26. November 2019

Eine vielleicht nicht ganz abwegige Geschichte über die Psychose der Annalena Baerbock Politische Fehlentscheidungen als Symptome einer Vitaminmangelerkrankung?

60 bis 90 Prozent der Veganer leiden unter Vitamin-B12-Mangel

von Burkhard Voß

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Bildquelle: shutterstock Sein Mangel kann zu Wahn und Halluzinationen führen: Vitamin B12

Die Abenddämmerung in der Boutique war ein klein wenig zu hell. Die Aktivistin setzte ihre Spiegelbrille auf. Nicht nur durch zu viel Helligkeit, sondern auch durch wenig effizientes Verhalten ihrer Mitmenschen war sie in letzter Zeit nervöser geworden. Insgesamt tat die Welt ihrer Psyche nicht mehr gut. Eine Verkäuferin kam zu ihr. Ein schneckenhafteres Tempo war nicht mehr möglich. Endlich stand sie vor ihr.

„Hallo, wie geht es Ihnen?“ – „Schlecht, noch langsamer geht‘s wohl nicht… ich steh seit mindestens 20 Minuten hier und Sie fragen mich, wie es mir geht? Geht‘s noch?“ Die Verkäuferin sprang sofort in den argumentationsfreien Raum. „Was wünschen Sie?“ – „Einen olivgrünen Schal.“ – „Der passt bestimmt gut zu Ihnen. Mal schauen, was wir da so haben.“ Auch die Aktivistin schaute sich um. Allmählich kam sie runter. „Hier, der ist von Day Like, gerade aus Mailand eingetroffen, steht Ihnen bestimmt super.“ „Super“! Diese ständigen Superlative des Neoliberalismus machten sie ganz schwindelig. Doch ein Blick in den Spiegel verriet, dass die Verkäuferin gar nicht so danebenlag. „Ist sogar 50 Prozent reduziert.“ Ihr Halsbereich wurde wärmer. „Gute Empfehlung, den nehm‘ ich.“

Danach huschte sie schnell in ihr Elektroauto, und die Schnäppcheneuphorie verflüchtigte sich in Sekundenschnelle. Die digitalen Steuerungsmechanismen ihres kohlendioxidfreien Automobils waren momentan so defekt, dass sie ganz auf ihr fragiles Selbst angewiesen war. Gas geben funktionierte gut, aufpassen nicht ganz so gut: Die 30er-Zone in Berlin-Charlottenburg wurde mit 80 Stundenkilometern genommen. Der zähfließende Verkehr auf der Leipziger Straße kurz vor dem Potsdamer Platz sorgte für eine deutliche Verzögerung. Der olivgrüne Schal stand ihr wirklich ausgezeichnet, wie sie im Rückspiegel sah, doch dadurch beschleunigte sich ihre Fahrt nicht wirklich. Ob sie dem Rückspiegel einen Smiley zusenden oder ihn abreißen sollte – das grummelte und kämpfte noch in ihrem limbischen System. Das weit entfernte DB-Hochhaus grinste sie von Weitem immer noch frech an. Die Minuten vergingen, nach der 17. war sie kurz davor, einen Espresso Corretto im NH-Hotel zu nehmen, das wenige Schritte neben ihr lag. Diesem Verlangen nicht nachzugeben, ist eigentlich bescheuert, beschwatzte sie wiederum ihr limbisches System. Genau!, sagte sie sich, wenn der Verkehr so gestört ist, sollte ich darauf keine Rücksicht nehmen und meinen eigenen Stiefel durchziehen. Ihr neuronales Belohnungszentrum setzte sich durch. Trotzig riss sie die Handbremse hoch, schaltete weder die Warnblinkanlage ein noch den Motor aus und schwebte zur Bar des NH-Hotels. Plötzlich wurde ihr übel, sie konnte gerade noch mit letzten Kräften einen Stuhl vor dem Hotel erreichen. Plumps, das Kissen sagte nichts. Von nun an saß sie da und bewunderte den zunehmenden Stau vor ihrem E-Auto. Dadurch erfuhr sie einen fast kontemplativen Bewusstseinszustand. Nach einiger Zeit stellte sie fest, dass sie weder Arme noch Beine bewegen konnte. Auch ihr Mund, der sonst mehr auf als zu war, war irgendwie vollständig gelähmt und verschlossen.

„Kann ich Ihnen helfen?“ So eine ähnliche Frage hatte sie heute schon einmal gehört. Ein älterer Herr beugte sich dicht über sie, um eine noch so leise Antwort zu hören, aber er konnte nur ihre etwas altmodischen Stoffschuhe sehen und erkennen, dass das Problem dieser Frau ein paar Etagen höher war. Dann zückte er sein Smartphone und wählte den Notruf, und kurze Zeit später kam der Rettungswagen. Um sie aus dem Stuhl zu lösen, war eine muskelrelaxierende Injektion notwendig. Danach konnte man die Aktivistin mit den schwarzen Haaren und den etwas zu rot geschminkten Lippen problemlos auf die Trage packen und in den Krankenwagen hineinschieben. Dort lag sie nun entspannt und lächelte vor sich hin. Sprachliche Mitteilungen kamen ihr unsinnig vor.

Nach Ankunft in der Notfallaufnahme der Charité stritt sich zunächst der diensthabende Neurologe mit dem diensthabenden Psychiater: „Auch wenn sie dusseliges Zeug redet, ist sie bewusstseinsklar und orientiert, also ein Fall für dich“, meinte der Neurologe. „Falsch“, sagte der Psychiater, „ihre Sensibilitätsstörungen und ihr Reflexmuster weisen eindeutig auf eine organische ZNS-Erkrankung“. Der Mathematiker im weißen Kittel, auch Neurologe genannt, gab etwas gönnerhaft nach, lächelte die meditierende Aktivistin zuversichtlich an und dirigierte in den nächsten zweieinhalb Tagen eine nahezu perfekte neurologische und internistische Klaviatur.

„Gibt‘s eigentlich schon eine präzise Diagnose?“, fragte der Chef seinen Assistenten bei der Visite. „Selbstverständlich. Exogene Psychose bei extremem Vitamin-B12-Mangel durch langjährigen Veganismus.“ – „Das ist ‘ne Diagnose, verursacht durch ’ne fixe Idee. Verdammt noch mal, wer hat eigentlich den Veganismus erfunden?“, das Stöhnen des Chefarztes hatte einen leicht resignativen Touch. Dann fragte er: „Wie heißt sie überhaupt?“ – „Baerbock, Annalena“, schoss es katapultartig aus der rot angemalten Öffnung.

„Liebe Frau Baerbock, das Verhältnis zu ihrer Ernährung sollte ein wenig lockerer werden, wann haben Sie eigentlich den letzten Cheeseburger gegessen?“, meinte er fast verständnisvoll zu ihr. „Den kann ich Ihnen braten, essen müssen Sie ihn schon selbst“, kam es flott aus der Öffnung zurück. „Im Übrigen, warum lieg ich hier, was ist los mit mir?“ – „Wenn Sie Cheeseburger nicht nur braten, sondern auch essen würden, würden sie hier nicht liegen.“ – „Was heißt das jetzt konkret?“ – „Ganz einfach. Durch Ihr jahrelanges Einstopfen von grünen Fasern in Ihren Organismus haben Sie dem Vitamin B12 die Tür vor der Nase zugehauen. Aber Ihr Organismus braucht Vitamin B12. Ist unter anderem in Cheeseburgern drin und in der Muskulatur von Wesen, die draußen mit vier Beinen rumlaufen. Ohne Vitamin B12 zickt Ihr Nervensystem einfach nur herum und sie verkennen die Realität.“

So stand der Chefarzt der Neurologie am Bett. Die Baerbock erreichte er nicht. Da die Klinikleitung Todesfälle durch unterlassene Therapiemaßnahmen nicht ganz so gerne sah, schnürten sich die Fixierungsgurte ein klein wenig enger um die Arme, und die Venen wurden empfangsbereiter für die Infusionsnadel. Vitamin B12 floss hochdosiert hinein, überwand die Blut-Hirn-Schranke, und Frau Baerbock wurde wieder normal.

Plötzlich ertönte eine Stimme aus dem Filmstudio: „Klappe zu und Schluss, das reicht“, rief der ethikelastische Fleischproduzent seinem Regisseur zu. „Mehr brauchen wir nicht. Wenn wir das ins Internet setzen, haben wir der links-grün-veganen Mischpoke schon genug vor‘s Schienbein getreten.“

Eine völlig überdrehte Geschichte? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Folgende Fakten könnten langweilig, aber nicht ganz unwichtig sein: Ein Mangel an Vitamin B12 führt nicht nur zu Sensibilitätsstörungen und Reizbarkeit, sondern auch zu Wahn und Halluzinationen. Die Konzentration an Vitamin B12 in vegetarischer und veganer Ernährung liegt massiv unter dem, was nicht nur ein menschlicher Organismus dringend benötigt. Zahlreiche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass 60 bis 90 Prozent der Veganer unter Vitamin-B12-Mangel leiden. Den höchsten Anteil an Veganern im Bundestag findet man in der grünen Partei. In diesem Zusammenhang war eine interessante Kasuistik im „Arznei-Telegramm“, einem wissenschaftlichen Publikationsorgan für Arzneimittel und Ernährungsstoffe, im Oktober 2019 zu lesen: Eine seit sieben Jahren vegan lebende Patientin entwickelte drei Jahre später eine paranoide Psychose, die mit Antipsychotika behandelt werden musste. Erst nach vier Jahren wurde die richtige Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels gestellt.

Ein wahrscheinlich unerfüllbarer Wunsch an dieser Stelle: Die Naturwissenschaften sollten mal diese Thematik aufgreifen. Denn alles Mögliche wird untersucht, wie beispielsweise der Ovarialzyklus mexikanischer Springmäuse in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Mit etwas mehr Berechtigung könnte man doch auch politische Entscheidungen im Spiegel der Vitamin-B12-Serumkonzentration untersuchen, oder?

Materie und Geist sind enger verflochten, als man glaubt. So soll die Substanz Alkohol wesentlich für die Literatur sein. Hierzu passt gut, dass über 75 Prozent der Literaturnobelpreisträger Amerikas Alkoholiker waren. Bei dem Zuviel an dieser Substanz kam wenigstens Unterhaltsames heraus. Beim Zuwenig an Vitamin B12 sollte man sich auf einiges gefasst machen.

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