30. Juli 2019

Geopolitische Strategie der USA Nichts Neues unter der Sonne

Eine kleine Verschwörungstheorie

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Das große Schachspiel: Geopolitik

Im Buch Kohelet der Lutherbibel steht in Kapitel 5 unter der Überschrift „Warnung bei offenbarem Unrecht“ das Folgende: „Siehst du, wie im Lande der Arme Unrecht leidet und Recht und Gerechtigkeit zum Raub geworden sind, dann wundere dich nicht darüber; denn ein Hoher schützt den anderen, und noch Höhere sind über beiden.“

Diese Aussage hat meiner Meinung nach an Gültigkeit nichts eingebüßt seither. Und nur wenn man sie mit einbezieht, ergeben innernationale Begebenheiten einen Sinn. Sowohl politische Entscheide als auch täglich „erlebbare“ Realitäten wie Deindustrialisierung (Klima) und Migrations‑, Schulden- und Euro-„Krisen“ und ihre Folgen.

Bücher wie beispielsweise „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ von Zbigniew Brzeziński werfen deutliche Schlaglichter auf die „Höheren“ über allem. Und nur wenn man nicht die Augen davor verschließt, dass quasi buchstabengetreu Strategien umgesetzt werden, die nicht selten älter sind als wir selbst, ergibt, was als Konsequenz „unfähiger“ Politik erscheint, einen Sinn.

Ein Beispiel: „Die Zukunft der Hegemonialmacht Amerikas wird sich in Eurasien entscheiden.“ – „Als langfristige Aufgabe jedoch bleibt das Problem zu lösen, wie man Russlands Demokratisierung und wirtschaftliche Erholung unterstützen und dabei das erneute Entstehen eines eurasischen Imperiums vermeiden kann, das Amerika an der Verwirklichung seines geostrategischen Ziels hindern könnte, ein größeres euroatlantisches System zu entwerfen, in welches sich dann Russland dauerhaft und sicher“ (sprich: ohne wirtschaftlich oder politisch eine Gefahr zu sein) „integrieren lässt“.

Um dies zu gewährleisten, ist ein schwaches Europa und namentlich ein schwaches Deutschland quasi als manipulierbare Pufferzone wünschenswert. Konsequenz: Alles, was schwächt, spaltet und die Menschen im Dauerfokus auf Heutiges und „Kleines“ in Empörung und Erregung gefangen hält, hilft dabei, die Blicke von den „Höheren über den Hohen“ fernzuhalten.

Kurz: It‘s geopolitics, stupid.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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