12. Juni 2018

Mord an Susanna F. Der Auftrag Ali Baschars an die Deutschen

„Sich gemeinsam an Gesetze halten“

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com Mahnt mit kalter Wolkigkeit: Angela Merkel

Mit gewohnt kalter Wolkigkeit äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Ermordung der 14-jährigen Susanna F. durch den von ihr hereingeholten Migranten Ali Baschar. Wir lauschen der Agentur Reuters, die am 9. Juni 2018 um 18:33 Uhr meldete: „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bestürzt über den Tod der 14-jährigen Susanna aus Mainz geäußert.“

Und: „Der Mord habe sie tief erschüttert, sagte die Kanzlerin. Es sei gut, dass der mutmaßliche Täter gefasst worden sei und wahrscheinlich nach Deutschland zurückkehre. Das abscheuliche Verbrechen sei ein Auftrag, Integration sehr ernst zu nehmen, Werte klarzumachen und sich gemeinsam an Gesetze zu halten.“

Analysieren wir doch mal, was die Regierungschefin mitteilt: Sie „äußert“ sich, so Reuters, „bestürzt“ – aber über was denn bitte? Über den „Tod“ von Susanna, baut Reuters regierungsfreundlich den Rahmen für die deeskalierende Meldung auf. Dabei war dieser „Tod“ ein Mord, zumindest ein Totschlag, auf jeden Fall ein Gewaltverbrechen. „Tod“ ist die allgemeinste, unkonkreteste Wortwahl, um den Bürgern das Bild einer vergewaltigten, erschlagenen und verscharrten 14-Jährigen nicht zuzumuten.

Dabei spricht die Kanzlerin selbst das Wort sogar aus. Aber dann folgt sogleich ein Kanon von politisch-erzieherischen Maßnahmen, die sich erstaunlicherweise allesamt an die Deutschen richten. Allen Ernstes bezeichnet Merkel das Verbrechen als „einen Auftrag“, Integration „ernst zu nehmen“. Das erschlagene Mädchen ist quasi die Botin eines guten Impulses, sie überbringt noch im Tod die Nachricht, dem ewig gleichen verlogenen Mantra von der „Integration“ weiter zu folgen.

Ach ja, auch „Werte“ müssten „klargemacht“ werden. Welche dies sind, woher diese kommen und wer sie bitte wem bei welcher Gelegenheit zu vermitteln habe, bleibt im Vagen. Fangen wir doch bei dem Wert der Unverletzlichkeit des Lebens an – dieser muss derzeit leider häufiger hintanstehen, zumindest bei Susanna, da sie ja einen „Auftrag“ zu überbringen hatte. Aber vielleicht kann ihn jemand ja mal jemandem „klarmachen“, so wie Kanzlerinnentrainer Löw vom Spielfeldrand aus die Abseitsfallen koordiniert.

Endgültiger Merkelismus aber ist die finale Volte ins vollends Universale: Denn der von der Kanzlerin in Ali Baschars Verbrechen entdeckte „Auftrag“ richtet sich – an alle: Wir sollen uns „gemeinsam an Gesetze halten“. Das ist eine bitter nötige Aufforderung der Regierungschefin an ihre Untertanen, die durch Falschparken, GEZ-Verweigerung und sonntägliches Rasenmähen inzwischen Kriminalitätsraten erreichen, gegen die gelegentlich aufgefundene Mädchenleichen eher wie Randnotizen eines durch und durch entgleitenden, der Ermahnungen der Kanzlerin dringend bedürftigen Volkes scheinen.

Es ist ein Beleg für die Verkommenheit des politischen Diskurses in diesem Land (oder für die Ermüdung der Deutschen, diesen so wahrzunehmen), dass die Bundeskanzlerin mit solchen Formulierungen durchkommt, ohne dass auch nur ein Journalist oder Bürger aufmuckt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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