03. November 2018

UNO-Migrationspakt „Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration“ Kugelrunde Puderdose für gesetzliches Streuen

Jetzt können auch die Ober-Hauptströmer nicht mehr auf ahnungslos machen

von Peter J. Preusse

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Bildquelle: shutterstock Sicher und geordnet: Globale Puderdose

Seit zehn Jahren, so hört man jetzt, haben Ober- und Unterstaatssekretäre, Negerhäuptlinge und Minister und der ganze Wanderzirkus an allen möglichen UNO-Standorten und anderen preiswerten Konferenzorten wie Genf und Toronto wochenlang, was sage ich, wohl monatelang in ihren Suiten und an festlichen Tafeln geschwitzt über der Konstruktion von Aladins wundersamer Puderdose: dem „Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration“ (Globaler Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration). Das Substantiv „compact“ verzeichnete mein umfangreiches Englischwörterbuch dict.cc früher ausschließlich als „Kompaktwagen“ und „Puderdose“, erst neuestens scheint es, vielleicht geprägt durch das erfindungsreiche diplomatische Kopf- und Fußvolk, eine Verstärkung des ohnehin schon teuflischen „Paktes“ zu bezeichnen – was sich schon in der erfolgreichen Verschwörungspraxis bewährt hat, dem frühen Warner das Etikett des Verschwörungstheoretikers anzuhängen.

Jetzt, nach dem Dresdner Weckruf beim Medienpodium der AfD im sächsischen „Tal der Ahnungslosen“, können auch die Ober-Hauptströmer aus der ersten Reihe nicht mehr auf Ahnungslosigkeit machen und verfüttern die rosa Pillen der vorgeblichen Unverbindlichkeit, regen sich aber gleichzeitig mächtig auf über die Beulen in der so schön ausgedachten runden Puderdose: Na klar, die üblichen Spielverderber, also Orbáns Ungarn, Donalds USA und Kurz‘ Österreich machen nicht mit, und dann noch Rasmussens Dänemark – das ist hart! Es ist wie mit der sauberen Fassade: Wenn das erste Graffito erstmal dran ist, kommen unweigerlich die nächsten hinterher, und bald ist das ganze Viertel nicht mehr das alte.

Die gegenwärtige Widerborstigkeit gegen die „Weisheit der Vielen“ und gegen die Einheitsagenda in bunten Farben, bunt wohl nur vorerst und bis zum Erreichen der menschlichen Einheitsrasse des Antirassisten Augstein, dieser Sand im Getriebe der Sand-in-die-Augen-Streuer, der aus der bewährten europäischen Vielvölkermonarchie Österreich-Ungarn kommt statt aus der brandenburgisch-berlinerischen Streusandbüchse, dieses Wider-den-Stachel-Löcken macht uns Verzweifelnden jedenfalls ein bisschen Mut; die Lehre aus dem tausendjährigen Überleben des Oströmischen Reiches nach Untergang des Weströmischen, dem Überleben gegen die abscheulichsten und bedrohlichsten Krisen, ist für den Direktor der britischen Libertarian Alliance diese: Klima kann Schicksal sein, Demographie kann Schicksal sein. Aber Mut und Entschlossenheit angesichts übermächtiger und abschreckender Aussichtslosigkeit kann auch Schicksal sein. Es funktionierte für Byzanz, und vielleicht wird es auch für uns funktionieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf self-ownership.net.


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