12. November 2018

Räterepublik 1918 und Ende des Goldstandards Der Anfang des sozialistischen Niedergangs

Edelmetalle sind das Geld freier Menschen

von Markus Blaschzok

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Hat ihren Wert bis heute behalten: Goldmünze aus der Kaiserzeit

Am 9. November 1918 nahm das Schicksal der Deutschen eine tragische Wende. Der Sozialist Philipp Scheidemann (SPD) hatte an diesem Tag die Deutsche Republik ausgerufen und war damit maßgeblich am Verrat und Sturz des deutschen Kaisers und Königs von Preußen, Wilhelms II., beteiligt. In den 48 Jahren nach Gründung des Deutschen Kaiserreichs hatten Wilhelm I. und sein Enkel Wilhelm II. Deutschland vor der Machtergreifung der Sozialisten in der Demokratie, die letztlich immer den Hang zu mehr Sozialismus hat, bewahrt.

Sofort griffen die Sozialisten zu den Waffen und bildeten nach dem Vorbild der Russischen Sowjetrepublik Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin, München, Hamburg, Bremen und dem Ruhrgebiet. Das Ziel war die Zerstörung der deutschen Wirtschaft durch die Verstaatlichung aller Schlüsselindustrien (Kohle, Eisen, Stahl und Banken) im Sinne von Marx und nach sowjetrussischem Vorbild. Wenige Wochen später wurden nach sowjetischem Vorbild offiziell Räterepubliken in Bremen, Mannheim, Braunschweig sowie in Bayern (München, Augsburg, Fürth, Rosenheim, Würzburg) proklamiert, womit die Kommunisten die Macht für sich beanspruchten. Im März 1919 nahmen die Reichswehr und Freiwilligen in Freikorps den Kampf gegen die Kommunisten auf, und es kam zu einem kurzen blutigen Bürgerkrieg in den deutschen Großstädten.

In Russland wurden nach der Machtergreifung der Sozialisten alle Regimegegner und alle Intellektuellen hingerichtet. Nur aufgrund des Umstandes, dass Menschen Brillen trugen, wurden sie als potenzielle Regimegegner von Sozialisten ermordet. Den freiheitlichen patriotischen Kräften in Deutschland gelang es jedoch, anders als in Russland, die Kommunisten niederzuschlagen, und so konnte ein wahrscheinlich ähnlich gearteter Genozid an den Deutschen verhindert werden. An diesem Beispiel zeigt sich auch, wie wichtig der Waffenbesitz für jedermann für ein freies Volk ist. Die Sowjets hatten mehr Zeit für die Machtergreifung und so erst die Bevölkerung entwaffnet, bevor der Staat die nun hilflosen Menschen zu vielen Millionen unterdrückte und ermordete. Nachdem die kommunistische Gefahr in Deutschland abgewehrt worden war, trat am 14. August 1919 die neue Verfassung der Weimarer Republik in Kraft, deren Scheitern aufgrund des Versailler Diktats jedoch vorprogrammiert war.

Wirtschaftliche Blütezeit im Goldstandard

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 beziehungsweise mit der Novemberrevolution fand die Blütezeit Deutschlands ihr Ende und ein sozialistischer Niedergang folgte, der bis heute anhält. Der Goldstandard wurde in den westlichen Ländern größtenteils ausgesetzt, um so den Krieg über die Druckerpresse finanzieren zu können. Die implizite Staatsquote in der Bundesrepublik beträgt heute nach Schätzungen circa 70 Prozent des Einkommens, wobei die verdeckte Enteignung durch die Inflation mittels finanzieller Repression noch nicht berücksichtigt ist. Eine starke Mittelschicht und eine gesunde gesellschaftliche Entwicklung sind so nicht mehr möglich.

Im Kaiserreich von 1871 bis zum Kriegsbeginn 1914 hielt sich der Staat mit Eingriffen in die Wirtschaft hingegen eher zurück, und so betrug die Staatsquote in dieser Zeit nur zehn bis 14 Prozent. Nie mehr danach genossen die Deutschen nur annähernd so viel Freiheit wie im Kaiserreich. Die Quote der Selbständigen war sehr hoch, und die Wirtschaft explodierte förmlich im internationalen Vergleich. So wuchs der deutsche Außenhandel von 1887 bis 1907 um 250 Prozent. Dies war definitiv ein Verdienst der Monarchie in Deutschland, die für Stabilität sorgte und eine langfristige auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik verfolgte. In der Demokratie ist genau das Gegenteil der Fall, da ständige Neuwahlen kurzfristig über Emotionen und immer größere Wohlstandsversprechen gewonnen werden, die letztlich zu immer höheren Steuern und immer mehr Staat führen.

Dazu kam im Kaiserreich der Goldstandard, der den Deutschen 44 Jahre lang Preisstabilität brachte. Jeder war in der Lage, ähnlich in den damaligen USA, durch Fleiß und harte Arbeit reich zu werden, da die Steuern gering und der Geldwert stabil waren. Staatsanleihen rentierten durchschnittlich zu vier Prozent während der gesamten Zeit des Deutschen Kaiserreichs, und endogene Wirtschaftskrisen waren unbekannt.

Es ist für die meisten Menschen heute unvorstellbar, dass ein Laib Brot heute noch so viel wie 1870 kosten könnte, wäre der Geldmarkt frei und nicht staatlich gelenkt, wie er es heute ist. So kostete beispielsweise im Goldstandard im Jahr 1900 ein Kilogramm Brot 0,46 Mark und 1913 immer noch 0,46 Mark.

In der neuen geldsozialistischen Welt des staatlichen Papiergeldes und der staatlichen Notenbanken hat sich der Preis für ein Kilogramm Brot im gleichen Zeitraum von 1,32 D-Mark im Jahr 1970 auf 2,80 D-Mark im Jahr 1983 um 112 Prozent mehr als verdoppelt. Bis heute stieg der Preis für ein Kilogramm Brot seit 1970 sogar um mehr als 700 Prozent an. Dies führt den Kaufkraftverlust des Papiergeldes deutlich vor Augen.

Gold als Geld gab es natürlich schon viel länger, und im Vereinigten Königreich gibt es offizielle Preisstatistiken seit dem Jahr 1661. Diese zeigen, dass es während 253 Jahren im dortigen Goldstandard keinerlei Inflation gab, sondern die Preise in England stabil blieben. Die natürliche Ausweitung der Goldmenge entsprach in etwa dem Produktivitätsfortschritt, was für diese überragende Kaufkraftstabilität sorgte.

Inflation ist kein marktwirtschaftliches oder natürliches Phänomen. Inflation ist eine Politik der heimlichen Besteuerung der Menschen über die künstliche Ausweitung der Geldmenge im staatlich erzwungenen Geldmonopol. Diese Inflationspolitik sorgt dafür, dass gerade die Schwächsten in der Gesellschaft keine Möglichkeit mehr haben, Kapital zu bilden, und die Mittelschicht seit der Zunahme der Inflation in den 70er Jahren zunehmend verschwindet.

Die österreichische Definition von Geld

Die Österreichische Schule der Nationalökonomie sieht im Euro eine Währung, jedoch kein Geld. Ihre Definition ist viel enger, als sie von heutigen linksgerichteten Ökonomen vorgenommen wird. Banknoten, Scheidemünzen, Buchgeld und so weiter sind nach Auffassung der Österreicher nur Geldsurrogate, also jederzeit fällige sichere Forderungen, die zwar die gleiche Funktion wie Geld erfüllen können, doch niemals als Geld bezeichnet werden dürfen. Als Geld wird eine Ware, wie zum Beispiel die Edelmetalle Gold und Silber, definiert, was in noch genauerer Betrachtung als „Sachgeld“ bezeichnet wird. Alle restlichen Erscheinungsformen werden hingegen als „Kreditgeld“ oder „Zeichengeld“ eingeordnet.

Gold – die erste europäische Gemeinschaftswährung

Jeder hat dieses eine vermeintliche Argument der Euro-Befürworter bereits einmal gehört, dass der Euro die erste europäische Gemeinschaftswährung sei, ein Ergebnis zentralistischer Politik. Angeblich ist der durch die EZB gesteuerte Euro ein riesiger Segen für die Wirtschaft und die Menschen, da Unternehmen ohne Wechselkursrisiko planen und investieren und die Menschen europaweit mit der gleichen Währung zahlen könnten.

Es ist zwar richtig, dass Wechselkursveränderungen ein Risiko für Unternehmer darstellen, doch können sich Unternehmen dagegen auch am Markt absichern. Natürlich ist es auch bequemer, überall mit der gleichen Währung zu zahlen, doch ist der Euro wirklich die erste Gemeinschaftswährung in Europa? Nichts könnte ferner der Wahrheit sein als diese Behauptung, denn der Goldstandard war die erste nicht nur europaweite, sondern weltweite Gemeinschaftswährung, die den Unternehmern ebenso Kalkulationssicherheit gab und den Menschen weltweit eine Zahlung mit dem gleichen Geld ermöglichte.

So waren beispielsweise vor 1914 nicht die Mark, das Pfund, der Franc oder der US-Dollar das Geld, sondern sie waren lediglich Gewichtseinheiten auf Gold. Die Mark war damals ein 2.790stel Kilogramm feinen Goldes, und die Ware Gold war das Geld. Alle Währungen in der westlichen Welt hatten praktisch feste Wechselkurse, und welches Abbild auf die Münze geprägt wurde, war letztlich einerlei, denn alles war das gleiche Gold. Eine Mark war 1910 beispielsweise entsprechend unterschiedlichen Gewichten der anderen Münzen 1,25 Französische Francs, 1,25 griechische Drachmen, 1,25 italienische Lira, 1,25 rumänische Lei, 1,25 Schweizer Franken, 1,17 österreichische Kronen, 0,227 mexikanische Pesos, 0,227 peruanische Soles, 0,227 japanische Yen oder 0,227 US-Dollar. Die Welt hatte durch den freien Markt bis 1914 eine einheitliche Währung und mittels des Gold-Devisenstandards sogar noch bis 1971 eine einheitliche Recheneinheit. Erst die Politiker hatten durch die Abschaffung des Goldstandards und den Zwang zur Annahme staatlichen Papiergeldes dafür gesorgt, dass es überhaupt erst zu Wechselkursschwankungen kam, gegen die sich Unternehmer absichern mussten, oder dass die Deutsche Mark der Bundesrepublik in den USA keine Kaufkraft hatte, während die deutsche Goldmark in den USA damals ebenso Gold war und jederzeit gerne angenommen wurde.

20 Goldmark aus dem Kaiserreich können Sie heute immer noch für 260 Euro verkaufen, was etwa 57 Kilogramm Brot entspricht. 1910 hätten Sie für 20 Goldmark 43 Kilogramm Brot erhalten. Die Kaufkraft der Goldmünze wurde also nicht nur erhalten, sondern sie stieg aufgrund des technischen Fortschritts auch noch an. Banknoten der Weimarer Republik oder des Dritten Reiches sind heute hingegen nichts mehr wert. Auch wenn auf einer Reichsbanknote „Hundert Billionen Mark“ steht, ist sie nichts mehr wert, da ihr intrinsischer Wert das wertlose Papier ist.

Die Schuld an Inflation und Wechselkursrisiken tragen die Politiker und die Staaten, doch nicht der freie Markt oder der Kapitalismus. Alle Papierwährungen sind Schwachwährungen und kehren früher oder später zu ihrem Papierwert, der null ist, zurück, wie zwei beziehungsweise drei Währungsreformen in Deutschland in den letzten 100 Jahren bewiesen haben.

Gold behielt in der Geschichte hingegen immer seinen Wert und wird auch künftig das Geld des freien Marktes und freier Menschen sein. Politiker und Notenbanken wissen das natürlich, weshalb die Zentralbanken bis heute auch Gold halten. Sie verheimlichen dies nur gegenüber der heutigen Bevölkerung, da die verdeckte Enteignung über die Inflationssteuer durch das Papiergeldsystem einigen wenigen enormen Reichtum bringt.

Gold ist Geld und wird Geld bleiben. Es wird alle sozialistischen staatlichen Geldexperimente überleben, und es wird auch den Euro überdauern. Eine staatliche Zwangswährung, die ständig durch das Drucken von neuem Geld gerettet werden muss, ist keine Währung, auf die man sich verlassen kann, und sie ist schon zweimal kein Geld. Gerade jetzt, da die Europäische Zentralbank bewiesen hat, dass sie zu allem bereit ist, um den Euro zu retten, sollte man seine Schäfchen in eine starke Währung tauschen. Die EZB wird, sobald die Probleme in der Euro-Zone wieder zutage treten, sofort wieder neues Geld drucken und den Papier-Euro entwerten. Ich empfehlen Ihnen deshalb, jetzt in das Geld des freien Marktes zu wechseln und sich Ihre Ersparnisse auch für die nächsten zehn Jahre zu sichern. Die Gefahr einer starken Entwertung oder eines Zerbrechens der Euro-Zone ist groß. Sollte es so weit kommen, wird jedermann Gold und Silber haben wollen, und enorme Gewinne sind dann sogar möglich.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blaschzokresearch.de.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Gold und Silber

Mehr von Markus Blaschzok

Über Markus Blaschzok

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige