24. Juli 2018

Verkehrs-Extremisten auf Langeoog Bekloppte Radler blockieren Notarztwagen

Kampfverband für die gute Sache

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Sehen sich als Kämpfer für die gute Sache: Aggressive Radfahrer

Wer aufmerksam durch Berlin geht, kann schnell einen gewissen Typus Radfahrer erkennen, der sich durch Aggressivität, Rücksichtslosigkeit und Besserwisserei auszeichnet. Mit verbissen wirkender Miene fährt der Radler morgens los, wobei er Höchstgeschwindigkeit fährt und sämtliche Verkehrsvorschriften bewusst missachtet: Glaubt er doch, einen höheren Auftrag ausführen und das Klima retten zu müssen. Solange er nicht vom Lkw erfasst wird und in der Organspendeabteilung der Uniklinik landet, wird er den Terror gegen Mitmenschen fortsetzen.

Solche Typen sind jetzt auf der Nordseeinsel Langeoog aufgefallen. Autofahren ist dort nicht erlaubt, weil die Insel klein und auch nicht dafür ausgelegt ist. Nur wer es berufsmäßig eilig hat, zum Beispiel Polizei, Feuerwehr und Notarzt, darf die üblichen Einsatzfahrzeuge benutzen. Es wäre wohl auch kaum vorstellbar, einen Herzinfarktpatienten mit einem Lastenfahrrad abzutransportieren.

Deutsche Radler wissen das nicht. Sie wollen es auch nicht wissen. Voller Entsetzen berichtete der Radiosender NDR am 19. Juli 2018, aggressive Radler hätten auf Langeoog einen Rettungswagen blockiert, weil auf der Insel ein Fahrverbot gelten würde. Die Sanitäter seien fassungslos gewesen, besonders auch deshalb, weil ihnen vorgeworfen wurde, ein Fahrzeug mit Dieselmotor zu fahren. Der Berichterstattung von NDR und Zeitungen wie der „Neuen Westfälischen“ ließ sich entnehmen, dass solche Blockadeaktionen schon häufiger vorgekommen sein sollen. Auch von anderen Inseln wie Wangerooge und Juist wunden entsprechende Vorfälle gemeldet.

Fassungslos waren die Sanitäter wohl deshalb, weil sie nicht wissen können, welche kollektive Psychose in Berlin herrscht und auf andere Regionen überzuschwappen beginnt: Radfahrer begreifen sich als Kampfverband für die gute Sache, für die letztlich das Merkel-System steht. Sie terrorisieren Fußgänger auf Bürgersteigen, zwingen Autofahrer zu riskanten Brems- und Ausweichmanövern. Sie achten kein Gesetz und keine Straßenverkehrsordnung, fordern aber von Autofahrern und Fußgängern das unbedingte Einhalten von Vorschriften. Wenn ein Radfahrer am Fußgängerüberweg tatsächlich einmal halten muss, wird man denselben hasserfüllten Blick feststellen, den man von dem roten Gelumpe der Antifa kennt.

Sobald Radfahrer die Hoheit auf Bürgersteigen und Straßen durchgesetzt haben, wird die Stadt entsprechend ihren Vorstellungen umgebaut: Das heißt Rückbau von Straßen – bis der motorisierte Individualverkehr zum Erliegen kommt.

Dass Denn‘s Biomarkt, wo solche Typen ihr veganes Essen einzukaufen pflegen, mit schweren Diesel-Lkw beliefert wird, stört sie nicht im Geringsten. Und dass die Flixbus-Flotte, mit der sie die weiten Strecken zum Beispiel nach Bensersiel (Fähranleger für Langeoog) zurücklegen, zumeist aus abgeranzten alten Dieselbussen besteht, interessiert sie natürlich auch nicht. Hauptsache grüner Anstrich.

Und wie sind sie überhaupt auf die Inseln gekommen? Mit dem Fahrrad bei Ebbe? Denn die Fähren haben alle einen kräftigen Dieselmotor.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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