08. April 2020

Zweifel an der offiziellen chinesischen Corona-Statistik Die Toten von Wuhan

Dreiste Fälschungen sind typisch für Kommunisten

von Vera Lengsfeld

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Bildquelle: shutterstock Corona in China: Große Zweifel an den offiziellen Zahlen

Wenn man sich bei Kommunisten über eines sicher sein kann, dann darüber, dass sie einem ohne rot zu werden ins Gesicht lügen. Und zwar eher als Regel denn als Ausnahme. Denn Fakten oder gar die Wahrheit über einen Vorgang liegen in der Deutungshoheit der Partei. Dies gilt bei Katastrophen natürlich in verschärfter Weise.

Ein klassisches Beispiel ist die in der Sowjetunion selbstverschuldete Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – eine brillante Sky-Original-Serie zeichnete diese jüngst minutiös nach. So leugneten die lokalen Genossen 1986 die totale Reaktorzerstörung zunächst sogar gegenüber Moskau. Auch die Gefahren durch den offenen Kern und weitere mögliche Folgekatastrophen wurden vor der Bevölkerung und den Feuerwehr- und Rettungskräften geheim gehalten. Und natürlich dann die Todeszahlen gemeinsam aufs Übelste gefälscht – das Thema dieses Textes. Bis heute verloren durch die Katastrophe von Tschernobyl nach offizieller KP-Statistik weniger als 50 Menschen ihr Leben. In Wahrheit waren es konservativen Schätzungen nach 10.000 bis 30.000. Aber Totenzahlen sind natürlich hochpolitisch. Übrigens bis heute, wo auch Kernkraftunterstützer weiterhin mit den total unrealistischen Opferzahlen der Sowjetkommunisten agieren, obwohl auch bei einer realistischen Betrachtung von Tschernobyl die Gesamtbilanz der Atomkraft immer noch sehr ordentlich wäre (warum die Ukraine als Nachfolgestaat sich dieser Geschichte nicht angenommen hat oder nicht annehmen konnte, ist dann noch eine andere Diskussion).

Kommen wir also zu den Opferzahlen bei der Covid-19-Krise. Stand Sonntag, 5. April, 18 Uhr zählen die sechs momentan am meisten betroffenen Länder folgende Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus: USA circa 9.000, Spanien circa 12.500, Italien circa 15.000, Frankreich circa 7.500 und Deutschland circa 1.500 – und das Ursprungsland des Virus, China: circa 3.300, das sind die offiziellen Zahlen, davon laut Peking 2.500 aus Wuhan (alle anderen Zahlen von den Seiten der Johns Hopkins University).

Können die Zahlen aus Xi Jinpings kommunistischer Diktatur stimmen? Berichte aus der am härtesten betroffenen Herkunftsregion Wuhan lassen daran massive Zweifel aufkommen.

Die große Mehrheit der Han-Chinesen in China ist nicht geprägt durch eine der gängigen Weltreligionen – dafür ist der familienbezogene Ahnenkult von großer Bedeutung. Ein großer Tag ist dabei das Qingming-Fest, im Englischen „tomb sweeping holiday“ („Festtag des Gräberfegens“) – der Feiertag fiel in diesem Jahr auf den 4. April. Im Vorfeld dieses wichtigen Ahnenfeiertags muss der Tradition folgend die Asche der Toten in den Familien sein. Deshalb versuchten auch die Behörden von Wuhan, die Asche der Toten aus der Krise den jeweiligen Familien zur Verfügung zu stellen. Was sie dabei nicht bedacht haben, wurde von einer chinesischen Nachrichtenagentur berichtet und ist dann weltweit reflektiert worden (siehe zum Beispiel die unten verlinkten Artikel im „Time Magazine“). Durch die Ausgabe der Urnen in Wuhan konnte man die Dimension der Todesfälle ahnen (aufgrund der schieren Menge und der Wartezeiten) und abschätzen. Ein grober Überschlag der beobachteten und hochgerechneten Zahl der ausgegebenen Urnen im Raum Wuhan ergibt nach Abzug der durchschnittlichen Todesraten eine grobe Abschätzung. Und die liegt bei geschätzten 30.000 zusätzlichen Krisentoten im Bereich Wuhan, Tote, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in ziemlich unmittelbarem Zusammenhang mit dem Virus und der Krise stehen. 30.000 statt 2.500 – solch dreiste Statistikfälschungen sind eigentlich typisch für Kommunisten, wie das eingangs erwähnte Beispiel aus der Sowjetzeit belegt, aber man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass wir über die heutige Zeit und ein Land reden, das gerade in Europa regelmäßig als Partner, wenn nicht sogar als Vorbild herangezogen wird, zum Beispiel in der mittlerweile ja schon surreal aus der Zeit gefallenen Klimadebatte, die uns bis gefühlt gestern noch so auf Trab gehalten hat.

„Time“: „Report of Urns Stacked at Wuhan Funeral Homes Raises Questions About the Real Coronavirus Death Toll in China“ (Englisch)

„Time“: „China Says It’s Beating Coronavirus. But Can We Believe Its Numbers?“ (Englisch)

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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