck von der Ahnungslosigkeit in Wirtschaftsfragen und zugleich vom katastrophalen Menschenbild der großen Vorsitzenden Joy Pamela Rendi-Wagner, liefert sie zuletzt im Interview mit der „Presse“. Hier versteigt sie sich zu der in linken Echokammern gerne erhobenen Behauptung, wonach hohe Steuertarife den Preis für den sozialen Frieden bilden. Im Klartext heißt das: Steuern sind Schutzgelder, die zu zahlen die „Reichen“ gefälligst nicht verweigern sollen, auf dass sie nicht gezwungen sind, in gesicherten Schutzzonen zu leben. Frau Dr. JPRW führt als abschreckendes Beispiel dann allen Ernstes die in Brasilien herrschenden Zustände an. Doch nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. In der hervorragend verwalteten und beispielhaft sicheren Schweiz liegen die durchschnittlichen Abgabenlasten um rund zehn Prozentpunkte unter denen, die in Österreich kassiert werden. Dennoch existieren zwischen Genf und St. Gallen keinerlei Sicherheitsprobleme infolge niedriger Steuern.

Rendi-Wagner und ihresgleichen, Menschen also, die kaum einen Cent verdient haben, der nicht auf die eine oder andere Weise aus jenen Steuergeldern stammt, die von Menschen aufgebracht werden müssen, die in der Privatwirtschaft produktiv tätig sind, würden also, eine andere Interpretation lassen ihre Einlassungen schwerlich zu, nicht davor zurückschrecken, sich selbst – am Ende gewaltsam? – von den „Reichen“ (die meisten von ihnen sind Arbeitgeber!) zu holen, was die ihnen im Wege einer konfiskatorischen Besteuerung nicht zu geben bereit sind. Man muss der Dame für diese Offenheit dankbar sein. Vielleicht wird daraufhin der eine oder andere gut ausgebildete Junge und/oder vermögende Ältere noch rechtzeitig das Weite suchen, um sein Vermögen und seine körperliche Unversehrtheit dort in Sicherheit zu bringen, wo man Unternehmer und „Reiche“ nicht dermaßen als Schädlinge anfeindet wie in Österreich.

Einen neuen Tiefenrekord hinsichtlich des Niveaus der politischen Auseinandersetzung hat übrigens soeben Gewerkschaftskapo Wolfgang Katzian geliefert, als er Heidi Horten, eine Großspenderin des Klassenfeindes, in unflätiger Weise beleidigte. Überflüssig zu erwähnen, dass der wohlgenährte Apparatschik seine gesamte „Karriere“ in geschützten Werkstätten gemacht hat – von ein paar Jahren in einer hochmaroden Bank abgesehen, die mit Geldern der Tributpflichtigen vor der Pleite gerettet wurde.

Sollten es die Sozialisten nach den bevorstehenden Wahlen erneut schaffen, in die Regierung oder – Gott bewahre – gar zu Kanzlerehren zu kommen, werden auf die verbliebenen rund 20 Prozent der Nettosteuerzahler im Lande harte Zeiten zukommen. Das Programm der Roten ist ja in keiner Weise missverständlich: Diejenigen, die schon jetzt den Großteil der direkten Steuern bezahlen, sollen künftig noch brutaler ausgebeutet werden, damit der Kreis derjenigen, die keinen direkten Beitrag zur Staatsfinanzierung leisten, ausgeweitet werden kann. Oder anders formuliert: Die weniger werdenden Leistungsträger sollen härter schuften, damit noch mehr Faulenzer versorgt werden können. Das auch noch als „gerecht“ zu etikettieren, krönt offensichtliche Unverfrorenheit mit blankem Hohn.


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