25. September 2019

Fridays for Future und andere Öko-Propaganda Die Menschen vor dem Klima schützen, nicht das Klima vor den Menschen

Den Hysterikern geht es nicht um die Umwelt, sondern um die Angst

von Tomasz M. Froelich

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Bildquelle: geogif / Shutterstock.com Fremdgesteuert: Kindergartenimperatoren

Mal prognostizierte die Elite der Klimaforschung eine Eiszeit (gar nicht so lange her, Mitte der 1970er Jahre), kurze Zeit später dann eine Heißzeit, Abschmelzen der Himalaya-Gletscher inklusive. Dann folgten andere apokalyptische Szenarien: FCKW. Saurer Regen. Ozonloch. Waldsterben. Menschheitssterben. Irgendwie haben wir trotzdem alle überlebt.

In der ganzen Klimadebatte geht es im Wesentlichen darum, wer sich sinnvollerweise wem anpasst: Wir dem Klima? Oder das Klima sich uns? Das Geheimnis des Erfolges der Menschheit lag, wie wir spätestens seit Darwin wissen, vor allem in einer Art humaner Flexibilität. Es ist daher wohl zweckmäßiger, sich auf das Klima und seinen Wandel vorzubereiten, als in all der Hybris auch noch das Klima beherrschen zu wollen, nicht wissend, ob das, was uns die Klimahysteriker penetrant predigen, überhaupt zutrifft.

Gerade die Lautsprecher im klimapolitischen Diskurs haben vor allem eines: viel Meinung, aber wenig Ahnung. Diese Ahnungslosigkeit wird in der öffentlichen Debatte durch sprachpsychologische Tricks und ein ausgeklügeltes Netzwerk recht erfolgreich kaschiert: Über den Klimastreik der Schulschwänzer wird von den Massenmedien fast ausnahmslos wohlwollend berichtet. Dass dahinter eine globalistische Agenda steckt, merkt jeder, der Augen im Kopf hat.

Fast zeitgleich zu den Fridays for Future ist natürlich ganz zufällig das Parallelnetzwerk der „Scientists for Future“ entstanden, dem angeblich 16.000 namhafte Wissenschaftler angehören sollen. Darunter auch Johan Rockström, der ernsthaft behauptete, ein Steak würde 70 Liter Erdöl enthalten. In meinen zahlreichen Steakverkostungen ist mir noch kein einziges Steak mit Erdölgeschmack untergekommen. Rockström hat Schwachsinn erzählt und dies dann später auch eingeräumt. Aber bei einigen wird dieser Schwachsinn ohne die anschließende Korrektur hängengeblieben sein, die Leute glauben einem ja heutzutage nahezu alles, wenn man sich geschickt anstellt.

Das Ganze verläuft natürlich nicht ohne Kalkül: Ein Vordenker dieser ganzen Klimasekte hat unverhohlen ehrlich eingestanden, dass man bewusst im Panikmodus sprechen müsse. Wir kennen Gretas berühmten Satz: „Ich möchte nicht, dass ihr hoffnungsvoll seid. Ich will, dass ihr in Panik geratet.“

Entsprechend hat man den Sprachgebrauch angepasst: Aus der Klimaerwärmung ist nun die Klimaerhitzung geworden. Aus dem Klimawandel der Klimakollaps. Aus dem Klimaskeptiker der Klimaleugner. Aus SUVs Stadtpanzer. Es werden in deutschen Städten Klimanotstände ausgerufen – an dieser Stelle sei die Frage gestattet, ob es denn nicht unverantwortlich ist, sogenannte Klimaflüchtlinge in Städten unterzubringen, in denen der Klimanotstand ausgerufen wurde? Die Welt der Linken kennt keine Grenzen, ihre Dummheit auch nicht, ihre Logik aber schon, und zwar sehr enge.

In dieser Klimahysterie kommen kaum noch konkrete Zahlen vor, nur jene von der 97-Prozent-These (die nicht stimmt) und gewürfelte Worst-Case-Szenarien in Bezug auf Klimaerwärmung in Grad Celsius. Es ist wie mit einer Sekte.

Ein interessantes Gedankenexperiment machte neulich Peter Heller auf „Tichys Einblick“: Angenommen, die ganzen Horrorszenarien würden wirklich eintreten: Die Erwärmung steigt um einige Grad. In der Themse schwimmen wieder Nilpferde. Der Meeresspiegel steigt an. Hamburg versinkt im Meer. Die Extremwetterlagen nehmen zu: Extrem heiße Sommer, extrem kalte Winter, was wiederum den Vorteil hätte, dass man zur kalten Jahreszeit endlich Linke sehen könnte, die ihre Hände in den eigenen Taschen halten.

Angenommen, die Wissenschaft hätte all das berechnet und entsprechend kommuniziert, aber als Schuldigen die Natur selbst ausgemacht und nicht den Menschen, der nur marginalen bis gar keinen Einfluss auf diese Prozesse hat, die es schon immer auch ohne sein Zutun gab. Würde man dann als vernunftbegabter Mensch so reagieren, wie der politische Mainstream es gerade tut?

Mit Emissionsbekämpfung um jeden Preis? Mit Autofahrerenteignung? Mit Zerschlagung von Schlüsselindustrien, was schlimme Auswirkungen auf Wohlstand und Technologiefähigkeit zur Folge hätte? Mit schleichender Einschränkung der Freiheit in grüntotalitärer Manier? Mit massenmedialer Dauerberieselung mit Weltuntergangspseudopropheten? Mit Sicherheit nicht.

Man würde Forscher und Ingenieure technikoffen und ideologiefrei tüfteln lassen. Man würde die Energiewende rückabwickeln und Kraftwerke anwerfen, um Infrastrukturen abzusichern. Man würde eine stabile Stromversorgung aufbauen, statt in Voodootechniken wie Photovoltaik oder Windkraft zu investieren und sich so der Willkür des Wetters auszusetzen. Man würde auf Wachstum und Wertschöpfung setzen, weil nur so Wohlstand und die Techniken geschaffen werden können, derer es bedarf, um den klimatischen Herausforderungen zu trotzen. In einem Satz: Man würde die Menschen vor dem Klima schützen, und nicht das Klima vor den Menschen.

Man würde also genau das Gegenteil dessen unternehmen, was gerade unternommen wird. Man zwingt uns einen ökologischen Steinzeitsozialismus auf. Ökospirituelle Askese inklusive. Und selbst wenn die Klimaapokalyptiker recht haben sollten – würde man in deren Welt überhaupt leben wollen? Ich nicht. Die Welt zu retten, um aus ihr eine knastähnliche Freiluftklapse zu machen, wäre mir keine Mühe wert.

Diesen Ökoideologen geht es gar nicht wirklich um Umwelt und Klima, sondern darum, den Menschen Angst zu machen und ihnen gleichzeitig die Schuld für die angebliche Klimamisere zuzuweisen. Mit dieser dreisten Masche lässt der schuldbeladene und angstgetriebene deutsche Michel alles mit sich machen: Er lässt sich noch mehr drängeln und gängeln, er lässt sich noch mehr ausnehmen – höhere Abgaben, höhere Steuern, alles für den Staat, weil der angeblich besser weiß als der Bürger selbst, was für ihn gut ist. Und von all dem profitiert natürlich auch die internationale Hochfinanz – am aufgeblähten Zertifikatehandel sowie der Zerschlagung produktiver Industrien, während sich staatsnahe Absahner am Rockzipfel der Grünen mit Subventionsgeld die Taschen füllen.

Zudem wirkt dieser ganze Klimafanatismus wie ein Versuch, das Scheitern von Multikulti und die Alltagsfolgen der Migration, die man tagtäglich erlebt, aus dem Gedächtnis zu drängen. Man verschließt die Augen und huldigt einer Zivilreligion, weil man es anders irgendwie nicht aushält.

Und für diese dreiste Agenda, für die kranken Psychoneurosen, müssen kleine, fremdgesteuerte Kindergartenimperatoren herhalten, von denen sich die Bundesregierung am Nasenring durch die Manege führen lässt und uns so in eine sanfte Klimadiktatur steuert. Es ist nur noch lächerlich.


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