10. Juli 2019

Äußerungen von Annalena Baerbock über Merkels Zitteranfälle Eine Folge des Klimawandels

Ferndiagnosen sind das Spezialgebiet von Politikern

von Burkhard Voß

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Bildquelle: Foto-berlin.net / Shutterstock.com Spezialistin für Bewegungsstörungen: Annalena Baerbock

Wem es schlecht geht, der fragt schon lange nicht mehr seinen Arzt oder Apotheker. Dr. Google ist auch von gestern. Da so gut wie alle gesundheitlichen Probleme eine inzestuöse Verflechtung mit dem Klimawandel eingegangen sind, wendet man sich gleich an das Kompetenzzentrum Annalena Baerbock. Die wendige Surferin auf den Wellen des klimabewegten Zeitgeistes hat sich für Bewegungsstörungen habilitiert.

So entflog ihrem Mundwerk der klimakorrekte Schmetterling, dass Merkels Zitteranfälle irgendwie schon eine Folge des Klimawandels sind. Diese diagnostische Scharfsinnigkeit lässt mich als Neurologen und Psychiater, der für solche Bewegungsstörungen „zuständig“ ist, vor Neid erblassen. Neurologisch-psychiatrische Ferndiagnosen, von denen man sich als Neurologe und Psychiater eigentlich fernhalten sollte, sind nun mal das Ressort von Politikern, je grüner, desto sicherer die Diagnose.

Madame Baerbock, die sich zwischenzeitlich entschuldigt hat, hätte dies besser nicht getan. Denn die neurologische Spezialambulanz für unwillkürliche Bewegungsstörungen der Charité in Berlin ist weiterhin auf der Suche nach Spezialisten, die auch bei unbequemen Wahrheiten nicht den Schnabel halten. Einen mit Lippenstift verzierten schon gar nicht. Assoziieren, schon mal von was gehört, nicht überprüfen, das Nichtüberprüfte in noch engeren kausalen Zusammenhang führen, das Ganze mit medialer Wucht rausposaunen – und fertig! Das ist das Prinzip der Ideologie, auch der der Grünen. Wird auf der Höhe der ideologischen Leidenschaft eine bestimmte Temperatur überschritten, so häufen sich neuronale Funktionsausfälle.

Doch manchmal kommt man im Leben auch ohne Gehirn ganz passabel zurecht, oder wie hat das Albert Einstein einmal formuliert: „Die meisten Menschen brauchen kein Gehirn, ein Rückgrat reicht schon aus.“ Mit diesem argumentationsresistenten Organ ist die grüne Bewegung bis ganz nach oben gekommen. Ihre Wählerschaft ist ebenfalls von Zitteranfällen gepeinigt, allerdings mehr in symbolischem Sinne. Getriggert werden Zitteranfälle bei Grünen durch alles, was sie so stört. Ob nicht-vegane Ernährung, Alkohol, Würste – oder das Konterfei von Alexander Gauland auf einer grünen Parteitasse. Das Reflexniveau auf Rückenmarksebene vermisst sein Gehirn nicht, es genügt sich selbst. Agitation sticht Reflektion. Und mittlerweile ist Annalena Baerbock Oberärztin der Spezialambulanz, und eine rasche Überforderung durch komplexe Bewegungszusammenhänge war schon nach kurzer Zeit nicht zu übersehen. So arbeitet sie nun als Ergotherapeutin in der Abteilung für verhaltensgestörte Kinder, die nur noch „Zehohzwei-Reduktion“ vor sich hinbrabbeln können. Das ist das Wohlfühlklima für Annalena Baerbock, wo sie einer neuen Heldin nach der anderen rote Zöpfe flechten kann.


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