12. Juli 2019

RezensionConnor Boyack: Die Tuttle-Zwillinge auf der Suche nach Atlas

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Was macht der Zirkus, wenn der stärkste Mann streikt? Richtig, man muss ihn überreden, zurückzukommen, also machen sich die Tuttle-Zwillinge auf die Suche nach „Atlas“, dem Leistungsträger der fahrenden Artisten. Der hat nämlich keine Lust mehr, für ein paar schäbige Moneten die meiste Arbeit zu verrichten. Atlas war früher einmal ein Clown, doch war er mit seiner Arbeit unzufrieden. Er schuftete, ernährte sich gesund und quälte sich beim Sport, um endlich als Attraktion seinen Traumjob zu erledigen. Zum Missfallen der anderen Mitarbeiter des Zirkus. Die lagen derweil auf der faulen Haut und ließen sich massieren, und das lässt auch der gutmütigste Koloss nicht mit sich machen. Also streikt der starke Mann, und die Tuttle-Zwillinge lernen, dass Leistung honoriert werden muss, um eine Gesellschaft oder ein Unternehmen am Laufen zu halten. Als das Zirkuszelt zusammenzustürzen droht, merken alle, wie sehr sie Atlas brauchen. Die Geschichte basiert auf der Erzählung „Atlas Shrugged“ (deutsch: „Der Streik“) der libertären Autorin Ayn Rand. Mit dem fünften Buch der libertären Kinderbuchreihe „Die Tuttle-Zwillinge“ lernen Kinder, Jugendliche und so manch ein Erwachsener, dass Sozialismus nicht funktionieren kann und es immer Leistungsträger geben wird – die aber dementsprechend belohnt werden müssen. Das schön illustrierte Kinderbuch aus den Staaten, ins Deutsche übersetzt von Enno Samp, setzt die libertäre Reise der Tuttle-Zwillinge fort. Wie entsteht ein Bleistift? Wie funktioniert Marktwirtschaft, und warum existiert dieses grausige Zentralbank-Ungeheuer von Frankf… ähh... Jekyll Island? Wer im Angesicht sozialstaatlicher Kinderliteratur und bunter Multikultiphantasien noch auf der Suche nach einem liberalen Gegenstück ist, wird mit den Tuttle-Zwillingen fündig. In einer gesunden Welt wären die Tuttle-Zwillinge Schullektüre, heute sind sie ein libertärer Geheimtipp. Hoffen wir, dass die Tuttles der Nach-Greta-Generation zumindest ein bisschen Freiheit beibringen können.


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