10. Dezember 2019

Thanksgiving Sieg der Marktwirtschaft über die Planwirtschaft

Die Kolonie Plymouth als gescheitertes sozialistisches Experiment

von Markus Blaschzok

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Bildquelle: Jean Leon Gerome Ferris (1863–1930)/Wikimedia Commons Sieg der Marktwirtschaft: Erstes Thanksgiving 1621 (Abbildung nicht einmal ähnlich, aber schön)

Am 28. November feierten die USA ihr alljährliches Thanksgiving-Fest, doch die wahre Geschichte der Kolonisten und des ersten Erntedankfestes ist kaum bekannt. Dieser Feiertag erinnert jedes Jahr aufs Neue an den Sieg der Freiheit und der Marktwirtschaft über die Sklaverei und die Gemeinwirtschaft.

Die ersten beiden britischen Kolonien der Neuen Welt waren Jamestown und Plymouth. Beide waren utopische sozialistisch organisierte Gemeinschaften, die jämmerlich scheiterten. Die ersten Kolonisten besaßen kein Eigentum, während Arbeit und Ertrag vermeintlich gleichmäßig geteilt wurden. Die Aufgaben wurden den Siedlern, wie in jeder Planwirtschaft, entsprechend ihren vermeintlichen Fähigkeiten zugewiesen. Die Abschaffung des Privateigentums entpuppte sich als äußerst dumme Idee und hatte fatale Konsequenzen, die heute auch als die „Tragik des Allgemeinguts“ bekannt sind. Wenn jeder Anspruch auf alles hat, dann trägt niemand die Verantwortung für irgendetwas. Ohne Privateigentum war und fühlte sich niemand verantwortlich für die Saat und die Ernte, weshalb Raubbau betrieben wurde und sogar unreife Pflanzen gestohlen wurden. Ohne eigenen Besitz agierte niemand nachhaltig, und es wurde weder für schlechte Zeiten noch zur Kapitalbildung gespart.

Egal wie viel und wie hart jemand arbeitete, der Lohn war nie mehr als der jener, die wenig oder nichts leisteten. Es war daher rational, dass Männer und Frauen zunehmend die Arbeit verweigerten und nur noch das machten, wozu sie mit Gewalt gezwungen wurden. Die Siedler schoben Krankheiten vor, und Frauen blieben lieber daheim bei ihren Kindern, anstatt zu arbeiten, da sie keinen direkten Vorteil daraus gehabt hätten.

Die Ernteerträge kollabierten, und so kam es, dass binnen zwei Jahren die Hälfte der Kolonisten in harten Wintern den Hungertod starb und die Menschen von Ratten lebten, während Diebstahl und Gewalt grassierten.

Da die Kolonie kurz vor ihrer Auslöschung stand, warf der ihr Gouverneur William Bradford die sozialistische Idee über Bord und erlaubte jedem Mann, Getreide für seinen eigenen Haushalt anzupflanzen. Dazu musste jeder Familie eine eigene Parzelle Land zugewiesen werden, die von da ab ihr Privateigentum war. Plötzlich begannen die Menschen wieder zu arbeiten, und selbst Frauen schnallten ihre Kinder auf den Rücken und begannen mit produktiver Feldarbeit. Binnen nur zweier Ernten hatten sie mehr, als sie benötigten, und die Kolonie blühte auf. Gouverneur William Bradford schrieb: „Das (Freiheit und Privateigentum) hatte so großen Erfolg und machte alle Hände sehr fleißig, so dass mehr Getreide gepflanzt wurde als zuvor.“ – „Statt den Hungertod gab Gott ihnen nun Überfluss.“

Da die Pilger nun das Eigentum an ihrer Produktion und den Produktionsmitteln hatten, sparten und investierten sie, während sie begannen, mit den Früchten ihrer Arbeit Handel zu treiben. Der Marktpreis war auch damals sofort das wichtigste Steuerungsinstrument für die Produktion. Hatten die Kolonisten beispielsweise zu viel Getreide angebaut und zu wenig Kohl, so war der Marktpreis für Kohl relativ zum Getreide teuer. Dieser hohe Marktpreis und der daraus resultierende höhere Gewinn für die entsprechend investierte Arbeitszeit veranlassten die Bauern, bei der nächsten Aussaat mehr Kohl statt Getreide anzubauen. Auf diese Weise regelte der Marktpreis automatisch die Produktion entsprechend der Nachfrage optimal zum bestmöglichen Preis.

Den Überfluss, den die Kolonisten nun erfuhren, feierten sie mit ihren indianischen Nachbarn, die sich mit fünf gejagten Hirschen an den Feierlichkeiten beteiligten, während die Kolonisten Gemüse, Fisch und womöglich einige wilde Truthähne beisteuerten. Diese Feier ist der Ursprung des heutigen Thanksgiving-Feiertages in den USA.

Die amerikanischen Pilgerväter lernten lange vor Marx, dass die Gemeinwirtschaft eine unmögliche und dumme Utopie ist. Was in einer kleinen Kolonie von 100 Personen nicht funktioniert, wird im großen Maßstab ebenso scheitern, nur wird die Zahl der Toten entsprechend höher sein. Die Gemeinwirtschaft, unabhängig von der Größe des Experiments, vernichtet Wohlstand, Wachstum, Fleiß und Eigenverantwortung. Die fehlende Preisbildung sorgt dafür, dass die Produktion fehlgeleitet wird, was Verschwendung erzeugt und den Kapitalstock gänzlich zerstört.

Die Sowjetunion wiederholte mit dem Kommunismus dieses Experiment, was den Tod von 45 Millionen Menschen sowie die völlige Zerstörung der Wirtschaft und Gesellschaft nach sich zog. Dieses und alle anderen gescheiterten planwirtschaftlichen Experimente beweisen, dass gleiches Einkommen unabhängig von der Leistung sich zwar fair anhört, jedoch unfair ist. Gewalt und Fremdbestimmung gegen freie Menschen sind immer Unrecht und enden in letzter Konsequenz immer nur in Leid, Hunger und Tod.

Moralisch ist eine Handlung immer nur dann, wenn sie auf Freiwilligkeit beruht. Gemeinwirtschaften erzeugen durch den Mangel, den sie schaffen, unsoziales Verhalten. In Wohlfahrtsstaaten mit hoher Steuerlast fühlen sich Unternehmer und Privatleute nicht mehr verantwortlich für das Wohl anderer, denn das sei ja die Aufgabe des Staates, wofür man sehr viele Steuern zahle. In freiheitlichen beziehungsweise kapitalistischen Gesellschaften sind die Menschen hingegen herzlicher und verbundener und zeigen wirkliche Nächstenliebe, was die Spendenbereitschaft der US-Amerikaner beweist.

Die Kolonie Plymouth und alle freiheitlichen beziehungsweise kapitalistischen Gemeinschaften in der Geschichte der Menschheit haben bewiesen, dass die Freiheit des Individuums, das Recht auf Privateigentum, die Vertrags- und Redefreiheit, Eigenverantwortung und die Begrenzung staatlicher Macht die Garanten für Wohlstand, Frieden und freiwillige Nächstenliebe sind.


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