19. Oktober 2018

Querelen in der Gedenkstätte im ehemaligen Stasiknast Hohenschönhausen Fake News über den Förderverein

Der neue Vorsitzende wird diskreditiert

von Vera Lengsfeld

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Bildquelle: Andreas Zerndl / Shutterstock.com Querelen im Förderverein: Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen

Es gibt Veranstaltungen, die man in der Berichterstattung nicht wiedererkennt, obwohl man daran teilgenommen hat. So geht es mir mit der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Grund dafür war eine Pressekampagne gegen den Förderverein wegen angeblicher Unterwanderung durch die AfD, losgetreten vom ehemaligen Vorstandsmitglied Stephan Hilsberg. Hilsberg hatte sich seinerzeit gegen die Aufnahme von AfD-Politiker Georg Pazderski als Fördermitglied ausgesprochen. Pazderski wurde trotzdem aufgenommen, übrigens mit der Stimme des Journalisten Gerald Praschl, der nun gemeinsam mit Hilsberg und den Grünen Lukas Beckmann und Wolfgang Wieland den Förderverein verlassen hat, weil er nicht zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Die Begründung der vier für ihren Austritt beruht auf einer falschen Darstellung des Versammlungsablaufs. In der Presse war zu lesen: „Die vier nun ausgetretenen Mitglieder kritisieren, ein von Kürschner unterstützter neuer Vorstand und die Mehrheit der Mitglieder distanziere sich nicht von der AfD. Praschl erklärte, das sei ‚ein nicht mit dem antitotalitären Konsens vereinbarer Kuschelkurs mit einer ganz offensichtlichen Mehrheit von AfD-Verstehern, AfD-Sympathisanten und wahrscheinlich auch manchem AfD-Mitglied im Verein.‘“

Dabei hatten besonders Hilsberg und Praschl in der Diskussion selbst mehrfach betont, es gehe ihnen nicht um die AfD-Mitgliedschaft an sich. Auch ein AfD-Mitglied könne, wenn es sich zum antitotalitären Konsens bekenne, dem Verein beitreten. Es sei aber problematisch, wenn man, wie der frühere Vorsitzende Jörg Kürschner, Sympathien für die AfD zeige und in politisch nicht korrekten Zeitungen wie der „Jungen Freiheit“ publiziere.

In der Austrittsbegründung ist nun von einer „Mehrheit von AfD-Verstehern“ die Rede, was klar denunziatorisch ist. Der neue Vorstand sei praktisch vom alten Vorsitzenden bestimmt worden. Tatsache ist, dass sowohl Wolfgang Wieland als auch Lukas Beckmann gebeten wurde, sich für den neuen Vorstand zur Verfügung zu stellen, was beide rundheraus abgelehnt haben. Dass dann andere gewählt wurden, liegt an der Blockadehaltung der beiden. Hinterher dann die Zusammensetzung zu kritisieren, ist von einer Unredlichkeit, die leider unter den Linken Mode geworden ist.

Die Versammlung wollte einfach einen Vorstand, in dem keiner der Protagonisten der vergangenen Streitereien vertreten ist. Weder Stephan Hilsberg noch Gerald Praschl wurde eine neutrale Vereinsführung zugetraut. Die Versammlung hatte recht, wie der spektakuläre Austritt beweist, der zudem noch das Ziel hatte, den neu gewählten Vorstand von vornherein zu diskreditieren.

Dabei ist der neue Vorsitzende, Andreas Borsch, der die Buchhandlung in der Gedenkstätte führt und seit Jahren wertvolle Unterstützerarbeit geleistet hat, völlig unverdächtig, parteipolitische Sympathien zu pflegen. Es ist, gelinde gesagt, unfair, den neuen Vorsitzenden zu diskreditieren, ohne ihm die geringste Chance für einen Neuanfang zu geben. Leider ist ein solcher Umgang mit Menschen, die sich den Vorgaben der politisch korrekten Meinungsmacher nicht beugen, typisch für Deutschland im Jahre 2018, dem 13. Jahr der Regierung Merkel.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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