01. August 2018

Neue Angststörung Trump als Krankheit anerkannt

Der politisch verursachte Stress steigt

von Holger Finn

Artikelbild
Bildquelle: Marina Linchevska / Shutterstock.com Verursacht Angststörungen: Donald Trump

Erst redet er mit Kim Jong-un, dann trifft er Putin, spricht mit Jean-Claude Juncker, und schließlich lädt er sich auch noch zu einem Gespräch mit der iranischen Führung ein, „ohne Vorbedingungen“ zumal. Das Entsetzen ist groß. Donald Trump, der „Irre“ im Weißen Haus, der Angela Merkels Flüchtlingspolitik dreist kritisiert, die beinahe profaschistische Regierung in Italien lobt und bisher kein gutes Wort übrig hatte für die erneuerte deutsche Sozialdemokratie, zerstört in Windeseile alle Gewissheiten, in denen die westliche Wertegemeinschaft sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eingerichtet hatte. Feind bleibt Feind, da wird nicht geredet, jedenfalls nicht mehr von der aktuellen Politikergeneration. Diktator bleibt Diktator, selbst wenn er gewählt ist, anschließend muss dann alles, was derjenige tut, radikal abgelehnt werden, so die Logik der Aktivisten in den Großraumschreibstuben.

Wie verheerend Trump auf die Weltpsyche wirkt, zeigen jetzt aktuelle Untersuchungen amerikanischer Psychologen: Ganz im Trend der Zeit haben die eine neue Angststörung entdeckt, die auf die Tätigkeit des neuen Präsidenten zurückzuführen ist. Mit Symptomen wie einem Gefühl von Kontrollverlust und Hilflosigkeit sowie einer ständigen Angst vor dem Ende der Welt zeichnet sich die Trump Anxiety Disorder (TAD) durch besonders ernste und akute psychische Belastungen aus, die als „kollektive Furcht“ diagnostiziert werden könnten. Viele Wähler sind geschockt, weil Trump Punkt für Punkt umsetzt, was er im Wahlkampf versprochen hat: Das war nicht zu erwarten gewesen.

Patienten fühlen sich am Abgrund der Zeit, wie in Deutschland viele Grünen-Wähler sich von Genen und Plastik, von feinstaubangereicherter Luft, von Nitraten, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Zäunen bedroht fühlen, fürchten TAD-Befallene die schlimmen Folgen der Entscheidungen Trumps. Dessen Politik schüre weit über die führenden Redaktionsstuben hinaus Befürchtungen, dass das Ende der Geschichte erreicht sei. Mit jedem Fall, in dem deutsche Medien vor der verheerenden Wirkungslosigkeit von dessen Entscheidungen warnen, um dann wenig später kurz über die erstaunlichen Wirkungen berichten zu müssen, wüchsen Verwirrung und Verunsicherung in den Reihen der TADler.

Zwar trösten Deutschlands führende Medien ihr Publikum seit fast zwei Jahren mit der Aussicht, dass Trump kurz vor dem Rücktritt stehe. Doch ungeachtet der vielen damit begründeten Nachrufe auf den „Wahnsinnigen“ („Der Spiegel“) scheint der 45. Präsident der USA entschlossen, nicht auf seine Kritiker zu hören. Er tut, was er will. Und scheint sich nicht einmal an Versuchen zu stören, immer alles für falsch zu erklären, was er macht. Damit steige der Level von „politisch verursachtem Stress“ („Stern“), unter dem nicht nur Trump-Gegner zu leiden haben, sondern auch seine Anhänger, weil sie sich sozial und familiär isoliert fühlen, solange sie deutsche Zeitungen lesen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politplatschquatsch“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Präsident Donald Trump

Mehr von Holger Finn

Über Holger Finn

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige