12. Mai 2020

Das Forum „Beyond Gender Agenda“ kämpft für „Diversity und Inklusion“ Deppenförderung, ganz oben angesiedelt

„Wer seinen Mitmenschen nicht zu dienen in der Lage ist, will sie beherrschen“

von Michael Klonovsky

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Deppenförderung: „Diversität und Inklusion“

Vor ein paar Jahren war es schwer vorstellbar – und ist es in zurechnungsfähigen Weltgegenden heute noch und wahrscheinlich immerdar –‍, dass nicht Fähigkeiten, Intelligenz und Qualifikation, sondern Geschlecht, Rasse und Sexualverhalten für die Besetzung von Führungsposten ausschlaggebend sein sollen. Inzwischen sind die zahlreichen windigen Initiativen zur Diversifizierung lukrativer Jobs kaum mehr auseinanderzuhalten; insofern ist es nahezu löblich, dass jemand sie bündelt. „Beyond Gender Agenda“ nennt sich eine neue Plattform – gottlob kommt mein liebes Deutsch als Hirnwäsche-Rotwelsch und Gesellschaftstransformations-Gaunersprache auch hierzulande immer mehr aus der Mode –‍, auf die mich Leserin *** hinwies. Es handelt sich um ein Forum für „Diversity & Inclusion“, dessen Gründerin, der PR-Fachmensch Victoria Wagner, soeben ein Interview auf „Welt Online“ gab.

„Wir haben uns auf die Fahne geschrieben“, erklärt die wonnige Diversity-Schildmaid dort, „Diversität und Inklusion in der DNA von führenden börsennotierten und mittelständischen Unternehmen zu verankern und damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes langfristig zu sichern. Wir wollen bei der Besetzung von Vorstandspositionen und Aufsichtsratsmandaten endlich Chancengleichheit sicherstellen für Führungskräfte anderen Geschlechts, Alters, kultureller Herkunft, sexueller Orientierung und Geschlechteridentität.“ Als Ziel ihres marktbereinigenden Strebens nennt sie einen „kulturellen Wandel“ und „Mindshift“. Wie sie dazu kommt, sich in die Arbeit von Unternehmen einmischen zu wollen, und was sie dazu befähigt beziehungsweise legitimiert, darüber erfahren wir von unserer Volkskommissarin für Benachteiligten-Inklusion leider nichts; die Interviewerin erkundigt sich auch nicht danach; man wird gleich erfahren, warum.

Leserin *** schreibt, man brauche nur die lange Liste der „Partner“ zu studieren, um zu wissen, was uns da ins Haus stünde: VW, FDP, Miele, Microsoft, Bertelsmann-Stiftung, Burda, Commerzbank, Deutsche Post DHL, Twitter, Völklinger Kreis, Bundesverband schwuler Führungskräfte, sogar „Welt“, „Handelsblatt“ und „Süddeutsche“ sind mit von der Partie – was dem Interview in der „Welt“, an dessen Ende die Kooperation diskret erwähnt wird, eine verschwiemelte Note verleiht. Außerdem kooperiere diese Wohlmeinensmafia mit der Uhlala Group, und das „ergibt ein Gehirnwäschepotential nie dagewesenen Ausmaßes. Bei Uhlala mischen auch ‚Zeit Online‘, Axel Springer, Pro Sieben Sat.1 mit und, besonders bedrohlich: Arvato, jene Bertelsmann-Tochter, die Facebook nach Anstößigem ‚durchsucht‘ und dieses Anstößige ‚überprüft, bewertet und gegebenenfalls löscht‘ (Wiki früher, heute ‚prüfen‘ sie nur noch). Das ‚Beyond Gender Agenda‘-Geleitwort stammt von Bundesminister Jens Spahn. Man ist ganz oben angesiedelt.“

Von der unstatthaften Einmischung in die theoretisch immer noch freie Wirtschaft durch sozialistische Zwangsmaßnahmen abgesehen, ist jede Art von Förderung nach Gruppenzugehörigkeit Deppenförderung (von den Förderungsforderern selber einmal abgesehen). Förderungswürdig sind Begabungen, Intelligenz, Fähigkeiten – ausgenommen natürlich Hilfen für wenig Begabte oder aus sozialen Gründen im „Basket of deplorables“ (Hillary Clinton) Gelandete, aber denen böte man ja keine Spitzenjobs an. Im Übrigen: Ich bin begierig, einmal eine Frau kennenzulernen, die trotz nachweisbarer Fähigkeiten wegen ihres Geschlechts in ihrer Karriere behindert, also diskriminiert wurde, und ich meine nicht im Iran oder bei den Saudis. Normaler Konkurrenzkampf ist übrigens keine Diskriminierung, auch wenn viele Karrieremädels gleich zu weinen anfangen, wenn sie über eine Falte im roten Teppich gestolpert sind.

Hadmut Danisch, der zu diesem Thema seit langem, wenn auch in etwas ruppigem Ton, alles Entscheidende vorträgt (gerade wieder in einem Text über die Hinterwäldlerisierung der deutschen Informatik durch Frauenförderung), hat Frauenquoten einmal trefflich als „Strafzölle auf Männer“ definiert und die Frage gestellt, was von einer Förderung und Privilegierung zu halten sei, die viele Jahre lang unter multimedialem Fanfarenschall betrieben wird, aber praktisch ergebnislos bleibt.

Eine Antwort gab Ludwig von Mises: „Dieser ganzen fanatischen Verteidigung von Planwirtschaft und Sozialismus liegt oft nichts anderes zugrunde als das insgeheime Bewusstsein der eigenen Minderwertigkeit und Ineffizienz. Menschen, die sich ihrer Unfähigkeit im Wettbewerb bewusst sind, verachten dieses ‚kranke Konkurrenzsystem‘. Wer seinen Mitmenschen nicht zu dienen in der Lage ist, will sie beherrschen.“

„Beyond Gender Agenda“

Interview mit Victoria Wagner auf „Welt Online“: „‚Eine gläserne Decke – wie aus Titan‘“

Hadmut Danisch: „Das schmierig-opportunistische Zeitgeist-Geschwätz des Ranga Yogeshwar“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Gender Mainstreaming

Mehr von Michael Klonovsky

Über Michael Klonovsky

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige