15. März 2019

RezensionSusanne Wiesinger: Kulturkampf im Klassenzimmer

Wie der Islam die Schulen verändert. Bericht einer Lehrerin

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Dass eine an einer öffentlichen Schule im tiefroten Wien tätige Lehrerin, überzeugte Sozialdemokratin und Gewerkschafterin es wagt, ein derart heißes Eisen anzufassen, ist bemerkenswert. Jahrzehntelang an einer „Brennpunktschule“ tätig, hat Susanne Wiesinger es fast ausschließlich mit Schülern mit „Migrationshintergrund“ zu tun. Schonungslos beschreibt sie die tristen Bedingungen, unter denen Lehrkräfte an solchen Bildungseinrichtungen zu leben haben. Ausgangspunkt ihrer Schilderung bilden ihre Erfahrungen im Gefolge des mörderischen Anschlags muslimischer Gewalttäter auf die Redaktion des Magazins „Charlie Hebdo“ im Januar 2015. Ein Gutteil ihrer Schüler äußerte daraufhin Verständnis für die Täter, zeigte aber keinerlei Mitleid mit den vielen Opfern. Seither ist ihr die Vermittlung westlicher Werte an ihre muslimische Schülermehrheit ein besonderes Anliegen. Es geht ihr nicht um die Probleme der Lehrerschaft, sondern um die zunehmende Aussichtslosigkeit, die im Lehrplan geforderten Bildungsinhalte zu vermitteln. Ohne ein Mindestmaß an Sprachkompetenz wird der Unterricht zur Farce. Da aber nicht wahr sein kann, was im Elfenbeinturm der linken Stadtregierung nicht wahr sein darf, werden die aus den kulturellen Defiziten der muslimischen Kinder folgenden Probleme verschwiegen, vertuscht, kleingeredet oder den Lehrern angelastet. Wer Missstände offen anspricht, wird ins rechte Eck gestellt und ausgegrenzt. Für Wiesinger gründen sämtliche Schulprobleme auf der mit westlichen Werten weitgehend unvereinbaren Kultur der Migranten. Im Klartext: Islamisches Glaubensbekenntnis und die Bereitschaft und der Wunsch nach Bildung passen schlecht zueinander. Die Eltern sind niemals wirklich im Westen angekommen oder stehen diesem und dessen Werten misstrauisch oder gar feindselig gegenüber. Die Kinder fügen sich ihren Eltern und lehnen jeden Bildungsinhalt ab, der von ihren Religionslehrern oder Imamen als „haram“ denunziert wird. Die Lehrer stehen längst auf verlorenem Posten.


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