13. Januar 2021

Tagebucheintrag Drohende Lebensmittelknappheit als Folge der globalen Shutdowns

Erleben wir demnächst eine Hunger-Pandemie?

von Carlos A. Gebauer

Artikelbild
Bildquelle: Agent Wolf / Shutterstock.com Leere Regale: Werden die Versorgungsengpässe zunehmen?

Es mehren sich die Anzeichen, dass die Frage nach einer Impfung schon bald nicht mehr das zentrale Thema sein wird, das die Menschen bewegt. Im Gefolge der exzessiven Berufsverbote und Bewegungseinschränkungen werden schon jetzt Millionen von Menschen nur noch durch staatliche Hilfszahlungen liquide gehalten. Das dazu erforderliche Geld wird von den Zentralbanken aus dem Nichts geschöpft und neu ausgegeben. Die Geldmenge M0 steigt derzeit geradezu exponentiell. In der zwangsläufigen inflatorischen Konsequenz steigen inzwischen auch die Lebensmittelpreise. Die erwartbare Folge dieses Szenarios ist natürlich, dass Staaten intervenieren, um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Wie aus dem nachstehend verlinkten Reuters-Beitrag ersichtlich, hat Argentinien beschlossen, bis Ende Februar keinen Mais mehr zu exportieren. In solchen Konstellationen liegt das Übersprung-Moment für ein Chaos aus dem Geld- in das Realwirtschaftssystem: Erst leihen Banken einander kein Geld mehr im Interbankengeschäft, weil sie den Zusammenbruch ihres Kreditnehmers befürchten. Dann liefern Produzenten keine Nahrungsmittel mehr aus, weil sie annehmen, diese selbst zu brauchen. Anders als beim Interbankengeschäft kann der Lebensmittelhandel aber nicht von den Zentralbanken „gerettet“ werden, weil derzeit weder die Fed noch die EZB oder andere Geldhersteller Grundnahrungsmittel aus dem Nichts schöpfen können. Der Dominoeffekt eines realwirtschaftlichen Mangels kreist dann mit seinem ganzen Verheerungspotenzial rund um den Globus wie eine herrenlose Kreissäge. Ob ich darauf vertraue, dass viele Staaten dann ihr in internationalen Übereinkommen gegebenes Versprechen halten, bei Hungersnöten die Versorgung von Krankenhäusern und Altenheimen erst nachrangig zu erwägen, weiß ich noch nicht. Die Vorstellung, dort würden dann ausgerechnet jene verhungern, die wir mit der aktuell coronabedingt verursachten Weltkrise schützen wollten, ist mir entsetzlich.

„Reuters“ – „Argentine corn export suspension not expected to lower local food prices -meat chamber”


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Coronavirus

Mehr von Carlos A. Gebauer

Über Carlos A. Gebauer

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige