13. November 2019

Absatzflaute in der Windkraftbranche Um subventionierte Arbeitsplätze ist es nicht schade

Es gibt auch mal gute Nachrichten

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: shutterstock Nicht schade drum: Flaute bei der Windkraft

Politiker und Gewerkschaften sind aufgeschreckt. Der größte deutsche Hersteller von Windstromanlagen, die Enercon GmbH in Aurich, will 3.000 von insgesamt 13.000 Arbeitsplätzen in Deutschland streichen. Den Konkurrenten geht es nicht besser, darunter Sie­mens Ga­me­sa, Ves­tas, Sen­vi­on, Prokon, Windwärts GmbH, Windreich GmbH, Ambau und Nordex. Am deutschen Markt für diese Anlagen herrscht Absatzflaute. Im laufenden Jahr 2019 ist das Neuerrichten von Anlagen um 90 Prozent zurückgegangen. Endlich einmal für die Stromverbraucher eine gute Nachricht. Allerdings: Neue Anlagen werden noch immer aufgestellt.

Angst vor einem „Kahlschlag“ in der Windkraftbranche

Alarmistisch schreibt die besorgte „FAZ“, es wachse die Angst vor ei­nem Kahl­schlag in der gan­zen Bran­che. Sie zitiert den „bekümmerten“ Enercon-Geschäftsführer Hans-Die­ter Kett­wig, laut dem sich an dieser Lage so schnell nichts ändern werde: „Der Kol­laps wirkt nach­hal­tig, der In­lands­markt wird sich nach un­se­rer Ein­schät­zung auf ab­seh­ba­re Zeit nicht wie­der er­ho­len.“ We­gen der Absatzflaute in Deutschland rech­net En­er­con für 2019 mit ei­nem Ver­lust in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he. Laut Kettwig muss sich das Unternehmen ver­stärkt in­ter­na­tio­nal aus­rich­ten. Global beschäftigt es 18.000 Mitarbeiter. Enercon ist der größte deutsche Hersteller. Zu den führenden gehört er auch international.

Wenn weniger Windstromanlagen gebaut werden, ist das ein Grund zur Freude

Außerhalb der Branche und ihrer fanatischen Öko-Lobby in Politik und einschlägigen Organisationen ist der „Kahlschlag“ von vielen Bürgern sehr erwünscht, mehr noch: herbeigesehnt. Die rund 30.000 Windstromanlagen zerstören dort, wo sie massiert stehen, das Landschaftsbild. Sie vernichten Vögel, Fledermäuse und Insekten in großen Mengen. Für sie geopfert werden Waldflächen, die zu schützen und zu erweitern sonst ein politisches Ziel sind. Sie gefährden laut WHO die Gesundheit. Ihre Akzeptanz in der Bevölkerung schwindet. Daher ist es ein Grund zur Freude, wenn der Bau dieser Anlagen nur noch mühsam vorankommt und so schnell wie möglich ganz zum Erliegen kommen würde. Gründe für die Flaute sind lange Genehmigungsverfahren, zu wenige ausgewiesene Flächen, die Regeln des Abstandes zu Wohngebieten und Hunderte Klagen von Bürgerinitiativen. Die Zahl der Bür­ger­initia­ti­ven ge­gen Wind­kraft­pro­jek­te ist in Deutsch­land auf mehr als 1.000 ge­wach­sen. Auch haben neue Subventionsregeln den Wettbewerb unter den Herstellern verschärft.

Die Windstrom-Arbeitsplätze sind subventionierte, also künstliche Arbeitsplätze

Einen besonderen Grund zur Freude über die deutlich geringere Zahl neuer Windstromanlagen haben die Stromverbraucher. Jede nicht gebaute Anlage trägt dazu bei, dass der Strompreis weniger steigt. Denn errichtet werden die Anlagen nur, weil ihnen der Staat den Stromabsatz und einen festen Strompreis garantiert. Es handelt sich um eine umfassende Subventionierung jener, die die Anlagen bauen und betreiben. Diese Subvention erscheint nicht im Staatshaushalt. Zwangsweise zahlen müssen sie die Stromverbraucher über den staatlich garantierten Preis für Windstrom. Es ist eine versteckte Subvention. Nur wegen dieser Subventionierung sind die betreffenden Unternehmen und Arbeitsplätze überhaupt entstanden. Es sind künstliche Arbeitsplätze – eine Ausgeburt von staatlichem Interventionismus pur. Im freien Wettbewerb könnte sich der Strom mittels Wind, Sonnenschein (Photovoltaik) und Vergärungsgas am Markt nicht behaupten, weil er zu teuer ist. Dem muss endlich freie Bahn geschaffen werden. Um subventionierte Arbeitsplätze und Unternehmen ist es nicht schade. Sie haben in der freien Marktwirtschaft nichts zu suchen. Sie müssen wieder weg.

Ein salbungsvolles Wort von Dietmar Woidke

Wie sagte doch Bran­den­burgs Mi­nis­ter­prä­si­dent Diet­mar Wo­id­ke so salbungsvoll: „Die Men­schen vor Ort müs­sen die Nutz­nie­ßer der En­er­gie­wen­de sein – und nicht Op­fer.“ („FAZ“ vom 09.08.2019, Seite 2.) Er bezog sich dabei auf Proteste gegen Windstromanlagen im länd­li­chen Raum und forderte, die be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen zu ändern. Am 1. September hatte er die Landtagswahl zu überstehen. Noch werden die Menschen in Deutschland als Stromverbraucher die Opfer bleiben. Ein Gegner der „Energiewende“ war Woidke nie.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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