23. Juni 2018

Streit in der Union und „europäische Lösung“ der Flüchtlingskrise Merkel mit Frankreich gegen Seehofer

Deutschland vertraut falschen Freunden

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Wieder mal allein in Europa und der Welt: Deutschland

Wer sehen will, wie die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Kasten eines Landes bedingungslos der Führung folgen, kann dies – wieder einmal – in Deutschland erleben. Abgesehen von der rechten Opposition wehrt sich nur noch Horst Seehofer (CSU), charakterlich eher eine Hallodri- statt Kämpfernatur, gegen die inzwischen autoritär herrschende Kanzlerin Angela Merkel.

Wie Merkel herrscht, hat Holger Steltzner in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am 21. Juni 2018 in einem Jahrhundertkommentar treffend in zwei Sätzen zusammengefasst: „Der Innenminister will geltendes deutsches Recht anwenden, weshalb ihm die Bundeskanzlerin mit Entlassung droht (Richtlinienkompetenz). Und dann stellt Merkel noch Milliarden für Macrons Euro-Zonen-Pläne in Aussicht, damit Paris ihr dabei hilft, Seehofer niederzuringen.“

Seehofer wehrt sich im Berliner Kabinettskrieg mit einem Interview in der „Passauer Neuen Presse“: „Wenn man mit dieser Begründung einen Minister entließe, der sich um die Sicherheit und Ordnung seines Landes sorgt und kümmert, wäre das eine weltweite Uraufführung. Wo sind wir denn?“

Welcome in Hippie State, Herr Minister! Sollten Sie das noch nicht bemerkt haben?

Aber Scherz beiseite: Merkel versichert sich des Wohlwollens ausländischer Mächte (Frankreich), um Innenpolitik gegen die CSU zu betreiben. Um die „europäische Lösung“ in der Flüchtlingsfrage zu erreichen und in Deutschland damit einen Erfolg vorweisen zu können, hat sie Italien und osteuropäische EU-Länder brüskiert, so dass ein echtes Ergebnis bei dem von Merkel ertrotzten EU-Gipfel am Wochenende ausgeschlossen sein wird. Wegen Merkels Finanzzusagen an Macron kommt es bald außerdem zum Bruch mit ganz Nord- und Osteuropa.

Auf die Franzosen sollte sich Merkel nicht verlassen. Die haben ihre Niederlage von 1990, als sie der deutschen Einheit zustimmen mussten, nicht vergessen und fühlen sich von der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands bedroht. Sobald es geht, fallen sie der Bundesrepublik in den Rücken. Bis dahin lassen sie sich mit deutschem Geld freihalten. Freunde Deutschlands wären sicher Russland und die USA, aber mit beiden will die hochherrschaftliche Arroganz im Kanzleramt nichts zu tun haben.

Deutschland vertraut falschen Freunden. In Wirklichkeit steht es allein in Europa und der Welt. Das gab‘s schon mehrfach. Gut gegangen ist es noch nie.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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