30. Januar 2020

Äußerung von Trumps Anwalt Alan Dershowitz Über Impeachment und andere Dummheiten

Endlich spricht‘s einer klar und deutlich aus

von Axel B.C. Krauss

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Bildquelle: shutterstock Dient immer sich selbst, nicht dem Volk: US-Präsident

Erfrischend, wirklich sehr erfrischend. Endlich mal wieder eine der wenigen, ja ich muss leider fast schon sagen: heuer extrem rar gewordenen Stimmen zu hören, die nüchtern-realistische Kommentare abgeben statt nur noch abstoßender politischer Bigotterie, alarmistisch bewusstlos geschlagener Klimakrakeelerei oder, um ein ganz aktuelles Beispiel zu nennen, ebenso hysterisierten Corona-Gejaules. Statt erst mal kühlen Kopf zu bewahren und nachzudenken, Informationen zu sammeln, die in die Lage versetzen könnten, halbwegs faktenbasierte, vernünftige Einschätzungen abzugeben.

Nun hat Trumps Anwalt Alan Dershowitz dem nur noch grotesk lächerlichen Affentheater, auf das sich vor allem die deutsche Restpresse stürzt wie ein Fettsüchtiger auf Junkfood, den überfälligen Dämpfer verpasst dadurch, die massenlobotomedialen Geschmacksverstärker durch eine kerngesunde Position Realismus zu neutralisieren. Mann, es wurde aber auch Zeit.

Und das schreibe ich nicht, weil ich Trump-Jünger wäre. Meine Meinung dazu ist klar. Für mich ist Politik – und genau darauf spielte auch Dershowitz nun an – generell ein, wie soll ich sagen, Drecksbetrieb, eine unmoralische, unethische Kloake. Zu hart? Mag sein. Ich bin zu diesem Urteil jedoch nicht durch irgendwelche „Ressentiments“ oder „Vorurteile“ gekommen, sondern durch Erfahrung. Erfahrung, die regelmäßig durch Enthüllungen über allerlei politische Schweinereien bestätigt wurde – und zwar hüben wie drüben.

Dershowitz sagte: „Jeder Präsident stellt seine Interessen vor die des Volkes.“ Bingo. Genau so ist es. Und das beileibe nicht erst seit Trump. Gerade deshalb ist es gerade aus politikgeschichtlicher Sicht auch so unendlich dumm – aber ja, schlicht dumm, oder von mir aus doof, blöd und bescheuert –‍, des Weiteren hochgradig lächerlich und offenbar völlig geschichtsvergessen, wenn diverse Journasen nun so tun, als sei Trump wegen der sogenannten „Ukraine-Affäre“ quasi der größte Verbrecher, der je im Oval Office Platz nahm.

Man braucht doch nur daran zurückzudenken, welche Verbrechen aufs Konto eines Obama gingen, nicht zuletzt die Zerstörung Libyens; was, um noch mal schnell auf die ebenso albernen Vorwürfe der „russischen Einflussnahme“ auf die US-Präsidentschaftswahl von 2016 zurückzukommen, ein Clinton sich in puncto ausländischer Einmischungen aufgeladen hat, in seinem Fall in Form sehr großzüziger chinesischer Spendengelder für seine Wahlkampagne; man könnte freilich auch die Kriegsverbrecher Franklin D. Roosevelt, Lyndon B. Johnson und Harry Truman an den Pranger stellen oder einen Blick auf die Verwicklungen Reagans in die Iran-Contra-Affäre werfen; oder wie wäre es denn bitte mit den Verstrickungen der Bush-Männer, was ehemals geheime, mittlerweile aber zum Glück aufgedeckte Absprachen mit ausländischen Staatsführern wie zum Beispiel einem Saddam Hussein betrifft, oder ihre Beteiligungen am internationalen Drogenhandel; wer noch etwas weiter in der Geschichte zurückreisen möchte, kann sich gerne auch Woodrow Wilson vornehmen, den „Präsidenten der Bankiers“, der den Amerikanern – und nicht nur ihnen – eine gewisse Zentralbank aufs Auge drückte, deren schiere Existenz, viel mehr noch ihre Geldpolitik sich als einer der größten, fatalsten Fehler des letzten Jahrhunderts herausstellte.

Man könnte Richard Nixon erwähnen, gerne auch einen Gerald Ford oder einen Jimmy Carter, mir wurscht, solange man dabei im Blick behält, dass, wie Dershowitz völlig richtig anmerkte, sämtliche dieser Herrschaften so ihre „Leichen im Keller“ haben.

Es wäre deshalb echt dufte, könnten so manche Journalisten-Laiendarsteller Schlands jetzt vielleicht mal wieder ihren Job anständig machen, statt den nicht nur falschen, sondern wie gesagt nur noch affigen und dämlichen Eindruck aufrechterhalten zu wollen, Trump bilde diesbezüglich nun die große Ausnahme, die besonderer kriminalistischer Sorgfalt bedürfe.

Entschuldigung, aber jetzt zieht mal den Daumen aus dem Mund. Politik ist keine Villa Kunterbunt. Sie operiert seit jeher und auch heute noch mit zuweilen allerschmutzigsten Methoden.


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