30. Oktober 2018

Folgen von Euro und Nullzins Brot in diesem Jahr schon 17,2 Prozent teurer

Uns erwartet ein neues 1923

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Immer teurer: Brot

Ein Berliner Bekannter notiert seit Jahren den Preis eines guten Weizenmischbrotes beim Bäcker um die Ecke. Er kreierte mit den Zahlen den „Berliner Brotpreis-Index“ (BBIn). Das Brot des Bäckers kostete bei Einführung der Euro-Währung 2002 1,80 Euro. Inzwischen kostet dieses Brot 3,75 Euro. Der Preis war zunächst Anfang Januar 2018 um 0,20 Euro erhöht worden und stieg im Oktober um weitere 0,25 Euro auf 3,75 Euro, was einer Gesamterhöhung in diesem Jahr um 17,2 Prozent entspricht. Das ist weit mehr als die amtliche Inflationsrate von rund zwei Prozent und liegt auch über allen Lohnsteigerungen, falls Arbeitnehmer überhaupt noch Lohnerhöhungen erhalten.

Seit Einführung des Euro, von dem die Politik-Darsteller versprachen, er werde so stabil wie die Deutsche Mark sein, hat sich der Brotpreis sogar verdoppelt. Wie dieses kleine Beispiel zeigt, hat der Euro in eineinhalb Jahrzehnten über die Hälfte an Wert verloren. Dafür brauchte die D-Mark über drei Jahrzehnte.

Beschäftigt man sich mit weiteren Folgen der Euro-Währung, bleibt einem selbst das wohlschmeckende Brot des Bäckers im Halse stecken. So berichtet der Investmentfonds-Bundesverband BVI von einer Untersuchung der Comdirect-Bank, nach der die deutschen Sparer durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) allein im ersten Halbjahr 2018 einen Wertverlust von rund 17 Milliarden Euro erlitten haben. Euro-Wertverlust und Nullzins killen den Wert von Gehältern, Sozialleistungen, Renten, Betriebsrenten, Sparbüchern und Lebensversicherungen. Die Deutschen werden arm werden. Sie haben ihr ganzes Leben gearbeitet und gespart und werden bald feststellen, dass ihr Geld nur noch wenig wert ist. Verantwortlich dafür sind die Politik-Darsteller im Berliner Reichstag, die sich an keinen Stabilitätsvertrag gehalten haben und jede europäische Schnapsidee wie zum Beispiel die EU-Einlagensicherung entweder sofort oder nach leichtem Zögern umsetzen. Mit der Einlagensicherung werden die von deutschen Banken gebildeten Rücklagen für den Fall von Bankpleiten eingesetzt, um italienische, französische oder griechische Banken zu retten.

Der Euro sei wie „Versailles ohne Krieg“, höhnte die französische Presse nach Abschluss des Maastricht-Vertrags. Es stimmt. Uns droht ein neues 1923.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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