23. Januar 2019

In der niedersächsischen Landeshauptstadt soll Verwaltungssprache künftig geschlechtsneutral sein Hannover ist gendersensibel

Geschriebenes des Oberbevölkerungsmeisternden an die Bürgenden

von Michael Klein

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Bildquelle: shutterstock Dürfen sich in Hannover demnächst alle angesprochen fühlen: Geschlechter

Liebe Bürgende, liebe Hausende,

die Verwaltenden der Hausenden (in der Folge: Bevölkernden) Hannovers sind nun gendersensibel Sprechende.

Den Bevölkernden Hannovers entsteht durch die Maßnahme der Verwaltenden kein Vorteil. Viel wichtiger: Es entsteht den Bevölkernden Hannovers dadurch auch kein Nachteil. Die Entwicklung der Verwaltenden der Bevölkernden Hannovers zu gendersensibel Sprechenden kann somit für sich reklamieren, dass sie im Gegensatz zu anderen Aktionen von im Auftrag der Verwaltenden Maßnehmenden keine Nachteile, keinen Schaden für die Bevölkernden Hannovers zur Folge hat. Die Verwaltenden der Bevölkernden Hannovers gehen mit der Zeit.

Forschende haben gezeigt, dass Sprechende oder Schreibende dann, wenn sie gendersensibel sind, Worte zu Sätzen verbinden, die Hörenden oder Lesenden des Verstehenden berauben. Verwaltende der Bevölkernden Hannovers versprechen sich somit weniger Verstehende, als Konsequenz weniger Einsprechende und deshalb das eigene Fortbildende zum von Bevölkernden ungestört Faulenzenden. Vieles Erfahrende wissen, dass Gendersprechende und Genderfordernde das Lobende des Müßiggehenden zum Dasein des Faulenzenden weiterentwickelt haben. Die Verwaltenden Hannovers wollen den Erleuchteten auf diesem Weg folgen, um auf diese Weise das Antagonisierende zwischen den Arbeitenden und den Freizeit-Genießenden zugunsten von Letzteren aufzulösen.

Unter dem genderübergreifenden Motto „Freizeit macht frei“ will der Oberverwaltende oder Bevölkerungsmeisternde die Stadt Hannover ins nächste Jahrtausend führen, ins Land der gendersensiblen Möglichkeiten, ins Land der Träumenden und im Schlaf Sprechenden, in dem zwar nicht Milch und Honig fließen, aber Einbildung und Sprachspielende sprießen.

Für die Bevölkernden Hannovers hat diese Vision eine Reihe von Folgenden: Müll ist nicht mehr Müll, sondern noch nicht Recyceltes. Mülleimer werden folglich zu Recyclingbehältnissen, die nicht mehr vom Müllmann, sondern von der Recycling-Fachkraft nicht entleert, sondern mit fachlichem Abschluss entsorgt werden. Hannover wird zur ersten müllfreien Stadt Deutschlands. Strom ist ab sofort Elektrobetreibendes. Elektrobetreibendes wird von Elektrobetreibendes-Besorgenden nachhaltig gewonnen, von besorgtes Elektrobetreibendes Bereitstellenden an die Haushaltenden unter den Bevölkernden Hannovers gemäß der Elektrobetreibendes-Besorgtes-Bereitstellungs-Gebührenordnung für das entsprechend Gebührende bereitgestellt, allerdings nur, wenn zertifizierte Elektroinstallierende die geschlechtersensible Unbedenklichkeit der Elektroverteilenden in den Räumen der Haushaltenden unter den Bevölkernden Hannovers garantiert haben.

Aus der Stadtgärtnerei Hannovers wird die Gruppe der Ornamentierenden, Schmückenden und Verschönernden Hannovers. Die Gruppe der Ornamentierenden, Schmückenden und Verschönernden ist zudem für die nachhaltige, gendersensible und fachgemäße Entsorgung der Gruppe der Haushaltenden zuständig, die als Atmung‑‍, Herz- und Hirnschlag-Einstellende vor Organspende und als Ausgeweidete anschließend anzusehen und zu entsorgen sind.

Der Bauhof der Stadt Hannover bleibt Bauhof. Die Gendersensibilität im Bauhof reduziert sich auf Schreibende und Verwaltende. Anpackende, Schuftende und im Sommer Schwitzende, Schleppende, Mauernde und Arbeitende können weiterhin als „Arbeiter“ bezeichnet werden.

Gezeichnet

Der Oberbevölkerungsmeisternde

„Welt“: „Hannover schafft den Lehrer und den Wähler ab“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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Dossier: Gender Mainstreaming

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Michael Klein

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