27. März 2018

Matthias Strolz und die österreichischen NEOS über Rauchverbote Pervertierung des Liberalismus

Subjektive Präferenzen sind zu akzeptieren

von Tomasz M. Froelich

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Bildquelle: Franz Johann Morgenbesser (CC BY-SA 2.0)/flickr Kein Liberaler: Matthias Strolz

Die Tragik des Liberalismus der Gegenwart besteht darin, dass jene, die als seine Anhänger gelten, diesen komplett pervertieren und ins Gegenteil umkehren. Matthias Strolz, Ikone der österreichischen Magentaliberalen von den NEOS, ist das beste Beispiel dafür: Die neue schwarz-blaue Regierung Österreichs hat das Rauchverbot in der Gastronomie aufgehoben – als klassisch Liberaler kann man einen solchen Vorstoß nur begrüßen, da man als solcher Eigentumsrechte und Vertragsfreiheit achtet, sprich: Der Eigentümer eines Lokals entscheidet, ob in seinem Lokal geraucht werden darf oder nicht, und es steht jedem frei, zwanglos darüber zu entscheiden, ob er ein solches Lokal betritt.

Strolz kommentiert die Entscheidung der neuen Regierung, das Rauchverbot zu kippen, wie folgt: „Ich schäme mich für diesen Berufsstand.“ (Gemeint sind die Politiker.) „Sie handeln wider besseres Wissen und ohne Gewissen. Sie entscheiden sich heute bewusst fürs Sterben.“

Das ist schlichtweg lächerlich. Selbst wenn man sich „fürs Sterben“ entscheidet: Na und? Jeder Mensch hat subjektive Präferenzen, und wenn einem Genuss wichtiger ist als Gesundheit, dann hat man das zu akzeptieren. Auch und gerade als Liberaler, der Strolz gewiss nicht ist. Und seine Partei auch nicht.

Das zeigt sich in den großen politischen Fragen, in denen die NEOS, ähnlich wie die deutsche FDP, entgegen allen freiheitlichen Prinzipien in ihrer EU-Besoffenheit einem zentralistischen EU-Superstaat frönen, das zeigt sich aber auch im Kleinen, als etwa die NEOS vor Jahren eine Demonstration gegen das traditionelle Wiener Café Prückel organisierten, nachdem dessen Eigentümerin ein wild herumknutschendes lesbisches Paar des Hauses verwies.

Liberalismus ist nicht Progressivismus, Liberalismus ist nicht Bobo-Paternalismus, Liberalismus ist nicht Yuppie-Hedonismus. Liberalismus ist Prinzipientreue. Und zu diesen unverhandelbaren Prinzipien gehören das Recht auf Eigentum, das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, und das Recht auf Diskriminierung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Freitum“.


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