27. Februar 2018

Pressesubventionen im Koalitionsvertrag Steuerzahler sollen für schwächelnde Mainstream-Medien löhnen

Sicher nur die Spitze des Eisbergs

von Vera Lengsfeld

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Bildquelle: shutterstock Erwartet staatliche Subventionen: Schreibende Zunft

Allen Wählern kann nur dringend empfohlen werden, den Koalitionsvertrag der Groko sorgfältig zu lesen, damit jeder weiß, welche „Wohltaten“ auf uns zukommen werden.

Manchmal sickert auch am Rande einer Talkshow eine Information durch, die man dem Publikum bestimmt lieber vorenthalten hätte. Von einer dieser Informationen war überraschend in der jüngsten Maischberger-Runde am 20. Februar 2018 die Rede. In den Groko-Vereinbarungen wurde demzufolge unter anderem festgelegt, die Sozialabgaben der Zeitungsverlage für ihre (sicherlich völlig unterbezahlten) Zeitungsausträger von derzeit 15 Prozent auf fünf Prozent zu senken. Als sich der Diskutant Hans-Ulrich Jörges vom „Stern“ hierüber aufregte, wurde ihm von der Berliner CDU-Landesvorsitzenden Monika Grütters erklärt, dass das nur die halbe Wahrheit sei und dass die jetzt wegfallenden zehn Prozent in Zukunft vom Staat (also von uns Steuerzahlern) zugeschossen würden, um – und jetzt kommt erst der eigentliche Skandal – die aufgrund rückläufiger Leserzahlen „notleidende“ Presse damit etwas zu subventionieren. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Den Verleger oder Chefredakteur möchte man sehen, der dermaßen am Tropf der Regierung hängend seinen Redakteuren noch etwas anderes als nordkoreanisch anmutende Jubelberichte über „die geliebte und verehrte Führerin“ Angela M. (63) durchgehen lässt. Und diese Subvention ist sicher nur die Spitze des Eisbergs. Da haben die Machthaber und die sie eigentlich kontrollieren sollenden Mainstream-Medien bestimmt noch ganz andere gemeinsame Leichen im Keller.

Die Zeitungen gehen finanziell am Stock, unter anderem auch, weil eine wachsende Zahl der Leser diese Propaganda einfach nicht mehr kaufen will. Sofort springt ihnen die Regierung bei und treibt die weggebrochenen Einnahmen der Verlage jetzt über unsere Steuern ein.
So werden aus freien, unabhängigen Zeitungen konforme Systemmedien!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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