29. August 2018

Chemnitz Ein zweites Sebnitz?

Von wegen „Menschenjagden“

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock „Weitgehend friedlich“: Linker Protest

Die Ereignisse (beziehungsweise Nicht-Ereignisse) in Chemnitz haben das Zeug dazu, zu einem zweiten „Sebnitz“ zu werden. Sie erinnern sich? Damals, im November 2000, halluzinierte die gesamte deutsche Presse über drei Tage lang, dass Dutzende Bürger des sächsischen Städtchens gemeinsam einen kleinen Jungen ausländischer Herkunft im städtischen Schwimmbad ertränkt hätten. Die Geschichte war von Anfang bis Ende unwahr. Gleichwohl gab es Experten und Politiker, die das alles einordneten, analysierten und vor „rechts“ warnten. Inzwischen ist diese damals landesweit rollende Fake-News-Welle Gegenstand mancher Journalisten-Seminare.

Wenn wir uns die Ereignisse in Chemnitz genauer anschauen, beziehungsweise die Berichterstattung darüber, fällt eines auf: Es fehlen Zahlen und Fakten. Dies alles ist hier in einem Fragenkatalog zusammengefasst, den man gerne dem Medium seines Vertrauens vorlegen kann.

Erstens: Wie viele Menschen demonstrierten am Sonntag in Chemnitz?

Zweitens: Wie viele davon wurden von der Polizei als gewaltbereit eingestuft?

Drittens: Wie viele polizeilich erfasste Straftaten wie Beleidigung, Bedrohung, Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte oder Landfriedensbruch wurden angezeigt? Wie viele Straftaten wurden insgesamt erfasst?

Viertens: Wie groß ist der Sachschaden, der bei den „Ausschreitungen“ vom Sonntag entstand?

Fünftens: Wie viele Schaufensterscheiben wurden zertrümmert, wie viele Mülltonnen entzündet, wie viele Brandsätze geworfen?

Sechstens: Wie viele Menschen ausländischer Herkunft wurden Opfer von „Menschenjagden“? Wie viele erlitten welche Verletzungen?

Siebtens: Wie viele Polizisten und wie viele andere Bürger wurden bei den „Ausschreitungen“ verletzt?

Alle diese Fragen sind weitestgehend offen. Oder die Antworten sind so spektakulär, dass sie zum Beleg von „Menschenjagden“, „Ausschreitungen“ und „Pogromen“ einfach nicht taugen.

Läse man diese Zahlen und wohnte etwa in Berlin oder Hamburg, kratzte man sich nachdenklich am Kopf. Denn dann weiß man, was dort allabendlich am Hauptbahnhof passiert oder was linke Autonome bei ihren Aufmärschen anrichten. Und was am nächsten Tag als „weitgehend friedlich“ in der Presse resümiert wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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