03. November 2018

Abgang der Bundeskanzlerin und Spekulation über die Nachfolge Das System nicht verstanden

Die Schuldige wird ausgewechselt, die Firma macht weiter

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Rattenfänger GmbH & Co KG: Die Schuldige muss gehen

Ich habe mal die Bundeskanzlerin mit einer Angestellten einer Rattenfänger GmbH & Co KG verglichen.

Solange diese Firma einigermaßen sicher war, dass die Auftragslage stimmt, sah sie keinen Grund, personelle Veränderungen vorzunehmen. Das hochqualifizierte Personal – dass ich nicht lache – machte eben seinen Job. Jetzt rumort es unter der Kundschaft, und es besteht die Gefahr, dass der nächste Auftrag an eine Konkurrenzfirma vergeben wird. Und glauben nun die Schrebergärtner und die Nachbarn der Hühner- und Schweineställe, dass die Schuldige in diesem einen Frontweib zu suchen wäre, dann wechselt man dieses eben aus. Würden die Leute glauben, dass der Hausmeister schuld wäre, müsste dieser abtreten.

Das Ganze hat geradezu biblische Parallelen: Die Kammerjägerin reitet im fehlfarbenen Hosenanzug auf einem geliehenen Esel in den Hinterhof und bekundet, dass sie es als ihre Pflicht ansehe, dem Land noch drei weitere Jahre zu dienen. „Hosanna“, hallt es aus den Reihen der Schriftgelehrten und Analphabeten: „Sie ist weg! Sie ist weg.“

Aber bestimmte libertäre Schreiberlinge überschlagen sich geradezu in der Spekulation eines Nachfolgers. Schon scheiße, wenn man das System, das man angeblich bekämpfen will, nicht verstanden hat.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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