28. August 2018

Vielfalt und Einheitsbrei Grenzenlos schwach

Die Diversity-Lüge

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Grenzenlos: Einheitsbrei

Da stellt sich einer in die Küche und bereitet zehn unterschiedliche Saucen vor. Lässt jeder einzelnen viel Arbeit und Zeit angedeihen, um nicht nur einen beliebigen, sondern den besten „Café de Paris“ hinzukriegen, die beste Curry-Sauce, den besten Knoblauch-Dip. Und dann – wenn er fertig ist – schüttet er alles in einen Topf und verrührt die Chose. Was er danach noch tut, spielt keine Rolle: Ob er den Einheitsbrei in einer Schüssel lässt oder ihn in 20 Schüsselchen verteilt – es bleibt Einheitsbrei.

Genau dasselbe passiert überall dort, wo Grenzen aufgehoben werden: die Vernichtung von Vielfalt. Es ist das Gegenteil von Buntheit und Diversity. Es ist am Ende nur eines: Zerstörung von Individualität. Diesem Widerspruch zum Trotz wird die Diversity-Lüge geglaubt. Seit Jahrzehnten. Grenzen sind nach und nach Synonym für Eingeschlossensein, Einschränkung, Kurzsichtigkeit und Isolierung geworden. Sie werden gleichgesetzt mit Stagnation, Rückschritt und Reaktion. Wer als offen gelten will, als modern und fortschrittlich, hält sie für unerwünscht und für zugehörig zu einem überkommenen System von Vorurteilen.

Denn: Der offene, gute Mensch, so lautet die Lehre, hat keine Vorurteile im Sinn einer Vorbestimmtheit dessen, was er sieht. Alles hat gleichgestellt zu sein. Eine „Ordnung der Dinge“ ist ebenso negativ wie Trumps Mauer, ein natürliches Zusammengehören oder Nicht-Zusammengehören ist meinungsmäßiger Stacheldraht. Wer sich vom schlechten Menschen zum guten hochsozialisieren will, meidet sie. Einen heute zu fragen, woher er komme, anstatt sich auf ein vages „Wer/was bist du?“ zu beschränken, gilt im Zirkel der Guten schon als Rassismus.

Was unterschlagen wird dabei: Grenzen schaffen Unterschiede. Unterschiede erschaffen Bedeutung. Im Unterschiedlosen dagegen wird Bedeutung, werden Sie und ich, Staaten, Städte, Dörfer, Kulturen, Sprachen und Familien ausgelöscht. Zu behaupten, die Auflösung von Grenzen zwischen Staaten, zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Göttlichem und Menschlichem, zwischen Geschlechtern, zwischen Wissenschaften, zwischen Individuum und dem Durchschnitt einer Gruppe, schaffe Vielfalt und Buntheit, ist eine Lüge. Es ist nicht Vielfalt, die so entsteht – es ist sinn- und bedeutungsloses Niemandsland. Bevölkert von Massenmenschen, die zu schwach sind und zu egoistisch für die Wirklichkeit und die nur noch pürierte und vorgekaute Bilder der Wirklichkeit ertragen. Am besten mit sich selbst als Hauptgegenstand. Und das nennt sich dann Individualität.

Dass diese Doktrin von der intellektuellen, medialen und politischen Elite gewünscht und gefördert wird, macht im Gegensatz zu ihrem Inhalt durchaus Sinn: Grenzen bedeuten Widerstand. Und: Wo keine Grenzen, da kein Widerstand. Durchregieren wird zum Kinderspiel. Umso mehr, wenn man es schafft, dort Grenzen hochzuziehen, wo von Natur aus keine wären: Zwischen den eigenen Leuten und zwischen dem Individuum und seiner Verantwortung. Es ist nichts anderes als die Abschaffung von Freiheit und freier Kooperation zwischen den Menschen. Es ist die Zerstörung von Gemeinschaftssinn, freiwilliger Solidarität, Nächstenhilfe und echter Kraft.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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