16. Mai 2018

Erklärung 2018 und Petition „Lasst Chico leben“ Der Deutschen Sorgen und Zustand

Aufsehen und Spott

von Jörg Seidel

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Hat unterschiedliche Anlässe: Protest

„Am kommenden Mittwoch“, verkündete Michael Klonovsky auf seinem Blog, „werden Vera Lengsfeld, Henryk Broder, Alexander Wendt und ich dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Bundestags die zur Petition umgewandelte ‚Gemeinsame Erklärung 2018‘ übergeben.“

Die Petition hat viel Aufsehen und auch Spott erregt und wird gerade juristisch heiß debattiert. Kritisiert wurde in der Qualitätspresse unter anderem die Schlichtheit des sehr kurzen Erklärungstextes. Es ist dank des medialen Skandals gelungen, in zwei Monaten gut 150.000 Unterzeichner zu aktivieren.

Etwa zur gleichen Zeit wurde die Petition „Lasst Chico leben“ gestartet. Chico war jener „Kampfhund“, der in Hannover seine beiden (offenbar behinderten) Halter zu Tode gebissen hatte und folglich eingeschläfert werden sollte. Innerhalb von drei Wochen haben 300.000 Menschen diese Petition unterschrieben – ohne mediale Aufmerksamkeit. Eine Nachfolgepetition, der man sich noch immer anschließen kann, argumentiert folgendermaßen: „Wir müssen um Chico Kämpfen“ – „Wir sind sehr erschüttert, wenn wir Menschen andere Menschen töten, bekommen wir nur Knast und kommen irgendwann mal frei, aber wenn ein Hund einen Menschen tötet, werden die sofort eingeschläfert. Das macht uns in der Redaktion echt sauer… Wir sollten um den Hund kämpfen. Chico sollte leben wie andere auch. Es liegt nicht an dem Hund, es liegt an den Menschen, die sich nicht um einen Hund kümmern. Wie kann es sein, dass so ein Hund von schwerkranken Menschen gehalten werden darf? Das sollten die mal prüfen. Wir wollen versuchen mit dieser Petition, dass der kleine Chico nicht eingeschläfert wird und ein neues Zuhause findet.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Seidwalk“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Protestkultur

Mehr von Jörg Seidel

Über Jörg Seidel

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige