11. März 2020

Meike Lobo über Überbevölkerung Lobotomie

Sehnsucht nach dem Tod der Alten

von Holger Finn

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Bildquelle: shutterstock Nach Ansicht von Meike Lobo schlimmer als das Virus: Überbevölkerung

Sie ist die Frau an seiner Seite, eine Frau, die wie so viele im Schatten eines großen Mannes leben muss, sich aber danach sehnt, dieselbe ungerechtfertigte Aufmerksamkeit zu bekommen wie ihr Mann. Der trägt auch in höherem Alter Irokesenkamm, und er arbeitet als geborener Blogger, Buchautor, Journalist und Werbetexter daran, der deutschen Mehrheitsgesellschaft die Maske vom Gesicht zu reißen. Jeder soll sehen, dass darunter Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stecken, für die Sascha Lobo schon Jahre vor dem Abfall Thüringens den Begriff „Latenznazi“ erfunden hat.

„Latenznazi“ ist eine Bezeichnung für Menschen, die keine Nazis sind, aber anderer Meinung als Lobo. Sie ist keine Bezeichnung für Menschen, die menschenverachtende Phantasien pflegen, wie es Lobos Frau Meike tut, die sich selbst „Übergangsministerpräsidentin der Herzen“ und der „nächste Charles Darwin“ nennt. Meike Lobo, geschlagen mit einem Namen, der nach Mann klingt, macht im Internet keine Mördergrube aus dem, wo andere ein Herz haben. Dass am Coronavirus vor allem alte Menschen sterben, hält die Betreiberin des Blogs „Frau Meike sagt“ etwa für einen Umstand, der niemanden weiter betrüben muss. Alte stürben eben, das sei ganz normal, nun stürben etliche von ihnen eben etwas früher. Und das sei sogar ein großes, großes Glück.

Denn was Meike Lobo umtreibt, ist die Angst vor der Überbevölkerung. Immer mehr Menschen überall, eine „Müllschwemme“ (Lobo), die die Erde an ihre Kapazitätsgrenze bringt. Ist es da nicht eigentlich ganz erfreulich, wenn ein Virus mal durchwischt und das unwerte ältere Leben ausradiert? Es entlastet die Umwelt und die Sozialsysteme, und es bliebe mehr Platz für Meike Lobo, die jung genug ist, sich im Mendel-Rennen um die Corona-Auslese gute Chancen ausrechnen zu dürfen.

Früher schon hat Meike Lobo sich zum Hass bekannt. „Ich mag Menschen nicht, aber ich verbringe viel Zeit mit dem Versuch, sie zu verstehen“, schrieb sie, „danach drehe ich meist durch.“ Im Januar versuchte sie dann, einen Artikel mit dem Titel „Wie man angesichts der Weltlage nicht den Verstand verliert“ zu schreiben. Dann aber merkte sie selbst, dass das gelogen wäre, und konzentrierte sich ganz darauf, ihre Menschenverachtung in Kurzbotschaften bei Twitter zu verpacken: Die nächste Darwin plädiert für das Überleben der Stärkeren und für keine Träne bei denen, die Oma, Opa oder Eltern verlieren.

Deutsche wissen das seit Hitler: Sind die Alten, Kranken und Behinderten erst mal tot, geht es der Population insgesamt besser, sie wird durch das „Ausmerzen“ (Franz Müntefering) der unnützen Esser innerlich gestärkt, und ohne den „Menschenmüll“, der überall herumschwappt, haben die Hipster aus Berlin-Mitte wieder freien Blick auf die nächste Followermillion. „Menschheit retten und Planeten retten und möglichst viele Menschen retten, schließt sich aus“, hat Meike Lobo errechnet.

Meike Lobo ist treue SPD-Wählerin, weil ihr Urgroßvater Sozialdemokrat war. Der Mann hieß Johann, und er verblutete im Zweiten Weltkrieg in einem Lazarett, wo man eine Wunde an seinem Handgelenk, die ein Granatsplitter geschlagen hatte, zu nachlässig verbunden hatte. Das war lange bevor Meike Lobo auf die Welt kam. Aber aus Sicht der Betroffenen wohl eben doch zu spät: Die Saat, aus der Meike später spross, war schon gelegt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politplatschquatsch“.


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