20. November 2020

RezensionMax Reinhardt: Mein erster Halbmarathon

21,1 Kilometer in der Coronakrise

Artikelbild

Corona ist die Zeit der dicken Bäuche und des Sofaheldentums. Wer das anders sieht und die Zeit lieber nutzt, um seinen Körper zu stählen, könnte sich das 48 Seiten starke Werk „Mein erster Halbmarathon – 21,1 Kilometer in der Coronakrise“ von Max Reinhardt zur Inspiration und Anleitung zulegen. Das für schlanke 4,89 Euro erhältliche Büchlein erzählt die Geschichte des Autors, der als ehemaliger Berufssoldat im Jahr 2008 mit einer chronischen Entzündung in den Beinen kaum einen Kilometer ohne große Schmerzen laufen konnte. Später kam ein Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen hinzu. Statt sich operieren zu lassen, trieb Reinhardt Kraftsport und machte Krankengymnastik – und entdeckte 2018 schließlich, dass sein Problem mit dem Laufen vor allem an seiner Lauftechnik lag. Nach regelmäßigem Laufen von Vier-Kilometer-Strecken verabredete er schließlich Anfang 2020 mit einer Freundin, gemeinsam Ende April einen Halbmarathon zu laufen. Und dann kam Corona. An dieser Stelle streut Reinhardt einige offene Überlegungen und Reflexionen zur Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen ein. Dabei entpuppt sich der Autor als selbstbestimmter, kritischer und freiheitsliebender Geist mit Faible für Ernst Jünger und seinen „Waldgang“. Die persönlichen Passagen und gesellschaftlichen Reflexionen tun dem Werk gut. Der nüchterne, schlichte Stil mit kurzen Sätzen und kaum Ausschmückungen wird durch sie aufgelockert und sie ermöglichen eine Verbindung zum Autor. Im weiteren Verlauf berichtet Reinhardt dann von seinen Erfahrungen in Sachen Lauftechnik, Geisteshaltung beim Laufen, seines Trainingsplans und schließlich von seinem ersten Halbmarathon mitten in einer Pandemie. Alles ganz unprätentiös, authentisch und ohne Anspruch auf ein Geheimrezept. Das Werk beginnt mit dem Satz „Ich bin kein Läufer“ und endet, na klar, mit einem Ernst-Jünger-Zitat. Mehr muss man nicht wissen – wohltuend „andere“ Fitness-Literatur ohne marktschreierische Versprechungen.


„Max Reinhardt: Mein erster Halbmarathon: 21,1 Kilometer in der Coronakrise“ bei amazon.de kaufen


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

Dossier: Literatur

Autor

Robin Claasen

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige