27. September 2019

Alter Feminismus und neuer Sozialismus Nicht rot, nicht braun, nicht bunt – weiblich!

Die politische Agenda spricht jene Gefühle an, die den Frauen zugeschrieben werden

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Wird weiblich: Neuer Sozialismus

Was einst ein Fortschreiten in die Zukunft war, echtes Ringen um und Einstehen für die Rechte der Frauen, ist in den vergangenen Jahrzehnten zu Rückschritt geworden. Mehr noch: Es scheint so, als sei der „neue Sozialismus“, der mit der Abschaffung von Eigentum, Privatem und Individuellem zugunsten des Zugeteilten, Staatlichen und Kollektiven ganz der alte ist, diesmal ein weiblicher.

Denn aller offiziellen Gender-Propaganda zum Trotz werden staatlich und medial fast ausschließlich Eigenschaften und damit verbundene Projekte, Ideen und Personen gefördert und hochgejubelt, die die offiziell verpönten „typisch weiblichen“ Züge und Charakteristika aufweisen oder sich in solche verpacken lassen. Alles „Gute“, sprich: politisch gewollte, kommt weiblich daher.

Bildung, Förderung, Quoten, Investitionen, Projekte – die gesamte politische Agenda spricht in erster Linie jene Gefühle und Bedürfnisse an, die klassischerweise den Frauen zugeschrieben werden. Sicherheit, Weichheit, Einfühlsamkeit, Zartheit, Sorge, Empfindsamkeit, und so weiter. Egal ob Klimapolitik, „Familien“-Politik, Migrationspolitik, Energiepolitik, Verkehrspolitik, Sicherheitspolitik, Bildungspolitik – alles wird unter dem Teppich politischer Dauerbeschallung, wonach es so was wie „weiblich“ und „männlich“ nicht gibt, auf weiblich getrimmt.

Die Exponentinnen dieser nicht existenten Weiblichkeit dann via Medien als die „neuen, starken Menschen“ zu präsentieren, indem man dem Publikum fremdfinanzierte „Kapitäninnen“, Klimaaktivistinnen, EZB- und IWF-Chefinnen, Kommissionspräsidentinnen und Heerführerinnen vorsetzt, die „deutliche Worte finden“, „Taten für sich sprechen lassen“ und „starke Zeichen“ setzen – sich also mit männlichen Eigenschaften wie Risikobereitschaft, Kraft, Sachlichkeit, Unnachgiebigkeit und so weiter schmücken, obwohl ihre Motive und die Resultate ihrer Aktivitäten vermutlich weiblich sind –‍, ist dabei ein genialer Kniff.

Tritt man jedoch einen Schritt zurück und schält die Realität aus den ganzen politischen und medialen Schutzhäuten heraus, bleibt etwas ganz anderes übrig: Frauen, weibische Kindermänner und ein Haufen politischer Opportunisten, deren einziger „Fortschritt“ es ist, Versorger von einst und die von anderen für sie erkämpfte Selbstverantwortung und ‑bestimmung zum Teufel gejagt und verkauft zu haben, an ihre Stelle die Allgemeinheit via Staat zu setzen und das Ganze „Emanzipation“ zu nennen.

Dass, quasi flankierend, alles unterdrückt, zerstört oder verboten wird, was als männlich gilt, männerdominiert ist oder von Männern geschaffen, erfunden, entwickelt wurde, ist dabei nur logisch. Da kann die hundertfach belegte Tatsache, dass „konkurrenzfreies Miteinander“ erst zu „kompetenzfreiem Gegeneinander“ führt und dann zum totalen Amt, zu Denunziation, Armut, Elend und endlosem Kampf, schon mal unter den Tisch fallen.

Ob man das Zerstörungswerk aufhalten kann, ist mehr als zweifelhaft. Sieht man sich die Wahlpräferenzen der weiblichen und verweiblichten politischen Klientel und ihre Forderungen nach Verboten, Bevormundung, Umverteilung und Allversorgung an, kommt man nicht darum herum, sich einzugestehen, dass „wir“ – tritt nicht ein verheerendes Ereignis ein, das Prioritäten über Nacht auf den Kopf stellt – sowohl in Sachen politischer und wirtschaftlicher Freiheit wie auch in puncto Innovation, Bildung, Wohlstand und Selbstbestimmung weit hinter den Punkt zurückfallen werden, an dem die Vorreiterinnen echter Frauenrechte einst zu kämpfen begonnen haben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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