30. Januar 2020

Freiwilliges Zusammenleben statt Staat Die heilige Familie

Der wahre Kreditgeber letzter Instanz

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Sollte nicht glücklich machen, sondern nützlich sein: Familie

Ohne etwa der Liebe, der Treue, der Loyalität, dem Respekt und der Achtung ihre Plätze absprechen zu wollen, glaube ich doch, dass nicht ausschließlich diese Werte es sind beziehungsweise ihr viel beklagter Wegfall, der Familie scheitern lässt.

Familie war ursprünglich etwas fundamental anderes als das, was viele heute darin sehen. Familie war mehr und weniger zugleich. Weniger Gefühlsveranstaltung, mehr unpersönliche Einrichtung. Sie war ein Stand, ein Amt. Familie war nicht dazu gedacht, einen glücklich zu machen, sondern einem zu nutzen. Sie ist jene Institution, auf die einer sich am Ende verlassen können sollte. Gefühle, Hormone und pädagogische Parolen von „Hauptsache Bezugsperson“ werden ihrer Würde nicht gerecht und werden die Bürde nie stemmen können, egal wie sehr der von hergebrachten Konventionen „befreite“ Mensch es zu leben versucht. Er scheitert. Die Statistiken bestätigen es.

Man muss nicht bleiben. Keiner zwingt einen. Man will vielleicht nicht einmal bleiben. Aber man bleibt dennoch. Freiwillig. Man bleibt als Vater und Tochter, als Onkel und Nichte, als Cousin und Enkelin, als Großmutter und Großvater. Das ist Familie.

Vor diesem Hintergrund leuchtet es ein, dass solche Gemeinschaft seit hundert Jahren via „Familienpolitik“ dekonstruiert, lächerlich gemacht und zerrissen werden soll. Familie, wo sie solcher Stand ist, ist stets potentielle Reaktion und Rettung, Kraft und Keimzelle von Widerstand gegen Eingriffe von außen. Sie ist ewiger, Geschlechter und Regierungen überdauernder Wert. Sie ist der wahre Kreditgeber letzter Instanz. Nie der Staat.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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