20. April 2019

Brand von Notre-Dame Die brennenden Kirchen Europas

Sinnbild für das ausgebrannte Abendland

von Werner Reichel

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Bildquelle: oleskalashnik / Shutterstock.com Sinnbild für das ausgebrannte Abendland: Brennende Kirche Notre-Dame

Eines der wichtigsten Symbole des christlichen Abendlandes ist abgebrannt. Während Emmanuel Macron und andere Staatsmänner routiniert ihre Bestürzung und Erschütterung medial verbreiten lassen, herrscht in den sozialen Netzwerken teilweise Jubelstimmung. Der Brand von Notre-Dame wird mit Smileys, Herzen, Daumen-nach-oben-Emojis und diversen Allah-Sprüchen begleitet. Manche User aus dieser Community sind auch traurig: „Unfortunately, the entire constructure didn‘t collapse“ („leider ist nicht die ganze Konstruktion zusammengebrochen“), schreibt ein gewisser Meghmio J. auf Facebook.

Das sind keine Einzelfälle, keine Idioten, die von solchen Ereignissen immer angezogen werden, es sind Tausende. Über die gute Laune, für die die in Flammen stehende Kathedrale in gewissen Milieus gesorgt hat, erfährt der brave Bürger, der sich ausschließlich über die politisch korrekte Wahrheitspresse informiert, nichts. Das ist wie mit der Herkunft beziehungsweise dem kulturellen Hintergrund vieler Frauenmörder und anderer Gewalttäter. Auch diese Informationen hält die Lückenpresse gerne zurück. Sie seien nicht relevant, weil sie mit den Taten in keinem Zusammenhang stehen würden, behaupten jene linken Politiker, Medien und Wissenschaftler, die direkt oder indirekt dafür gesorgt haben, dass genau diese Menschen sich hier aufhalten.

Weil man sich vom Jubel in den sozialen Medien entweder selbst überzeugen oder auf die alternativen und freien Medien im Internet vertrauen muss, können die politisch korrekten Gate Keeper sie leicht als Fake News oder als zumindest völlig übertrieben abtun. Der brave Untertan meidet solche Quellen, verlässt seine Blase nicht, das hat man ihm schließlich lange und oft genug eingebläut.

Das sollte niemanden wundern, die Mainstreampresse hat so gut wie nichts über die in Frankreich mittlerweile zum Alltag gehörenden Attacken auf Kirchen berichtet. 1.063 christliche Gotteshäuser sind allein im vergangenen Jahr in Frankreich verwüstet, geschändet, zerstört, beschmiert oder sonst wie attackiert worden. Das sind mehr als zwei Kirchen pro Tag! Zum Vergleich: In derselben Zeit wurden in ganz Frankreich nur 100 Bauwerke aller anderen Religionen attackiert. Auch in Deutschland ist die Lage nicht besser. Vor ziemlich genau einem Jahr schrieb die Journalistin Vera Lengsfeld: „In der bundesweit veröffentlichten Meinung kommt das Thema nicht vor. Auf der kirchenamtlichen katholischen Internetseite, die mit viel Geld aus unseren Kirchensteuern betrieben wird, ist kaum etwas zu finden, ebenso wie auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz. Es bleibt der Lokalpresse und den freien Medien vorbehalten, darüber zu berichten.“ Selbst der Papst, den das Schicksal seiner weltweit bedrängten und verfolgten christlichen Schäfchen generell nicht sonderlich zu interessieren scheint, hat dazu nicht viel zu sagen.

Es war die „Welt am Sonntag“, die vor wenigen Tagen diese mediale Schweigemauer durchbrochen hat. Sie berichtete über die explodierende Zahl der Kirchenschändungen und das beschämende Schweigen der anderen Medien. Vor ziemlich genau einem Monat stand bereits die zweitgrößte Kirche von Paris, Saint-Sulpice, in Flammen. Auch dieser Brand, der relativ rasch gelöscht werden konnte und dessen Ursache noch ungeklärt ist, ist von den großen Medien weitgehend ignoriert worden. Infos zu dem Feuer findet man fast ausschließlich auf christlichen und alternativen Internetseiten.

Wenn das Wahrzeichen und der Touristenmagnet von Paris brennt, muss die Mainstreampresse groß berichten. Wie gut, dass die Behörden sehr schnell, noch bevor der Brand unter Kontrolle gebracht werden konnte, von einem Unfall ausgehen. So ein Unfall ist zwar tragisch, aber eben nur tragisch. Er hat keine weiteren Konsequenzen für Politik und Gesellschaft. Das erinnert an die „Amokfahrt“ in Graz im Jahr 2015, bei der drei Menschen starben und rund 40 zum Teil schwer verletzt wurden. Damals schloss die Polizei einen extremistischen Hintergrund sofort nach der Tat aus, bevor die Ermittlungen so richtig begonnen haben konnten. Die ansonsten sehr polizeikritische Mainstreampresse übernahm diese Theorie ohne die geringsten Zweifel. Einen islamistischen Anschlag konnte die politmediale Klasse damals nicht gebrauchen.

Selbstredend kann der Brand durch die Renovierungsarbeiten ausgelöst worden sein. Dass es gewisse Zweifel an der sehr schnellen Unfallsvermutung gibt, liegt vor allem am verlorengegangenen Vertrauen vieler Menschen in die etablierte Politik und die klassischen Medien, die bei vielen wichtigen Ereignissen die Menschen mit verzerrten, lückenhaften und manchmal auch frei erfundenen Informationen versorgt haben. Die selektiven Bilder von den Migrantenströmen im Jahr 2015, die Silvesternacht in Köln, die erfundenen „Hetzjagden“ von Chemnitz und die Multikulti-Märchen des Claas Relotius sind nur einige Beispiele.

Jedenfalls wäre alles andere als ein Unfall, noch dazu kurz vor der entscheidenden EU-Wahl, für Macron und seine politischen Freunde und Verbündeten in ganz Europa eher ungünstig, während eine politisch beziehungsweise religiös motivierte Brandstiftung Wasser auf die Mühlen von Salvini und Co wäre.

Unabhängig davon: Die in Flammen stehende gotische Kathedrale im Herzen von Frankreich ist ein Sinnbild für das multikulturelle Europa, für das ausgebrannte Abendland. Gegen die Macht dieser Bilder, gegen diese Symbolkraft können selbst die besten politisch korrekten Propagandisten und Spin-Doktoren nichts ausrichten. Was einige auf Facebook traurig stimmte, dass die Kirche nicht völlig zerstört worden ist und die Haupttürme noch stehen, gibt gleichzeitig Anlass zu Hoffnung. Und Wahlen stehen ja auch vor der Tür.


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