21. Februar 2019

Rassismusvorwürfe gegen den Afrikabeauftragten Günter Nooke Ein neuer Fall Maaßen?

Seine Stimme ist wichtig

von Volker Seitz

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Bildquelle: Deutsche Welle (CC BY 2.0)/Wikimedia Commons Spricht Klartext: Günter Nooke

Seit Wochen werden von Medien und Afrikaexperten Rassismusvorwürfe gegen den persönlichen Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin und Afrikabeauftragten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Günter Nooke, erhoben.

Es wird ihm vorgeworfen, dass er in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ („B.Z.“) am 7. Oktober 2018 „koloniale Stereotype“ bediene und „rassistischen Positionen“ entgegenkomme. Am 13. Februar 2019 kam es zur Aussprache zwischen Nooke und 13 Wissenschaftlern aus sechs Universitäten.

Gunnar Schupelius schreibt in seiner Kolumne in der „B.Z.“ unter dem Titel „Rassismus-Prüfer verhören den Afrika-Beauftragten Günter Nooke“: „Doch aus dem Gespräch wird schnell ein Tribunal.“ – „Nooke erinnerte (in dem genannten Interview) an die Verbrechen der Kolonialzeit, sagte aber auch, diese Zeit habe dazu beigetragen, den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen. Dazu Professor Jürgen Zimmerer (Hamburg): ‚Sie bedienen rassistische Stereotype!‘“ – „Zweitens sagte Nooke dort über Afrika: ‚Die Gesellschaften dort funktionieren anders.‘ Professorin Angelika Mietzner (Köln) ganz empört: ‚Ich finde es schwierig, von ‚anders‘ zu sprechen.‘“ Drittens: „Der Kalte Krieg hat Afrika mehr geschadet als die Kolonialzeit“ (Zitat von Mo Ibrahim): Das findet Professorin Raija Kramer (Hamburg): „unhaltbar, erschreckend“. Viertens: „Im Niger bekommen die Frauen im Schnitt 7,3 Kinder“, sagte Nooke in dem Interview. Dazu Sara Zavaree (Köln): „Sie werden in rechtspopulistischen Kreisen gefeiert.“ Fünftens: Sein Vorschlag, Wirtschaftssonderzonen nach der Idee des Nobelpreisträgers Paul Romer einzurichten, wird von Tahir Della (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.) als „neuer Kolonialismus“ bezeichnet.

Die Aussagen der Afrikaexperten sprechen für sich. Bezeichnend ist auch die Reaktion, als Nooke fragt, welche Vorschläge sie denn für die Zukunft Afrikas zu machen hätten. Professor Axel Fleisch (Frankfurt/Main): „Wir sind keine Entwicklungsökonomen.“ Und Professorin Anne Storch (Köln): „Wir reden über Ethik, wollen mehr Gastfreundschaft zulassen.“

Alles, was ich von Günter Nooke gelesen und persönlich bei gemeinsamen Auftritten gehört habe, unterschied sich doch sehr wohltuend von den üblichen Sprüchen des Entwicklungsministers Müller und vieler, die in diesem üblichen „Afrika-Strom“ mitschwimmen. Er ist Realist und scheut sich auch nicht vor Klartext. Seine ehrlichen Analysen von Missständen sind die Grundlage für die notwendigen Reparaturarbeiten in der Entwicklungshilfe.

Nirgendwo auf der Welt wächst die Bevölkerung so schnell wie in Niger. Die Einwohnerzahl hat sich seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960 versechsfacht. Jährlich wächst die Bevölkerung um 3,9 Prozent, weltweiter Rekord. Dies führt unvermeidlich zu Armut und Hunger. Das darf man aber nicht sagen, weil es 13 Ethik-Experten missfällt?

Günter Nooke ist mit Sicherheit kein Rassist. Da mag die eine oder andere Formulierung auch mal etwas holzschnittartig ausgefallen sein, aber insgesamt ist seine Stimme wichtig.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der „Achse des Guten“.


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