19. August 2018

Ungarischer Vize-Ministerpräsident Zsolt Semjén hält Gender Studies für Unsinn „Keine Wissenschaft, sondern Ideologie“

Ein Präzedenzfall für die Universitäten?

von Michael Klein

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Bildquelle: shutterstock Keine Wissenschaft, sondern Ideologie: Gender Studies

Ich habe schon als die Meldung, dass Gender Studies in Ungarn von Universitäten entfernt werden sollen, spekuliert, dass der Hinweis darauf, dass es keine Nachfrage nach Gender Studies gebe, nur ein Teil der Gründe ist, die die ungarische Regierung bewogen haben, Gender Studies von Universitäten zu entfernen. Tatsächlich gibt es keinen Arbeitsmarkt für Genderista. Er wird von Regierungen mit Steuergeldern künstlich geschaffen, oder Genderista werden per Gesetz Institutionen (Frauenbeauftragte) oder Unternehmen aufgezwungen, um eine künstliche Nachfrage zu schaffen. Und wenn eine Regierung diesen künstlichen Arbeitsmarkt nicht schaffen will, weil es eben keinerlei Nutzen gibt, den Genderista im Gegenzug für ihre Finanzierung aus Steuermitteln bereitstellen, dann ist es vorbei mit der Genderista.

In einem Interview mit dem privaten Fernsehsender ATV hat Zsolt Semjén, der Vize-Ministerpräsident, nun einige konkrete Gründe genannt: Neben der Tatsache, dass „niemand auf dem ungarischen Arbeitsmarkt einen Gender-Studierten einstellen wolle“, hat Semjén die Gender Studies als Unsinn bezeichnet und darauf hingewiesen, dass es Dinge gebe, die nun einmal biologisch determiniert seien, ob das den Genderisten nun gefällt oder nicht.

Geschlecht sei nicht sozial definiert, sondern biologisch. Zu behaupten, es gebe ein „soziales Geschlecht“, sei so, als würde ein mittelalter Mann entscheiden, dass er nunmehr fünf Jahre alt sei, und verlangen, einen Platz im Kindergarten zu bekommen, oder er würde sich entscheiden, 90 Jahre alt zu sein, und auf die Auszahlung seiner Rente beharren.

Gender Studies, so Semjén weiter, seien keine Wissenschaft, sondern Ideologie, und Ideologie, so ergänzt er, habe an Universitäten keinen Platz.

Wie es scheint, ist Ungarn dabei, einen Präzedenzfall zu schaffen, um Universitäten wieder etwas näher an die ideologiefreie Zone zu bringen, die sie eigentlich sein sollten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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