09. September 2019

Space-Management von Drogerien Jedes Mal steht das Haarwasser woanders

Die Platzierung von Waren ist eine Wissenschaft für sich

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Eine Wissenschaft für sich: Produktplatzierung

Vor 40 Jahren gab es bei mir gegenüber eine Drogerie. Man musste vier Stufen nach unten steigen, um in den kleinen Laden zu gelangen. Dann sagte der Drogist etwas unmutig: „Ja, bitte?“, und man sagte, was man haben wollte.

Irgendwann machte vorne an der Ecke Schlecker auf. Ich kann mir nicht denken, dass das der Grund war, dass dieser Unterweltendrogist dichtmachte, der war auch ohne Konkurrenz irgendwie fällig. Dass Schlecker dann auch irgendwann fällig war, tröstet mich heute trotzdem.

Jetzt bin ich ein guter Kunde für Drogeriemärkte, muss man wissen. Denn ich kaufe so alle zwei Monate das billigste Haarwasser und nicht mehr. Da kommen über die Jahrzehnte über 100 Liter zusammen. Aber an dieser Beständigkeit mangelt es den Drogerien. Seit Schlecker an der Ecke nun bankrott ist, laufe ich etwa 1,5 Kilometer zu einem anderen Markt (alle paar Monate). Und immer wenn ich da hinkomme, steht dieses Haarwasser irgendwo anders.

Ihr lieben Flachwichser vom Space-Management!

Ich habe darüber bereits eine wissenschaftliche Arbeit verfasst. Ich weiß mehr über Space-Management, als ihr eventuell in eurem verpfuschten Leben jemals mitbekommen werdet. Wo man Waren platziert, ist eine Wissenschaft für sich und darf auf keinen Fall zufällig erfolgen. Doch das zufällige, beliebige Umstellen von Artikeln von unten nach oben, von links nach hinten, von hinten nach vorne und so weiter verärgert lediglich die Stammkunden. Hättet ihr mal weniger dem Herrn Professor den Koffer getragen und weniger Biowasser gesoffen, dann würdet ihr wissen, dass Space-Management kein Selbstzweck ist. Ihr Arschlöcher!

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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