01. Februar 2019

Politische „Mission“ Energiewende Zurück zur Planwirtschaft

Kontrolle über die Bürger ist das Ziel

von Andreas Tögel

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Bildquelle: shutterstock „Alternativlos“: Energiewende

Unschlagbare Erfolgsmodelle waren staatlich geplante Ökonomien ja zu keiner Zeit – völlig gleichgültig, ob sie von orthodoxen oder nationalen Sozialisten geführt wurden und ob sie auf Vier- oder Fünfjahresplänen beruhten. Der Begriff „Planwirtschaft“ hat daher – und zwar zu Recht – einen eher üblen Ruf und wird heute um jeden Preis gemieden. Stattdessen werden von den politischen Führern mit großer Begeisterung Begriffe wie „Mission“ verwendet und/oder auf die „Alternativlosigkeit“ ihrer großartigen Visionen verwiesen.

Im Arsenal machtbewusster „Missionare“ unverzichtbar ist die Behauptung, freie Entscheidungen von Einzelpersonen, wie sie nun einmal eine Marktwirtschaft kennzeichnen, würden zu jenen Problemen führen, die zu lösen dem Staat beziehungsweise dessen mit unbegrenzter Weisheit, Voraussicht und Verantwortungsbewusstsein ausgestatteten Führern oblägen. Tiefe Verachtung für die „egoistischen“ Wünsche und Ziele des Einzelnen und die absolute Geringschätzung der bürgerlichen Freiheit kennzeichnen jeden Zentralbürokraten.

Eingedenk der von der Sowjetunion über Nordkorea, Simbabwe und Kuba bis Venezuela reichenden Vielzahl historischer Fehlschläge propagiert heute auch niemand mehr die Planwirtschaft auf dem Energiesektor, wiewohl deren Existenz ganz offensichtlich ist. Stattdessen beschwören die Obertanen die Notwendigkeit einer „Energiewende“ und schwärmen vom Umstieg auf „erneuerbare Energien“ (was belegt, dass sie im Physikunterricht eine Menge Fehlstunden gesammelt haben). Damit sollen, so der Plan – pardon, die Mission, mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, sondern auch die bekanntlich lebensgefährliche Produktion von CO2 und Feinstaub soll damit verringert oder ganz abgestellt werden. Elektrizität aus Atomkraftwerken ist natürlich tabu, weil uns die, wie man weiß, radioaktiv verstrahlt.

Dass die Menschen halsstarrig darauf bestehen, ihre Eiskästen und Fernsehapparate auch dann zu betreiben, wenn Flaute herrscht und die Sonne nicht scheint (was in Mitteleuropa, speziell des Nachts, fallweise vorkommt), scheint Windrad- und Photovoltaikfetischisten nicht sonderlich zu interessieren. Da in Frage kommende Gewässer in energietechnischer Hinsicht mittlerweile so gut wie vollständig verbaut sind, wird es also nicht ohne kalorische Kraftwerke gehen, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr die nötige Grundlast liefern.

Trotzdem bringt es die Politik fertig, so gut wie alle Intellektuellen und Publizisten als Claqueure ihrer selbstmörderischen energieplanwirtschaftlichen Agenda zu mobilisieren. Der Dieselmotor, das zugleich verbrauchsärmste, effizienteste und in der Gesamtbilanz mit Abstand am wenigsten Schadstoffe emittierende Antriebsaggregat, wird von Leuten madig gemacht, deren Urteil von keinerlei Kenntnissen in Naturwissenschaft und Technik getrübt ist.

Früher oder später wird sich aber dennoch die Erkenntnis durchsetzen, dass Strom sich im großtechnischen Maßstab (zumindest mit der derzeit einsatzfähigen Technik) nicht speichern lässt und der zum Fetisch erhobene Elektrokarren keine Antwort auf die Frage nach der individuellen Mobilität der Zukunft bietet – nicht im Hinblick auf den Kaufpreis und schon gar nicht in logistischer oder ökologischer Hinsicht. Der VW-Boss hat den Preis seines auf dem Reißbrett fertigen Elektro-Kleinwagens eben mit rund 30.000 Euro beziffert, und der mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Tesla Model 3 soll 58.000 Euro und mehr kosten. Angesichts dessen wird sich Otto Normalverbraucher langsam aber sicher die Einsicht eröffnen, dass die staatliche Planwirtschaft 2.0, die dem Bürger oktroyiert, dass er sich gefälligst emissionsfrei fortzubewegen hat (der Strom für den wohlfeilen Elektrowagen fließt schließlich völlig rauchlos aus der Steckdose!), nicht funktioniert. Zumindest dann nicht, wenn er nicht scharf darauf ist, nur noch mit dem Fahrrad oder auf Rollschuhen zu verreisen. Denn 30.000 Euro und mehr für ein Auto auszugeben, wird dem Kleinverdiener nicht möglich sein.

Bis dahin allerdings wird mutwillig eine der für Mitteleuropa wichtigsten Industrien ruiniert, die Landschaft flächendeckend mit potthässlichen Windrädern verschandelt und die individuelle Bewegungsfreiheit drastisch eingeschränkt sein. Letzteres liegt aber wohl ganz im Interesse größenwahnsinniger Politiker und Bürokraten, die nichts so sehr lieben wie die totale Kontrolle über die Bürger.


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