27. November 2018

Grüne Zensur in Bremen Was kann man Bürger lesen lassen?

Gesinnungskontrolle durch Kleingeister

von Michael Klein

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Bildquelle: shutterstock Wollen Grüne zensieren: „Rechte“ Bücher

„Unerträglich“ ist das Wort, das mir regelmäßig einfällt, wenn ich daran denke, dass Politdarsteller, deren Bildungsstand zumeist nicht ausreicht, um in der Mitte der IQ-Normalverteilung der Bevölkerung einen Platz zu finden, der Ansicht sind, sie könnten Entscheidungen für eben diese Bevölkerung treffen, deren Mehrheit sie intellektuell nicht das Wasser reichen können.

Das geht so weit, dass Grüne sich aufgrund welcher Illusionen auch immer für Sozialwissenschaftler halten und der Ansicht sind, sie könnten ihren Senf zu Dunkelfeldstudien geben. Gerade Grüne sind, wenn es darum geht, die eigenen intellektuellen Fähigkeiten zu überschätzen, führend. Die intellektuellen Katastrophen, die sich schon aus grünen Gehirnen Bahn in die vernehmbare Welt der Worte gebrochen haben, sind zahlreich. Ich erinnere nur an Anton Hofreiter, der vor einiger Zeit mit mathematischen Kompetenzen geglänzt hat, die zur Folge hatten, dass alle Insekten längst ausgerottet sein müssten.

Die Beispiele grüner Brillanz umfassen Tweets aus Washington, der legendäre: „Ich und George Washington“, abgesetzt vor der Statue von Abraham Lincoln, und vieles mehr, das man so lange belächeln kann, wie sich dieses intellektuelle Prekariat nicht anschickt, seine Dummheit anderen zur Vorschrift machen zu wollen.

Genau diese Demarkationslinie ist in Bremen überschritten, wie Stefan Schubert auf „Philosophia Perennis“ berichtet. Dort nehmen die Grünen und ihr Berliner Verlautbarungsorgan „taz“ Anstoß daran, dass man in der Bremer Stadtbibliothek das Buch „Die Destabilisierung Deutschlands“ ausleihen und als Folge davon lesen kann. Das Buch, in dem nach Ansicht der grünen „taz“ Thesen islamistischer Unterwanderung und Verschwörungstheorien deutscher Unterwürfigkeit gegenüber den USA verbreitet werden, Behauptungen, denen der Autor des Buches, der wissen sollte, was er geschrieben hat, vehement widerspricht, ist für die Grünen Anlass, die Frage danach zu stellen, was Bürger lesen dürfen.

Diese Frage stellen die Grünen natürlich nicht offen. Dazu sind sie zu feige. Sie fragen eher hintenrum: „Gehören Bücher aus rechten Verlagen ins Bibliotheksregal?“,wird in der „taz“ zum Bremer Thema formuliert.

Es geht weder die „taz“ noch die Grünen etwas an, was in Bücherregalen öffentlicher Bibliotheken steht. So lautet die einzige Antwort, mit der man diesem prätentiösen Anspruch, den Lesestoff von Bürgern kontrollieren zu wollen, begegnen kann. Wo leben wir eigentlich, wenn Halbgebildete aus der grünen Partei meinen, sie könnten darüber entscheiden, welche Bücher andere zu lesen bekommen? Im Faschismus. Der Bremer Faschismus hat dazu geführt, dass der Senator für Kultur eine Sitzungsvorlage erarbeitet hat, in der unter anderem eine Stellungnahme der Stadtbibliothek Bremen zum Umgang mit Publikationen aus rechten Verlagen veröffentlicht wird. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt keinen entsprechenden Umgang. Rund 550.000 Titel gibt es in der Bremer Stadtbibliothek, Titel sogenannter rechter Verlage sind keine darunter. Lediglich der Kopp-Verlag hat es geschafft, vier seiner Bücher in das Angebot der Bremer Gesinnungsfestung zu schleusen. Darunter vermutlich das Buch von Stefan Schubert „Die Destabilisierung Deutschlands“, das im Kopp-Verlag erschienen ist. Dass das Buch in der Bremer Stadtbibliothek überhaupt zu haben ist, liegt daran, dass es sich auf der „Spiegel“-Bestsellerliste befindet. Wäre es dort nicht zu finden, man würde es auch in der Stadtbibliothek Bremen umsonst suchen, denn deren Stellungnahme enthält Unglaubliches: „Für den Umgang mit rechten Publikationen und anderen fragwürdigen Inhalten gibt es kein Patentrezept und keine Norm. Ein umfassendes Informationsangebot schließt auch kontrovers diskutierte Titel und Vertrauen in die Mündigkeit der Bürger einer Stadt ein. Eine Einflussnahme Einzelner auf die Erwerbspolitik von Bibliotheken kann letztlich den freien Zugang zur Information und Meinungsfreiheit im Grundsatz gefährden.“

Man weiß nicht, worüber man als Bremer Bürger mehr wütend sein müsste, darüber, dass es in der Stadtbibliothek Personen gibt, die meinen, sie könnten die Mündigkeit der Bürger im Mund führen und dennoch für sich entscheiden, welche Publikationen sie gerade einmal für fragwürdig oder rechts erklären wollen. Oder darüber, dass dieselben Personen der Ansicht sind, individuelle Wünsche an das Sortiment stellten eine Gefährdung von Meinungsfreiheit „im Grundsatz“ dar. Wie wirr kann man eigentlich sein?

Der Absatz bezieht sich auf einen, der in der Stellungnahme der Stadtbibliothek vorausgeht, und in dem es heißt: „Medien aus Verlagen, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, werden weder aktiv über das Lektorat bestellt noch auf Kundenwunsch für die Stadtbibliothek erworben“ (rechte Verlage sind für die Bremer Stadtbibliothek: Antaios, Manuscriptum, Orion-Heimreiter, Jungeuropa, Kopp-Verlag). So beschreibt man Zensur.

In Bremen finanzieren die Steuerzahler somit eine Bibliothek, in der sich die Angestellten, die von den Steuerzahlern gleich mit finanziert werden, dazu aufschwingen, denen, die sie finanzieren, vorzuschreiben, was sie zu lesen und was sie vor allem nicht zu lesen haben. Gesinnungskontrolle, durchgeführt von Leuten, die offenkundig nicht einmal das kleine Einmaleins der Demokratie beherrschen. Dieses sieht vor, dass sich Bibliotheken, weil ihre Mittel beschränkt sind und sie nicht jedes Buch erwerben können, zumindest bemühen, der Vielfalt in der Bevölkerung, der Pluralität der Wünsche gerecht zu werden. Ist das nicht eines der Lieblingsthemen der Linken: „Pluralismus“, „Vielfalt“, jedenfalls führen sie beide Begriffe gerne im Mund, haben aber vermutlich, wie so oft, keine Idee davon, was sie bedeuten. Bibliotheken stellen Bücher bereit und orientieren sich bei ihrem Angebot an den Wünschen und Präferenzen ihrer Leser. Bibliotheken sind nicht dazu gegründet worden und werden mit Sicherheit nicht dazu finanziert, Zensur auszuüben und die Bevölkerung zur richtigen Lektüre zu erziehen. Welch prätentiöse Zeit, in der Kleingeister denken, sie könnten darüber entscheiden, was andere zu lesen haben.

Zensur hat viele Gesichter. Die Grünen sind vielleicht die hässlichste Fratze, die Zensur derzeit trägt.

„Philosophia Perennis“: „Warnhinweis: Grüne wollen Kennzeichnung von ‚rechten Büchern‘“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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