20. Dezember 2020

Orwell hatte (leider) recht Ignoranz ist heute wohl wirklich Stärke

Und beinahe unverhohlene Drohungen nennt man heute „Ethik“

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: Jordan L'Hôte/ Wikipedia George Orwell: Seine Prophezeiungen sind bereits Realität

Es bedarf nun wirklich keiner Erwähnung mehr, dass die Zeit, in der wir leben, offenbar völlig verrückt geworden ist. Dies gilt nicht nur für die totalitär-technokratischen Maßnahmen der Politik zur „Pandemiebekämpfung“, die in Wahrheit natürlich einem erzwungenen Umbau der Gesellschaft, des Lebens, Arbeitens und Wirtschaftens dient, einem „Great Reset“, wie man mühelos in Büchern wie „Covid-19: Der große Umbruch“ aus der Feder von Darth Schwab, Leiter des Weltwirtschaftsforums, schwarz auf weiß nachlesen kann, sondern auch – darin mit dem knüppelhart-totalitären Charakter dieser Agenda allerdings voll und ganz im Einklang – für so manche Äußerung von Vertretern regierungsamtlicher oder von diesen abhängigen Institutionen.

Nun schrieb Prof. Dr. Wolfram Henn, Mitglied des „Ethik“-Rates der Bundesregierung – sofern Zeitungsmeldungen heutzutage überhaupt noch zu trauen ist, gerade wenn es um den Technokraten-Traumbefeuchter namens SARS-CoV-2 geht – einen „Brandbrief“ an sogenannte „Corona-Leugner“ und andere „Skeptiker“ in Bezug auf das bereits widerlegte offiziöse Corona-Narrativ, in dem er ganz unverhohlen gedroht haben soll, dass Menschen, die sich der Impfung verweigern, im Krankheitsfall auf alle Notfallmaßnahmen verzichten müssten.

Zumindest behauptet das die nicht unbedingt für Seriosität bekannte „Bild“ in einem Artikel vom 18. Dezember 2020. Gleich im ersten Satz schlägt Redakteur Hans-Jörg Vehlevald die Hacken so laut zusammen, dass die historische Distanz zwischen, na, ich sage mal, „damals“ und heute vor Schreck restlos verpufft: „Es ist eine Mahnung an Menschlichkeit und Verantwortung jedes Deutschen. Und eine knallharte Ansage an alle, die sich dennoch dem Impfen verweigern!“ Alles für die Reichsgesundheit, schon klar. „Wir“ haben eine Verantwortung! Aufrechte Deutsche haben keine Skepsis! Es geht ums Überleben des Volkskörpers!

Haben die Irrenanstalten des Landes Tag der offenen Tür, oder was ist los? Denn diese „Impfskepsis“ ist überaus berechtigt. Weshalb ich der Meinung bin, dass man bei solchen Äußerungen – wie gesagt, sofern das Blättchen hier korrekt berichtet – von einer unfassbaren Drohung, ja eigentlich schon fast von „indirekter“ Nötigung und Erpressung sprechen könnte.

Warum ist die „Zögerlichkeit“ berechtigt? Weil erstens noch gar nicht feststeht, ob und wie dieser Impfstoff überhaupt wirken wird, sprich, wie effizient er vor Infektionen schützen kann (darüber werden in der Welt der Wissenschaft – der echten, meine ich, nicht der auf massenmediales Niveau reduzierten und in politischem Interesse höchst selektiv amputierten – sehr lebhafte Kontroversen geführt), zweitens weil die Covid-19-Impfstoffe im Hauruckverfahren und ohne ausreichende Testung eingeführt wurden und drittens weil noch nichts bekannt ist über mögliche Langzeitfolgen bzw. -nachwirkungen. Normalerweise werden Impfstoffe jahrelang getestet, es werden klinische Studien durchgeführt und so weiter – bei „Corona“ hingegen wurden sie (laut offizieller Lesart zumindest ...) in neun Monaten durchgewunken.

Es ist daher nur zu verständlich – gerade vor dem Hintergrund so mancher Impfskandale der Vergangenheit –, wenn viele Menschen Zweifel, vielleicht sogar Ängste haben und sich fragen, ob sie sich einen möglicherweise unausgereiften Stoff verabreichen lassen sollen, der schlimmstenfalls sogar gesundheitliche Schäden zeitigen könnte.

„In Großbritannien und den USA“, hieß es in einem Artikel der „Welt“ vom 19. Dezember 2020, „sind die Impfkampagnen angelaufen, vier Menschen reagierten mit allergischen Schocks. Das sei kein Grund, sich nicht impfen zu lassen, sagen Experten. Doch die Impfstoffe wurden unter hohem Zeitdruck geprüft.“

Eben drum. Es ging alles erstaunlich schnell, manche sagen verdächtig schnell, es gibt keine ausreichende Sicherheit, was die üblichen Testprozeduren betrifft. Und was viele sogenannte „Experten“ von heute betrifft, schweige ich jetzt besser, sonst schreibt mein Blutdruck mir gleich auch einen Brandbrief. Es soll ja schon vorgekommen sein, dass bei einigen dieser „Fachleute“ Interessenskonflikte vorlagen – politische oder (pharma-) finanzielle ...

Vor so einem Hintergrund den Leuten mehr oder weniger zu drohen (!), es könne passieren, dass sie im Falle einer Verweigerung der Impfung auf medizinische Hilfe verzichten müssten, ist, gelinde gesagt, eine sprachlos machende Sauerei.

Habe ich das richtig verstanden? Und so jemand ist Mitglied eines Rates für Fragen der „Ethik“? Merkwürdiger Humor. Jedenfalls ist es nicht meiner.

Dabei spreche ich noch gar nicht von der nach wie vor ungeklärten Frage des Ursprungs dieses Virus – auch darüber werden in der (echten!) Wissenschaft weiterhin quicklebendige Debatten geführt, die in der hiesigen Presse natürlich samt und sonders, naja, „vergessen“ wurden, auch nicht von der Zuverlässigkeit der RT-PCR-Tests, über die man ebenfalls ganz vorzüglich streiten kann, und auch nicht von der – mit dem Testverfahren zusammenhängenden – Glaubwürdigkeit der offiziös vermeldeten Infektions- und Todeszahlen.

Um es angesichts der erwartbaren Vorwürfe klarzustellen: Ich bin ganz sicher kein „Wissenschafts“- oder „Fortschrittsfeind“. Und auch kein „Skeptiker“ in dem Sinne, dass ich die Errungenschaften der modernen Medizin rundherum ablehnen und gemäß einer naiven „Zurück auf die Bäume“-Romantik das Rad komplett zurückdrehen würde, im Glauben, man könne jede Krankheit dieser Welt mit ein paar Tropfen Veilchenöl oder zerstampften Rosenblüten kurieren. Wer – so wie ich im Mai 2020 – von einem Notfallwagen des Nachts ins Krankenhaus gebracht werden musste, weil eine nekrotische Gallenblase ihm das Leben zunehmend zur Hölle machte, was leider erst spät – beinahe zu spät – richtig diagnostiziert wurde, wer kurz davor stand, aufgrund dieses im Körperinneren fröhlich vor sich hin zerfallenden Organs von einer schweren Blutvergiftung das Lebenslicht ausgeblasen zu bekommen, und von einem fähigen Chirurgen in einer dreistündigen Notoperation davon befreit wurde, der ist froh und dankbar für diese Errungenschaften.

Ich lehne auch Impfungen nicht pauschal ab. Was jedoch Covid-19 betrifft, existieren überaus berechtigte, bislang unbeantwortete Fragen zu den Impfstoffen. Diese einfach abzuwinken, obendrein in dieser unfassbaren Manier – tja, wenn ihr euch nicht impfen lasst, na dann verreckt doch einfach im Krankheitsfall –, das sollte gerade einem „Ethikrat“ tiefe Denkfalten in die Stirn treiben.


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