22. November 2019

Diskussion um Gesetzgebung zu Schusswaffen Brauchen wir ein schärferes Waffenrecht?

Der Mensch ist es, der eine Gefahr darstellt

von Holger Finn

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Bildquelle: shutterstock USA: Waffen als Teil der Identität

Immer wieder gibt es Terrorakte, Amokläufe. Häufig waren dabei Schusswaffen ein wichtiges Utensil. Wann immer etwas passierte, versuchte die Regierung, das Waffenrecht zu verschärfen. Doch wie sinnvoll ist das? Kann ein schärferes Waffenrecht sinnvoller sein als ein liberales?

Zunächst sei gesagt, dass Deutschland eine der schärfsten Waffengesetzgebungen der Welt hat. Kurios ist dabei, dass selbst Schreckschusswaffen (sogenannte Gaswaffen) nur mit einem Kleinen Waffenschein geführt werden dürfen (zumindest in der Öffentlichkeit). Bei den Gaswaffen handelt es sich letztlich um Spielzeugwaffen. So sind die Modelle für den deutschen Markt nicht vergleichbar mit den Angeboten in Österreich, wo durchweg ein sanfteres Waffenrecht gilt.

Das Thema führt nicht nur in Deutschland zu kontroversen Diskussionen. Das Waffenrecht einzuschränken, beraubt die Bürger der legalen Mittel zur Selbstverteidigung. In der Bundesrepublik Deutschland sind praktisch alle Selbstverteidigungsmittel verboten oder derart in Leistung und Umfang eingeschränkt, dass sie nutzlos sind. Das bezieht sich nicht nur auf Schusswaffen, sondern auch auf Teaser. Letztere sind durchaus effektiv für den Selbstschutz. Allerdings sind die in Deutschland legal erhältlichen Modelle davon weit entfernt.

Nach dem Anschlag in Halle, bei dem ein mutmaßlich Geistesgestörter zwei Menschen erschossen hat, wurden erneut die Diskussionen geführt. Können wir Waffen sicherer machen, muss das Waffenrecht verschärft werden? Einige Experten sagen, es gehe nicht um die Waffen, sondern um den Nutzer. In Deutschland gelten Waffen und damit verbunden auch der Schießsport mittlerweile als ein No-Go, wodurch immer weniger Bundesbürger im Umgang mit Schusswaffen geübt oder versiert sind.

Ohne Waffen weniger Terror

Ohne Waffen weniger Terror – dieses Trugbild hören wir von vielen Gruppen und politischen Vereinigungen gerne und in den unterschiedlichsten Ausführungen. Doch stimmt das wirklich? Waffen dienen dem Selbstschutz eines Landes wie auch der Bürger. Ohne Verteidigung ist ein Land schutzlos, wäre also den Angriffen anderer Länder (auch in der heutigen Friedenszeit) hilflos ausgesetzt. Der Terror orientiert sich nicht daran, ob Schusswaffen legal sind oder nicht. Der Terrorist oder Amokläufer nutzt das, was er bekommen kann. Sind Schusswaffen nicht verfügbar, reicht auch ein Messer, ein Beil, ein Hammer, ein Schraubenzieher, eine Axt. Alles das sind keine Waffen, und diese Gegenstände sind frei erhältlich.

Waffen als Teil der Identität

Der Blick nach Amerika verrät, dass Waffen dort nicht nur dem eigentlichen Selbstschutz dienen, sondern wie selbstverständlich auch zum Teil der eigenen Identität gehören. Für viele Deutsche ist genau dieser Gedanke unvorstellbar. Muss er aber nicht. Denn der Blick in die Staaten verrät auch, dass dort zwar Waffenbesitz zur Normalität gehört, gleichzeitig aber nicht jeder eine Waffe bekommt. Zudem werden immer wieder die hohen Kriminalitätszahlen in Verbindung mit Waffen in die Diskussion geworfen.

So ganz richtig ist das nicht. So zeigen die Statistiken seit Jahren gleichbleibende Werte an, seit 2019 sinken sogar die Vorfallszahlen. Gleichzeitig beinhaltet das Zahlenwerk eine hohe Quote von Suiziden, die das Ergebnis insgesamt verwässern. Unter diesen Punkten erscheinen Waffen in den USA als Selbstschutz durchaus ein Erfolg.

Natürlich ließe sich das US-Recht nicht auf Deutschland übertragen. Doch generell zeigt es, dass eine Verschärfung schnell zum Gegenteil führen kann. In Deutschland fühlen sich viele Bürger nicht mehr sicher. Die Polizei ist zahlenmäßig in den nächsten Jahren kaum präsent. In vielen No-Go-Gebieten gibt es zudem kaum noch Polizeistreifen. Gleichzeitig wurden die legalen Möglichkeiten für die eigene Selbstverteidigung enorm eingeschränkt, so dass der Bürger fast hilflos ist.

Am Ende ist es auch immer der Mensch, der eine Gefahr darstellt, nie die Waffe selbst.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politplatschquatsch“.


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