27. Juni 2018

Hass der Politiker und Mainstream-Medien auf das Internet Vom künstlichen öffentlichen Arbeitsmarkt

Das System derer, die vom beschworenen Rechtsextremismus leben, geht seinem Ende zu

von Michael Klein

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Bildquelle: shutterstock Funktioniert dank Internet nicht mehr reibungslos: Manipulation durch die Medien

Sozialpsychologen haben schon vor Jahrzehnten auf die Bedeutung von „Salience“ hingewiesen, also darauf, dass Dinge, die prominent herausgestellt und regelmäßig wiederholt werden, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, im Gedächtnis von Konsumenten haften zu bleiben und dort Grundlage falscher Urteile zu werden. Das Schulbeispiel ist die Angst, Opfer eines Anschlags zu werden, die Touristen ihren Urlaubsort von Ägypten nach Griechenland verlagern lässt, dieselben Touristen, die kein Problem damit haben, sich in ihr Auto zu setzen und zur Arbeit zu fahren, obwohl die Gefahr, während der Fahrt zur Arbeit getötet zu werden, viel höher ist als die Wahrscheinlichkeit, in Ägypten Opfer eines Anschlags zu werden. Oder wer verzichtet auf seinen Besuch von Pompeji, weil der Vesuv überfällig ist, das heißt sein nächster Ausbruch – statistisch betrachtet – nicht mehr lange auf sich warten lässt?

Dass Menschen Urteile auf Grundlage dessen treffen, was sie von der Wirklichkeit zu wissen glauben, versuchen Manipulateure auszunutzen. Feministische Manipulateure wollen Menschen zu einer bestimmten Art des Sprechens erziehen, weil sie dem Irrtum aufsitzen, dass die Sprache das Denken beeinflusst, ganz so, als wären die Worte nicht von Menschen, sondern von einem feministischen Gott erfunden worden. Ideologen versuchen, Menschen eine falsche Realität vorzugaukeln, eine, die ihnen nützlich ist, aus der sie politisches Kapital zu schlagen können glauben.

Und damit sind wir bei den Medien. Medienwissenschaftler haben sich über Jahrzehnte gefragt, wie, wenn überhaupt, Medien wirken. Die erste Generation der Medienwissenschaftler war der Ansicht, Medien servierten Stimuli, die Konsumenten zu bestimmten Reaktionen veranlassen. Die nächste Generation war der Ansicht, Medien seien Gatekeeper, die nur die Stimuli servieren, von denen sie sich erhoffen, dass sie bei den Konsumenten eine bestimmte Reaktion hervorrufen. Und dann kam einer und hat darauf hingewiesen, dass Konsumenten mit Hirn begabte Wesen sind, auch wenn man, angesichts des Programms, das manche Sender verbreiten, nicht ohne weiteres davon ausgehen könne. Dennoch seien sie es, und deshalb suchten sie die Medieninhalte danach aus, ob sie daraus einen Nutzen gewinnen können oder nicht.

Die meisten Medienwissenschaftler sind bei diesem „Uses-and-Gratification“-Ansatz des wählenden Konsumenten angekommen. Die meisten Werbeleute, der größte Teil der deutschen Journalisten und die meisten Politiker sind auf Stufe zwei stehengeblieben und immer noch der Ansicht, dass man durch die Auswahl von Nachrichten und dadurch, dass man Konsumenten eine falsche Realität vorspiegelt, deren Denken und Handeln beeinflussen könne. An dieser Irrmeinung halten die Dogmatiker fest, obwohl immer mehr Konsumenten öffentlich-rechtlichen Medien den Rücken kehren und obwohl es das Internet mit seiner Vielzahl von Möglichkeiten gibt, sich unabhängig von öffentlich-rechtlichen Medien zu informieren.

Unter den Ewiggestrigen, die immer noch denken, man könne das Denken von Menschen durch kontrollierte Informationsweitergabe und durch das Vorgaukeln einer falschen Realität manipulieren, sind auch linke Parteien, die viel Zeit darauf verschwenden, die immer selben Anfragen nach politisch rechts motivierter Kriminalität, rechten Konzerten, rechtsextremen Veranstaltungen und vielem mehr zu stellen. Allein für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 26. Juni 2018 weist das Informationssystem des Bundestages 376 Dokumente aus, die Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und so weiter zum Gegenstand haben und die in den meisten Fällen durch eine kleine Anfrage der Linken oder (seltener) der Grünen ausgelöst wurden.

Der Zweck dieser ständigen Fragen nach Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und so weiter besteht darin, eine Chimäre aufzubauen, eine falsche Realität, in der Rechtsextremisten hinter jedem Baum stehen, jeden Tag einen Menschen umbringen und ansonsten Feste im Wochentakt feiern. Mit im Boot sitzen Medien, die – von linken Antragstellern mit den Anfrageergebnissen versorgt – das Thema „Rechtsextremismus“ nur zu gerne aufgreifen, um es zu einem gesellschaftlichen Problem zu stilisieren. Sie wissen schon: Jeden Tag überfallen Rechte friedliebende Linke oder stecken Asylunterkünfte in Brand und morden drauflos. Die irrige Ansicht lautet: Wenn man nur oft genug davon berichtet, dass es Kriminalität gibt, die als politisch rechts motiviert klassifiziert wird, dann schätzen Konsumenten dieser Nachrichten die Gefahr, die von rechts ausgeht, hoch ein. Hat man Konsumenten erst einmal davon überzeugt, dass die Gefahr von rechts hoch ist, dann ist es leicht, Legitimität dafür zu gewinnen, dass Steuergelder zweckentfremdet werden, um die weitgehend imaginierte Gefahr von rechts zu bekämpfen und Legionen von Aktivisten, die mit dem, was sie an Berufsausbildung vorzuweisen haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht unterkommen, auf dem künstlichen öffentlichen Arbeitsmarkt unterzubringen, den Ministerien unterhalten.

Damit dieser künstliche öffentliche Arbeitsmarkt legimitiert und reich mit Steuergeldern bestückt werden kann, ist es notwendig, ständig Anfragen zu stellen, die das Thema „Rechtsextremismus“ warm halten, ständig Berichte zu schalten, die die Gefahr des Rechtsextremismus beschwören, ständig Broschüren herauszugeben, die eine angeblich gestiegene Gefahr bekämpfen sollen, und so weiter. Wir haben es hier mit dem Versuch zu tun, ein Perpetuum mobile zu etablieren, das ein Leben auf Kosten von Steuerzahlern ermöglicht. Bislang ist es noch nicht gelungen, ein Perpetuum mobile zu entwickeln, und auch das ausgefeilte System des Nepotismus, das System derer, die vom stilisierten Rechtsextremismus leben und profitieren, geht seinem Ende zu.

Schuld ist das Internet. Schuld ist die Möglichkeit für Konsumenten, sich unabhängig von dem, was Mainstream-Medien ihnen vorsetzen, zu informieren. Schuld ist die Diversität des Internets, die alle möglichen Informationen bereitstellt, schuld sind Blogs, die die Fehler und Manipulationen in Mainstream-Medien und die Versuche politischer Einflussnahme zum Beispiel auf Wissenschaft und Bildung aufdecken.

Falls Sie sich immer noch fragen, warum Mainstream-Medien und Politiker so sehr über das Internet lamentieren und so verbissen versuchen, Kontrolle über das Internet zu gewinnen, dann haben sie nun die Antwort.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


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