26. April 2019

RezensionWerner Reichel: Der deutsche Willkommenswahn

Eine Chronik in kommentierten Zitaten 2015 - 2016

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Der Fernsehjournalist Robert Hochner sagte: „Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv.“ Der Chefredakteur des österreichischen Politmagazins „Frank & Frei“ zelebriert seine „Rache“ nun in epischer Breite. Über 700 Aussagen, die in den Jahren 2015 und 2016 im Zusammenhang mit der „Flüchtlingswelle“ genannten Migrationskrise von Politikern, Publizisten und Intellektuellen getätigt wurden, präsentiert und kommentiert der Autor. Es geht durchgängig um Zitate von Leuten, die sich wohlwollend, ja vereinzelt sogar enthusiastisch zur afroorientalischen Masseninvasion Deutschlands gestellt haben. Von der Verhinderung einer genetischen Degeneration infolge einer mit der Migration verbundenen Blutauffrischung bis zur an die einheimische Bevölkerung gerichteten Aufforderung, sich gefälligst den Gebräuchen der Zuwanderer anzupassen, besteht an unglaublichen Äußerungen bis heute kein Mangel. „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“ (Martin Schulz) ist wohl einer der verrücktesten Kommentare. Was die einstige Zukunftshoffnung der SPD zu dieser grotesken Einlassung veranlasst haben könnte, liegt bis heute im Dunkeln. Dass Schulz allerdings schon recht hatte, sofern mit seinem „uns“ die Asyl , Sozial- und Elendsbewirtschaftungsindustrie mit ihren mittlerweile Hunderttausenden bezahlten Agenten gemeint war, ist unbestritten. Für die hat sich seit 2015 tatsächlich eine wahre Goldgrube aufgetan. Eine aus Werner Reichels Kompendium zu ziehende Lehre lautet: Wer die Kosten und negativen Konsequenzen seiner Entscheidungen anderen aufbürden kann, selbst aber ausschließlich davon profitiert, legt am Ende jede Hemmung ab. Dass die Opfer und Finanziers der erratischen „Flüchtlings“-Politik sich auch noch als „Pack“, „Mischpoke“ oder „Dunkeldeutsche“ denunzieren und von führenden Politikern kollektiv zum Problem erklären lassen müssen, schlägt dem Fass allerdings den Boden aus. Fazit: Pflichtlektüre zwecks korrekter Einschätzung des politmedialen Komplexes.


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