28. Juli 2018

Neue einwanderungskritische Partei in Schweden Die AfD macht Schule

Enoch Powell hatte recht

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: shutterstock Eine Katastrophe für Schweden: Einwanderung

Man bekommt ja nicht immer alles gleich sofort mit. Die Info-Flut… Also: Die AfD macht Schule. Es gibt sie nicht mehr nur in Deutschland, sondern inzwischen auch in Schweden als „AfS“. Zu lesen war das im täglichen Online-Info-Brief „Unser Mitteleuropa“: „Schweden hat seit März eine neue patriotische und einwanderungskritische Partei namens ‚Alternative für Schweden‘ (‚AfS, auf Schwedisch ‚Alternativ för Sverige‘). Gründer ist der ehemalige Vorsitzende der Jugendorganisation der Schwedendemokraten Gustav Kasselstrand. Er wurde 2015 von den Schwedendemokraten ausgeschlossen. Die Partei trennte sich damals wegen ideologischer Differenzen von ihrer gesamten Jugendorganisation.“ Mag sein, dass auch andere über die neu gegründete schwedische Partei berichtet haben. Doch nicht etwa gar die Lückenmedien? Wie auch immer, aufgefallen ist mir die Nachricht erst im besagten Info-Brief.

Entschlossen gegen Einwanderung und Multikulti

„Unser Mitteleuropa“ schreibt weiter: „Die AfS tritt deutlich entschlossener gegen Einwanderung und Multikulti auf als die Schwedendemokraten. Kasselstrand hat einen ‚Rückwanderungsplan‘ erstellt, den er am 4. Juli in der Zeitung ‚FriaTider‘ vorstellte. Nach diesem Plan sollen 500.000 Einwanderer Schweden verlassen. Kasselstrand sieht darin ‚500.000 Gründe, die Alternative für Schweden zu wählen‘. Was die AfS vorhat, sieht sehr radikal aus. Das Asylsystem will sie komplett abschaffen und die 289.000 Asylanten mit positiv abgeschlossenem Verfahren und Aufenthaltstitel sowie deren Angehörige fast alle ausweisen – ausgenommen unentbehrliche Fachkräfte, die perfekt Schwedisch sprechen und unbescholten sind. In bestimmten Fällen sollen sogar schon eingebürgerte Einwanderer die schwedische Staatsbürgerschaft wieder verlieren und ausgewiesen werden. Gemeint sind damit Schwerkriminelle, Wiederholungstäter, Langzeitarbeitslose und Personen, die nicht Schwedisch können und ihren Verpflichtungen generell nicht nachkommen.“

Die Einwanderung – für Schweden eine Katastrophe

Parteigründer Kasselstrand selbst schreibt in „Fria Tider“ zusammen mit seinem Parteikollegen Jeff Ahl, die Einwanderung sei eine Katastrophe für Schweden. „Es waren die alten Parteien, die die Probleme geschaffen haben, aber wir werden sie lösen.“ Die Einwanderung sei auf die Rückkehr zu verlagern. „Unser Ausgangspunkt für den Plan ist, dass er in einem Zeitraum von sechs Jahren umgesetzt werden kann. In diesem Zeitraum sind auch alle notwendigen Gesetzesänderungen erforderlich, damit der Rückführungsprozess durchgeführt werden kann.“ – „Schweden muss dringend mit den Empfängerländern zusammenarbeiten, damit die Rückkehr so ​​reibungslos wie möglich vonstattengeht.“

Die Warnung von Enoch Powell 1968, die sich bewahrheitet hat

Kasselstrand und Ahl erinnern an Enoch Powell: „1968 warnte der britische Politiker Enoch Powell in einer berühmten Rede vor den Folgen einer groß angelegten Immigration. Heute, 50 Jahre später, können wir sehen, dass er mit seiner Dystopie recht gehabt hat. Aber er war auch ein Optimist, der es wagte, zu glauben, dass unser Schicksal in unseren eigenen Händen liegt: ‚Zu oft sagen uns heute die Leute: Das ist nicht möglich, das ist nicht möglich. Ich sage: Was im Interesse unseres Landes ist, ist immer möglich! Wir haben nichts zu fürchten außer unsere eigenen Zweifel.‘ Heute sind Enoch Powells Worte aktueller denn je. Die alten Politiker haben Schweden in eine extrem schwierige Situation gebracht, mit Problemen, die sie niemals lösen können. Aber jemand muss es tun, und wir haben sowohl den Willen als auch den Plan, der erforderlich ist.“

Die Rede, die Powell politisch zum Außenseiter machte

Über Powell schrieb Konrad Adam in der Tageszeitung „Die Welt“ am 18. Juli 2005: „Unter den britischen Konservativen der Nachkriegszeit war Enoch Powell eine der faszinierendsten Gestalten.“ Schnell und stetig sei er in der Politik und bei den Tories so lange aufgestiegen, „bis er im Jahre 1968 seine Birminghamer Rede hielt, in der er die britische Einwanderungspolitik als tödliche Gefahr für die Zukunft seines Landes beschrieb. Die Folge war, dass ihn Edward Heath, damals Führer der Konservativen im Unterhaus, aus seinem Schattenkabinett verbannte. So wurde Powell, in dem viele schon den künftigen Premier gesehen hatten, zum Außenseiter der englischen Politik. Seine Rede war ein Bekenntnis zu dem, was auch deutsche Politiker schwören, wenn sie ihren Amtseid leisten: zu der Verpflichtung, den Nutzen des Landes zu mehren und Schaden von ihm fernzuhalten. In der forcierten Zuwanderungspolitik erkannte Powell einen Verstoß gegen diese Pflicht. Durch simple Hochrechnung sagte er seinen Landsleuten eine Zeit voraus, in der sie nicht mehr Herren im Haus sein würden. Den Multikulturalismus, der damals allerdings noch nicht so hieß, hielt er für einen gefährlichen Spleen, die Integration für gescheitert.“

Ganze Stadtteile in Schweden an islamische Milizen und ‚Scharia-Polizisten‘ verloren

Vor einem Jahr, am 28. Juli 2017, berichtete „Unser Mitteleuropa“, Schweden verliere den Bürgerkrieg gegen den Islam: „Die staatlichen Behörden sind überfordert mit der Situation, rufen mittlerweile offen um Hilfe. In einigen Stadtteilen sind ‚No-Go-Areas‘ entstanden, Bezirke, in denen nicht einmal mehr die Polizei agieren kann.“ – „Dan Eliasson, Schwedens oberster Polizeikommissar, fleht mittlerweile seine Männer im Fernsehen um Hilfe an: ‚Helft uns, helft uns!‘ Der Experte Johan Patrik Engellau, der schon mit Organisationen wie der UNO zusammenarbeitete und Träger des Königlichen Seraphinenordens ist, sieht schwarz: ‚Ich fürchte, das ist das Ende des gut organisierten, anständigen und egalitären Schweden, das wir bis heute kennen. Mich persönlich würde es nicht überraschen, wenn wir in einer Art Bürgerkrieg enden. An manchen Orten findet dieser Bürgerkrieg bereits statt‘, so Engellau. Die Staatsgewalt verliert ganze Viertel und Stadtteile an muslimische Milizen und ‚Scharia-Polizisten‘. Diese Gebiete werden als ‚utanförskap‘, was so viel bedeutet wie ‚ausgegliedertes Gebiet‘ bezeichnet. In diesen Gebieten herrscht eine Mischung aus dem Recht des Stärkeren und der Scharia. Die Eskalation der Lage zieht sich aber deshalb noch hinaus, weil die linksfeministische Regierung dem Islam keinen Widerstand entgegensetzt.“

Der point of no return – in Schweden schon erreicht?

Und noch ein weiteres Mal zitierte der Online-Brief „Unser Mitteleuropa“ Engellau: „Die Regierung hat immer noch nicht begriffen, dass sie die Kontrolle verloren hat. Es gibt einen Punkt, an dem man bestimmte Entwicklungen nicht mehr stoppen kann. Ich weiß nicht, ob Schweden diesen Punkt in Sachen Immigration bereits erreicht hat, aber ich befürchte, wir stehen ganz knapp davor. Wenn wir jetzt und heute klar und deutlich handeln, die Einwanderung sofort stoppen und aufhören, den Multikulturalismus weiter zu fördern, können wir es noch schaffen, Schweden zu retten.“

Auch Deutschland wäre noch zu retten – wenn es denn die Deutschen auch wollten. Ihre Politiker und deren Parteien wollen es offenkundig nicht. Ausgenommen die Politiker der AfD.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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