12. Oktober 2019

„Vorfälle“ in Limburg und Siegen Willkommensbarbarei und Paralleljustiz

Richterin Elfriede Dreisbach will den Messerstecher nicht entsozialisieren

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: shutterstock Paralleljustiz: Der Täter hat sich entschuldigt

Gegen den Amokfahrer in Limburg, der einen, ich würde sagen: Zwanzigtonner in eine Reihe an der Kreuzung wartender Pkw gefahren und dabei acht Menschen verletzt hat, ist Haftbefehl erlassen worden. Der 32-jährige Syrer ist wegen Drogen- und Gewaltdelikten polizei-‍, aber wegen seiner Herkunft noch nicht medienbekannt (Alltagsrassismus); er soll sich vor der Tat betrunken haben; anschließend zerrte er einen Lkw-Fahrer aus seinem Fahrzeug, setzte sich an dessen Stelle hinters Steuer und hatte Spaß. Unklar sei allerdings, heißt es, ob der Mann aus terroristischen Motiven gehandelt habe – die „Welt“ sprach vor kurzem noch salomonisch von einem „Lkw-Vorfall“ (würde indes nie von einem „MPi-Vorfall“ zu Halle sprechen). Im Grunde ist das aber einerlei, diese Type hatte hier wahrscheinlich schon per se nichts zu suchen und als „polizeibekannter“ Straftäter erst recht jedes Aufenthaltsrecht verwirkt; es handelt sich um einen beliebigen Akteur aus einer Skandalchronik namens „Willkommensbarbarei“.

Zu Siegen wiederum und obendrein in der Hindenburgstraße hat ein junger Türke – aber was heißt obendrein, damals war das Kaiserreich ja mit den Osmanen verbündet, nur mit dem Siegen hat es nicht geklappt –‍, hat also ein junger vermutlich türkischer oder türkischstämmiger Mann einen 41-jährigen Familienvater mit acht Stichen in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt – ich gehe davon aus, dass es ein Türke war, denn nach der Tat setzte er sich in die Türkei ab –‍; ein Einzelfall, der jetzt vor Gericht verhandelt und gütlich beigelegt wurde, in Abwesenheit des unter seinen Verletzungen irgendwie noch rätselhaft leidenden Opfers selbstredend. „Es war letztendlich eine sehr schwere Entscheidung“, sagte die Richterin – es war wieder eine Richterin – Elfriede Dreisbach, bevor sie dem Buben eine harte Bewährungsstrafe aufbrummte. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Haft wegen versuchten Totschlags verlangt, das Gericht kam aber überein, der Verteidigung dahingehend zu folgen, dass es sich „nur“ um eine gefährliche Körperverletzung handle. „Eine Strafe darf nicht zur Entsozialisierung führen“, gab die Richterin – ihr Name ist Elfriede Dreisbach, erwähnte ich das schon? Elfriede Dreisbach – Auskunft über das Milieu, in dem sie ideologisch dressiert wurde; man wolle den jungen Mann überdies nicht aus dem Studium reißen, er hätte „als Typ Probleme im Gefängnis“, und außerdem habe er sich entschuldigt. (Lächelnd ab.)

Es gibt in ‘schland parallel zu den Parallelgesellschaften ersichtlich auch eine Paralleljustiz.

PS: Ich wüsste zu gern, was der Achtfach-Zustecher studiert. Pädagogik? Veterinärmedizin? Islamistik? Kriminalistik? Jura gar?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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