30. August 2020

Corona und die wirtschaftlichen Folgen Pandemie oder Plandemie? Es spielt keine Rolle!

Im sozialistischen Gleichschritt in Richtung Zerstörung des verbleibenden gesellschaftlichen Wohlstands und der Sozialsysteme

von Max Reinhardt

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Bildquelle: Grace21 / Shutterstock.com Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind: An Hunger, nicht an Corona

Ist Corona eine großangelegte Verschwörung der Pharmaindustrie oder höhere Gewalt? Oder stecken die Echsenmenschen und die CIA dahinter? Vermutlich werden wir es nie erfahren – und es spielt auch keine Rolle. Pandemie oder Plandemie, die echten Probleme sind andere, und die vielleicht größte Gefahr an Corona ist die Ablenkung von eben diesen echten Problemen. Bevor mir daraus jemand jetzt den Corona-Leugner-Strick drehen will: Ich beziehe mich im Folgenden auf die offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI). Ob diese Zahlen stimmen oder nicht – das kann ich nicht beurteilen. Ich beziehe mich auf die RKI-Zahlen, weil sie als das Maß des Schreckens gelten – und sie sich genau wegen ihres offiziellen Charakters ideal für meine Argumentation eignen. Also nehmen wir mal an, dass diese Zahlen stimmen und die Corona-Toten wirklich Corona-Tote sind – einfach als Arbeitshypothese.

An Corona (oder mit?) sind laut RKI in Deutschland bisher 9.272 Menschen gestorben (Stand 24. August 2020). Laut RKI erkranken weltweit jedes Jahr rund zehn Millionen Menschen an Tuberkulose, wovon etwa 1,5 Millionen Menschen sterben. Jedes Jahr. Jeden Tag sterben in Deutschland rund 2.600 Menschen an Herzinfarkt, Krebs und Verkehrsunfällen (Quelle: „Berliner Zeitung“). Das sind im Jahr 949.000 Tote in Deutschland. Und alle zehn Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung (Quelle: unicef.de). Und noch mal: An Corona (oder mit?) sind laut RKI in Deutschland bisher 9.272 Menschen gestorben (Stand 24. August 2020).

Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu diesen Zahlen hin oder her, Fakt ist: Corona beherrscht das Land und, den Medien nach zu urteilen, die ganze Welt. Unsere Aufmerksamkeit ist bei Corona – und zwar ganz unabhängig davon, ob wir rechtsesoterische Aluhut-Nazis oder gehirngewaschene Schlafschafe sind. Ganz offensichtlich ist unserer Aufmerksamkeit nicht bei den Kindern, die alle zehn Sekunden sterben. Alle zehn Sekunden ein Kind ... das sind pro Tag: sechs pro Minute, 60 x 6 = 360 pro Stunde, 24 x 360 = 8.640 pro Tag. Es sterben als pro Tag fast so viele Kinder an Unterernährung, wie in Deutschland insgesamt bisher an oder mit Corona gestorben sind. Pro Jahr sind das dann 3.153.600 tote Kinder.

Dazu noch die 1,5 Millionen Tuberkulose-Tote, die Verkehrstoten, Kriegsopfer und und und. Wir könnten noch viele andere Zahlen des Schreckens ausrechnen und uns die Haare raufen. Das würde vielleicht Corona etwas in die richtige Perspektive rücken, aber nichts daran ändern, dass Menschen sterben. Sind sie immer und werden sie immer. Du und ich, lieber Leser, wir werden auch sterben. Ich bin froh, dass ich nicht als eines der 3.153.600 jährlich an Hunger sterbenden Kinder geboren wurde und hoffentlich noch viele Jahre vor mir habe. Aber ich werde sterben, darauf ist Verlass. Und du und deine Lieben auch. Und weil das so ist, weil der Tod zum Menschsein dazugehört, ist es auch klar, dass wir über all diese vielen menschlichen Tode, die jedes Jahr, jeden Tag, um uns herum stattfinden, im Alltag nicht viel nachdenken. Die Lebenden haben wenig Zeit für die Toten. Und dennoch: Wie sieht Corona wohl aus der Perspektive eines der verhungernden Kinder aus, die in den nächsten Monaten der Corona-Krise noch sterben werden?

Aber genug von sterbenden Kindern, die interessieren nun mal nicht, genauso wie die Abermillionen Todesopfer des sozialistischen Gulags, Killing Fields und Kulturrevolutionen im 20. Jahrhundert kaum jemanden interessieren – während Deutschland Schritt für Schritt in Richtung EUSSR marschiert. Nur die Todesopfer des deutschen Nationalsozialismus spielen medial und politisch eine Rolle – die des chinesischen, kambodschanischen und sowjetischen Sozialismus sind vergessen. Wer noch etwas mehr Grauen zur Ablenkung von anderem Grauen möchte, kann ja mal Holodomor googeln. Oder sich das Schwarzbuch des Kommunismus durchlesen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir interessieren uns letztlich nicht für Tote und für die Vergangenheit und lernen deswegen auch nicht aus den wirklich großen Fehlern. Wir interessieren uns für das, wofür wir uns interessieren sollen. Und die Medien wollen, dass wir uns für Corona interessieren – nicht für die 8.640 Kinder, die jeden Tag verhungern und auch nicht für 949.000 Deutsche, die jedes Jahr an Herzinfarkt, Krebs und Verkehrsunfällen sterben. Und erst recht nicht für die historisch selbstevidente Tatsache, dass Staatssozialismus tötet und es wirklich keinen guten Grund gibt, es immer und immer wieder auszuprobieren.

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Corona – egal ob Pandemie oder Plandemie – lenkt erfolgreich von den wirklich großen Problemen ab. Auf die Welt bezogen, wie anhand der verhungernden Kinder und der 1,5 Millionen Tuberkulose-Toten pro Jahr illustriert, und konkret auf Deutschland bezogen. Deutschland befindet sich noch in einer Wohlstands-Illusion und Wohlfühlblase – doch diese Blase wird platzen. Kein Berliner oder Brüsseler Papiergesetz kann ökonomische Gesetzmäßigkeiten und die Logik menschlichen Handelns außer Kraft setzen. Und wenn eine Volkswirtschaft systematisch Anreize setzt, um Leistungsträger zu vergraulen und Leistungsempfänger anzuziehen, dann hat das Konsequenzen.

Jedes Jahr wandern Abertausende Leistungsträger aus Deutschland aus – kein Wunder bei einer Zwangsabgabenquote von dauerhaft über 50 Prozent (siehe steuerzahler.de) –, und gleichzeitig wandern jedes Jahr Abertausende Leistungsempfänger in unsere Sozialsysteme ein. Dazu kommt die demographische Entwicklung Deutschlands, und es ist glasklar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Sozialsysteme zusammenbrechen. Wenn immer weniger Nettosteuerzahler immer mehr Leistungsempfänger ernähren müssen, dann steigt unweigerlich die Zwangsabgabenquote – und vergrößert damit den Anreiz zur Auswanderung der Leistungsträger noch weiter. Aktuell gibt es in Deutschland noch rund 15 Millionen Nettosteuerzahler (Quelle: „Neue Zürcher Zeitung“). Vor Kurzem waren es noch rund 18 Millionen. Bald werden es weniger als 15 Millionen sein. Bei rund 83 Millionen Einwohnern. Anreizstrukturen und die Logik menschlichen Handelns …

Unsere Regierung hat eine ganz wunderbare Abwärtsspirale konstruiert, und kein Gelddrucken der Welt kann diese Abwärtsspirale aufhalten. Der restliche noch vorhandene Wohlstand in Deutschland hält diese Gesellschaft zusammen, überdeckt die Konflikte, die überall unter der Oberfläche lauern, und ist der Kitt zwischen den vielen gegensätzlichen Interessen. Doch das Geschäftsmodell unserer Regierung zerstört diesen Wohlstand systematisch. Einfach gesagt besteht dieses Geschäftsmodell lediglich darin, dem Nettosteuerzahler 1.000 Euro wegzunehmen, sich davon 200 Euro in die eigene Tasche zu stecken und dann 800 Euro umzuverteilen und sich so Stimmen für die nächste Wahl zu kaufen. Das funktioniert jedoch nur, solange es genug Nettosteuerzahler gibt. Und umso weniger es werden, desto schneller dreht sich die Abwärtsspirale. Das bringt uns nun zur Inflation.

Eine Regierung hat zwei Einnahmequellen: die Zwangsabgaben und das Gelddrucken. Logischerweise steigt die Bedeutung des Gelddruckens mit zunehmender Zerstörung der Volkswirtschaft. Wenn ich weniger Zwangsabgaben vereinnahmen kann, muss ich eben mehr Geld drucken. Historische Beispiele gibt es ja genug, gerade hier in Deutschland. Zusätzliches Geld zu drucken, kann jedoch unmöglich gesellschaftlichen Wohlstand erhalten oder aufbauen – weil Geld nur ein Tauschmittel ist. Geld ist nur etwas wert, solange man dafür Waren und Dienstleistungen bekommt. Sobald die Menschen das Vertrauen in ihre jeweilige Währung verlieren, schwindet jedoch ihre Bereitschaft, das Staatsgeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren und ihre Waren und Dienstleistungen gegen eine zerfallende Währung einzutauschen. Es entsteht eine zweite Abwärtsspirale, in der der Vertrauensverlust ins Staatsgeld infektiös wird und erst mit dem Tod der Währung endet.

Die Regierung weiß sich aber nicht anders zu helfen. Sie muss immer mehr Geld drucken, je mehr sie die Volkswirtschaft ruiniert. Desto weniger Zwangsabgaben sie vereinnahmen kann, desto mehr Geld muss sie drucken, um ihre eigenen Leute zu bezahlen und die Bevölkerung bei Laune halten zu können. Doch umso mehr Geld sie druckt, desto mehr leidet die Volkswirtschaft unter dem Inflationsdruck, was die Anreize zur Auswanderung der Leistungsträger weiter vergrößert und die soziale Abwärtsspirale weiter beschleunigt.

Eine Regierung kann dann versuchen, die Auswanderung der verbliebenen Leistungsträger zu unterbinden – die Mauer lässt grüßen –, doch das kann den Zerfallsprozess nur bremsen, nicht aufhalten. Es geht dabei immer um Anreizstrukturen. Wenn sich Leistung nicht lohnt, weil man einen zu großen Anteil der Früchte seiner Arbeit unter Zwang abgeben muss, dann wird eine Bevölkerung auf lange Sicht weniger leisten – was die Ausbeutungsrendite für die Regierung reduziert und somit über mehr Gelddrucken den Inflationsdruck erhöht –, was als schleichende Enteignung bzw. finanzielle Repression den Anreiz zur Leistung und damit die Produktivität der Bevölkerung und somit die Ausbeutungsrendite weiter senken –, was den Anreiz zum Gelddrucken für die Regierung weiter erhöht. Und so weiter, bis zum Zusammenbruch.

Die Frage, ob eine Masken- bzw. Maulkorbpflicht in Supermärkten usw. Sinn macht oder nicht, wird irrelevant, sobald es in den Supermärkten nichts mehr zu kaufen gibt. Die Frage, ob sich die Pharmaindustrie auf illegitime Weise an Impfstoffen bereichert, wird irrelevant, sobald es nichts mehr zu ergaunern gibt. Die Frage, ob Corona eine Pandemie oder eine Plandemie war, ist irrelevant, solange wir am sozialistischen Kurs der letzten Jahre und Monate festhalten und unsere Volkswirtschaft und unsere Sozialsysteme ruinieren.

In ihrer Rede vom 21. Januar anlässlich der Verleihung des Henry-Kissinger-Preises sagte Merkel: „Ich habe schon damals in der DDR von Lenin gelernt: Zwei Schritte vorwärts, einen zurück – wenn es gut läuft.“ Gut für wen?

In jedem Fall marschieren wir zunehmend im sozialistischen Gleichschritt in Richtung Zerstörung des verbleibenden gesellschaftlichen Wohlstands und der Sozialsysteme. Mehr als jede zweite gesetzliche Rente – 56,2 Prozent – liegt bereits unter 1.000 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei hervor. Ein Drittel aller Rentenbezieher erhält demnach weniger als 700 Euro im Monat. Und die Babyboomer gehen erst noch in Rente. Dann wird es auch keine 15 Millionen Nettosteuerzahler mehr geben und die große Abwärtsspirale wird sich mit rasender Geschwindigkeit drehen. Die Corona-Krise wird dann vergessen sein. Genauso wie die unzähligen Stunden unserer kostbaren Lebenszeit, die wir für Unwichtigkeiten verschwendet haben, anstatt eigenverantwortlich für die Zukunft vorzusorgen. Vielleicht ist es schon längst zu spät, aber wenn die Regierung noch etwas zum Guten wenden möchte, dann muss sie eine ganz simple Tatsache anerkennen: Ein guter Parasit tötet seinen Wirt nicht.

Die politische Klasse müsste einsehen, dass ihre eigene parasitäre Gier zum Tode ihres Wirts, der Volkswirtschaft, führen wird und sie somit letztendlich nicht nur das Leben der Bevölkerung, sondern auch ihr eigenes zerstört. Die politische Klasse müsste einsehen, dass sie deutlich weniger Blut saugen und die Zügel lockerlassen muss, wenn sie noch viele weitere Wahlperioden etwas zu saugen haben möchte.

Natürlich kann man zu Recht argumentieren, dass der zunehmende Widerstand in der Bevölkerung gegen die Corona-Maßnahmen Teil des Widerstandes gegen die DDRfizierung Deutschlands ist. Ganz offensichtlich spalten die Maßnahmen die Bevölkerung und emotionalisieren – beide Seiten. Doch sowohl Aluhüte als auch Schlafschafe haben am Ende nichts davon, ihre jeweiligen Positionen durchzusetzen, wenn darüber das Wesentliche aus den Augen verloren wird und, mit oder ohne Maske, die Supermärkte leer und die Wohnungen verkommen sind.

Zwei Schritte vorwärts, und einen zurück … so hat Merkel das von Lenin gelernt. Und übertragen auf die aktuelle Situation bedeutet das: Zwei Schritte Grundrechte einschränken und zwei Schritte finanzielle Repression vorwärts – und dann, sobald der Gegendruck groß genug ist, einen Schritt zurück. Durch diesen Schritt zurück wird sich der Widerstand dann als Gewinner fühlen, lockerlassen und selbstzufrieden das Leben als Wirt im golden lackierten Plastikkäfig fortsetzen – während die Parasiten kräftig weitersaugen, solange es nur irgendwie geht.


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